Christian Meyer moderiert „Comedy mit Karsten“
Bildrechte: MDR/Torsten Backofen

Steckbrief Christian Meyer

... der zappelige Quatschkasper mit dem Strahlelächeln und perfektionistischem Anspruch an jeden Nonsens macht sich transparent.

Christian Meyer moderiert „Comedy mit Karsten“
Bildrechte: MDR/Torsten Backofen

Woher kommst Du?

Ich bin in Lüneburg geboren und aufgewachsen.

Wann und wo standest du zum ersten Mal auf einer Bühne?

Etwa 1990 in der Kirchenmusikgruppe St. Nicolai in Lüneburg, von 14 bis 19 hatte ich dann meine Schülerband "GrassGrün".

Zusammen mit Julius Fischer bist du das Duo "The Fuck Hornisschen Orchestra" – Was ist das?

Wir spielen und singen Lieder mit verschiedenen Instrumenten, vor allem aus Kinderspielzeugläden. Wir lieben Musik und Humor in allen Spielarten und bringen das auf die Bühne, überall, wo man uns versteht und/oder einlädt.

Der Name "The Fuck Hornisschen Orchestra" ist ein ganz schöner Zungenbrecher. Hat das was mit niedlichen Hornissen zu tun? Was verbindest du damit?

Hornisschen ist der Diminutiv von Hornisse und damit ein Euphemismus für ein vermeintlich gefährliches Insekt. Allerdings sind Hornissen ja sehr friedfertig und stechen nur, wenn man sie reizt ... Das Wort Hornisschen beschreibt also die eigentliche Semantik einer Hornisse, wenn man so will. Das passt gut zu uns. Außerdem gefiel mir der Jambus des Konstrukts des kompletten Namens zusammen mit dem Orchestra - welches für unsere Vielzahl an Instrumenten und den nicht zu übersehenden Pathos steht - dann sehr gut.

Da sprach der studierte Germanist ... Wie oft triffst du Julius zum Ideenschmieden, Brainstormen, Proben?

Sehr selten. Wir erleben zusammen im Alltag Dinge, die wir dann zu Songs verarbeiten. Wenn wir ein neues Programm planen, treffen wir uns irgendwo in der Sonne und basteln. Aber das kommt nur alle zwei, drei Jahre vor. Vieles entsteht spontan, vor allem auf der Bühne.

Wofür bewunderst du Julius?

Für seine Stimme, seinen Humor und seine Ehrlichkeit.

Du hast neben "The Fuck Hornisschen Orchestra" noch andere Projekte. Erzähl mal kurz ...

Ich moderiere hier und da alles, was moderiert werden muss, zum Beispiel Poetry Slams, die ich in Leipzig und Jena auch organisiere. Ich singe und tanze in einem 90er-Jahre-Cover-Duo namens "2limited", habe einen Schrebergarten und lebe.

Auf der Bühne bist du ziemlich freakig. Und wie bist du privat so?

Da bin ich meistens sehr entspannt. Als ich noch nicht so viel auf der Bühne stand, war es sehr anstrengend mit mir als Privatperson. Das kompensiere ich jetzt bei Auftritten, indem ich dort den Freak rauslasse und dafür privat sehr ausgeglichen bin.

Kopf- oder Bauchmensch?

Eher Kopf.

Wie findet deine Familie, was du so machst?

Sie stehen vollkommen hinter mir. Aber die Skepsis, ob man mit dem Quatsch tatsächlich genug Geld verdienen kann, wird sicher immer bleiben.

Was wolltest du eigentlich mal werden?

"Wetten dass!?"-Moderator und Schauspieler. Jetzt bin ich Musiker! Ja, Musiker! Kein Comedian oder Moderator. Musiker!

Wie sieht dein Karriereplan für die nächsten zehn Jahre aus?

Es kommt, wie es kommt. So war es bis jetzt immer bei mir. Ich habe mich selten bemüht um irgendetwas. Ich hatte oft Glück. Es ist wie auf der Bühne. Vorher weiß man nicht so recht, was passiert, aber meistens hat es Spaß gemacht. Ich bin gespannt. Keine Ahnung ...

Was ist für dich gute Unterhaltung?

Wenn man als Publikum mit der Bühne oder einer Geschichte verschmilzt. Ich mag die Distanz von Bühne und Zuschauerraum nicht und es wird wahrscheinlich eine Lebensaufgabe bleiben, diese Distanz aufzulösen. Das wäre für mich die perfekte Unterhaltung. Gute Unterhaltung ist auch, wenn man merkt, dass jemand sich Mühe gibt und transparent und authentisch ist. Das Gleiche erwarte ich als "Künstler" auch vom Publikum.

Wie würde der MDR aussehen, wenn du Intendant wärst?

Frag mich nochmal, wenn ich Intendant bin! In 25 Jahren!

(Ich habe mich schon mal für die Stelle als Intendant im Centraltheater in Leipzig beworben, aber wurde abgelehnt, was vielleicht daran lag, dass ich 28 war und kaum Theatererfahrung hatte. Spießer. Nächste Runde: MDR)

Was gefällt dir an der Sendung "Comedy mit Karsten" besonders?

Die Transparenz, Authentizität und dass man denken könnte, dass die Sendung größtenteils aus Outtakes besteht, jedenfalls in unseren "Moderationen". Wir haben nie gesagt: 'Das machen wir nochmal'. Wir haben es einfach laufen gelassen. Das war sehr angenehm.

Außerdem war es mir wichtig, dass die Live-Veranstaltung ebenbürtig mit der Fernsehshow behandelt wird. So überträgt sich hoffentlich der Live-Moment gut ins TV. Viele Fensehformate vor Publikum sehen ihre Aufzeichnungsabende als TV-Show und wirken dadurch etwas steif. Wir haben es einfach als spaßigen Abend begriffen, der auch mitgezeichnet wird.

Kennst du Karsten eigentlich näher?

Er ist mein Vater! (Nein)

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2016, 14:40 Uhr