Online-Tagebuch : Unwetter und noch drei Etappen - 6. Juli
07:12 Uhr
Absoluter Luxus: Ausschlafen! Allerdings so richtig ruhig war es nicht: Kurz nach sechs Uhr kam der letzte Rallyewagen von der Strecke in das Camp - am Haken eines Bergungsfahrzeuges.
Genervte Fahrer: Keine Duschen, kein Kaffee
08:03 Uhr
Die erschöpften Fahrer sind etwas genervt: Die Duschen funktionieren immer noch nicht. Und auch für Kaffee und Tee gibt es kein Wasser. Dabei hätte etwas Stärkung nach so einer Nacht allen gut getan.
Noch drei Etappen am Abschlusstag
09:00 Uhr
Fahrerbesprechung. Entgegen des sich hartnäckig haltenden Gerüchtes, der Freitag werde ein reiner Überführungstag in das Lager nach Hohenmölsen bei Leipzig, werden heute noch drei Etappen gefahren. Veranstalter Henrik Strasser: "Das ist nun mal Breslau. Ausruhen ist nicht. Wer Abenteuer und knallharte Herausforderung bucht, bekommt das auch." Nicht alle Fahrer sind begeistert. Viele sind mit ihren Kräften einfach am Ende.
09:34 Uhr
Team Kastenmeier hat es heftig zurückgeworfen. Wenn sie denn pünktlich aus der Werkstatt in Freital zurück sind, starten Andy und Gerd von Platz 73. Uwe ist wie erwartet gut durchgekommen. Da die Enduros zusammen mit den Quads starten, hat Uwe nur Startplatz 43 erwischt, aber in der Wertung liegt er deutlich weiter vorne. Unser polnischer Quadfahrer Pjotr liegt übrigens auf 1.
10:37 Uhr
Noch immer wird überall geschweißt und gehämmert. Kaum ein Fahrzeug im Camp ohne deutliche Blessuren.
10:42 Uhr
Das gesamte Team Kastenmeier inkl. der Mechanikermannschaft um Uwe Janich und Opa Norbert treffen gerade noch rechtzeitig ein. Auch wenn wir das von Gerd Kastenmeier nicht zum ersten mal hören, wollen wir es gerne glauben: "Das Auto ist endlich wieder fit und wir sind es auch. Heute werden wir wieder angreifen und natürlich versuchen, die verlorene Zeit zumindest ein wenig wieder herauszufahren."
11:04 Uhr
Die Starts beginnen. Auch die Serviceteams machen sich auf den Weg. Die A4, A14, A17, A38 werden bis heute abend von den Rallyeteams bevölkert sein. Doch keine Angst: Bevor es auf Autobahnen und Bundesstraßen geht, werden die Motorräder, Geländewagen, Quads etc. auf die Servicetrucks aufgeladen. Wie es in der Rallyesprache heißt: sie fahren nicht auf eigener Achse in das Camp.
34 Grad im Schatten
12:21 Uhr
Es ist extrem heiß! Material und Mensch werden bis aufs äußerste beansprucht. Draußen auf der Rallyestrecke sind bis zu 34 Grad im Schatten. Man bedenke: keines der Rallyefahrzeuge verfügt über eine Klimaanlage oder Belüftung, wie sie in herkömmlichen Fahrzeugen zu finden sind.
12:46
Das Fahrerlager leert sich nur langsam. Grund: auf der völlig aufgeweichten Wiese sinken Service- und die Rallyefahrzeuge förmlich ein. Beinahe jedes dritte Fahrzeug muss geborgen werden.
Langer Stau nach Unfall
12:49 Uhr
Zu allem Unglück hat sich jetzt auch noch ein dicker Stau gebildet. Der Beigleitbus eines Rallyeteams hat einen Unfall mit dem Fahrzeug eines polnischen Besuchers verursacht. Auch wir müssen uns in den Stau einreihen.
13:20 Uhr
Gerd Kastenmeier ist gut durch die ersten beiden der insgesamt drei Etappen gekommen.
14:12 Uhr
Wir treffen Rene, den Servicemechaniker von Uwe Götzel. Er irrt etwas orientierungslos umher auf der Suche nach dem Servicepunkt. Dort soll er Uwe aufsammeln und das Motorrad aufladen. Im Anschluss wollen die beiden nach Hohenmölsen fahren.
Götzel und Kastenmeier kommen gut durch
14:40 Uhr
Gerd Kastenmeier hat die 3. Etappe ebenfalls gut absolviert und hat viele Plätze gutmachen können. Beim Überholen hat er sich jedoch einen Schaden an der linken Vorderachse zugezogen. "Alles im Griff, dass ist tatsächlich nur eine Kleinigkeit. Mehr als eine halbe Stude Reperatur wird uns das nicht kosten." so Servicemechaniker Uwe Jahnig
15:10 Uhr
Uwe Götzel und sein Mechaniker haben sich gefunden. Sie steuern den Tagebau Hohenmölsen an.
Schlechte Wetteraussichten
16:25 Uhr
Die Wetteraussichten sind denkbar schlecht und gleichen der Situation von gestern Abend: es sind Unwetter zu erwarten. Das Orga- und Versorgungsteam im Fahrerlager Hohenmölsen auf eine stürmische Nacht gefasst.
17:46 Uhr
Das MDR-Team befindet sich auf dem Weg in den Süden von Leipzig. Wir werden unsere Technik wasserfest verpacken.
Schon wieder Reparaturen bei Kastenmeier
18:50 Uhr
Wie wir gerade erfahren, hat das Team Kastenmeier bei Mechaniker Uwe Jahnig stopp in Freital gemacht. Als ob wir es geahnt hätten, die Repraturen werden doch etwas länger dauern :-)
19:14 Uhr
Auch Uwe Götzel und sein Mechnaniker Rene legen zuhause in Moritzburg einen Stopp ein. Einmal eine warme Dusche, kurz das Motorrad checken, mehr ist nicht drin. Dann machen sie sich auf den Weg.
20:23 Uhr
Das MDR-Team bezieht Station, noch zeigt sich das Wetter von seiner guten Seite. Es ist ein wenig schwül, aber die erwarteten Unwetter bleiben aus.
22:04 Uhr
Die ersten vom Team Kastenmeier trudeln ein, der Schlepper mit der Rennmaschine ist noch irgendwo auf der A38 unterwegs.
22:34 Uhr
Uwe Götzel und sein Mechaniker, sowie der Rest des Teams Kastenmeier erreicht das Camp in Hohenmölsen.
23 Uhr: erst die Hälfte der Fahrer im Camp
22:36 Uhr
Trotz all der Strapazen, Ausfällen und weit über 1.000 Rennkilometern ist die Stimmung ausgelassen. Die 150 km in dem Tagebau von morgen scheinen kaum noch jemanden zu interessieren. Allein es bis hierher geschafft zu haben ist für alle ein Erfolg.
23:15 Uhr
Das Fahrermeeting wurde heute ausgesetzt und wurde auf morgen 9 Uhr verschoben. Grund: gerade einmal die Hälfte der Teilnehmer befindet sich derzeit im Fahrerlager.
01:04 Uhr
Moment der Ruhe: Team Kastenmeier und Team Götzel sitzen am Lagerfeuer zusammen und werten den Renntag aus..
05:32 Uhr
Noch immer kommen Teams an und bauen auf der aufgeweichten Wiese neben dem Tagebaugelände ihr Lager auf.
