Über den Wolken : Maurice hebt mit Verkehrsflieger ab
Maurice Jost ist ein Kämpfer: Der Neunjährige war schwer herzkrank. Seit vergangenen Oktober schlägt ein Spenderherz in seiner Brust. "Dabei ab zwei" hat vom Schicksal des Jungen berichtet und dabei von seinem größten Wunsch erfahren: einmal mit einem Propellerflugzeug abheben. Mit MDR 1 RADIO SACHSEN-Verkehrsfliegerpilot Rico Dinter wurde der Traum wahr.
Als Maurice im Krankenhaus auf seine Transplantation wartete, sah er den Hubschraubern immer beim Starten und Landen zu. "Da ist der Wunsch bei ihm entstanden, auch einmal eine Runde zu drehen", erklärt Mutter Yvonne Jost. Sie schaute zwar später vom Boden aus zu, war aber ebenso aufgeregt wie der Sohn, als MDR 1 RADIO SACHSEN-Verkehrsfliegerpilot Rico Dinter ihn mit an Bord nahm.
Und es wurde ein unvergesslicher Tag: Rico Dinter erklärte Maurice die Instrumente im Cockpit und dann ging es los - eine halbe Stunde flogen sie über Freiburg hinweg. Dabei durfte der Neunjährige auch selber ran. "Ich habe gelenkt, bin hoch- und runtergeflogen. Es hat richtig Spaß gemacht", sagte Maurice hinterher begeistert.
Zwei Jahre Hoffen und Bangen
Der neunjährige Maurice aus Heinrichsort in Sachsen lebt sein zweites Leben. Seit Oktober des vergangenen Jahres hat er ein neues Herz und ist jetzt fast wieder ein ganz normaler Junge.
520 Tage war Mutter Yvonne Jost mit dem kleinen Maurice im Leipziger Herzzentrum. Es war eine Zeit, die der vierköpfigen Familie alles abverlangt hat. Zwischenzeitlich lag Maurice sogar im Koma und musste wiederbelebt werden. Doch nach der zwölfstündigen Operation schlägt in der Brust des Neunjährigen ein neues Herz. "Man hat nicht mehr daran geglaubt. Dann kommen plötzlich die Ärzte rein und sagen, dass es losgeht. Maurice hat geweint vor Angst und Freude", erinnert sich Yvonne Jost.
Ein neues Leben
Nach der Operation ist Maurice endlich die Maschinen los. Er kann wieder in die Schule gehen, spielen - fast wie ein gesundes Kind. Dennoch müssen der Junge und seine Familie mit einigen Einschränkungen leben. Sie gaben ihre bisherige Wohnung auf einem Bauernhof auf - wegen der vielen Keime. Zudem muss Maurice täglich Tabletten einnehmen, damit das Herz nicht abgestoßen wird.
Pflicht sind für den Jungen auch regelmäßige Nachuntersuchungen in Leipzig. Doch diese Fahrten nimmt er gern in Kauf - für sein neues Leben. "Es läuft super", erklärt Yvonne Jost. "Die Blutwerte sind in Ordnung, die Ärzte sind zufrieden".



