Dabei ab zwei

Dabei ab zwei | 11.08.2011 | 14:00 Uhr : Telefonabzocke mit Medikamenten

Die Verbraucherzentrale in Sachsen-Anhalt warnt vor unseriösen Anbietern von Medikamenten. Meist würden dabei die Angerufenen mit preiswerten Proben geködert. Dahinter stecke aber meist das Ziel, einen langfristigen Liefervertrag zu vereinbaren.

Medikamente

Betroffen sind vor allem Senioren, denen Pillen angeboten werden für eine bessere Durchblutung oder eine Verbesserung der Konzentrationsleistung. Das böse Erwachen folgt meist kurze Zeit später, wenn weitere Päckchen und Verträge mit monatlichen Kosten von 50 bis 100 Euro auf die Betroffenen zukommen. 

Verbraucherzentrale: Widerruf schreiben

Gegenwärtig versuchen Anbieter wie Medivatis, Vitaciti, Medi-Pharm oder Helvetia vital ihre Produkte per Telefon an den Kunden zu bringen. Dabei werden sie mit supergünstigen Probepackungen geködert, die meist nicht mehr als zehn Euro für den Monatsbedarf kosten. Da die meisten Produkte aber für eine dauerhafte Anwendung entwickelt wurden, folgen danach weitere Lieferungen, samt saftigen Rechnungen. Dabei werden die mitgeschnittenen Telefonate von den Firmen als Beleg für einen vermeintlichen Vertragsabschluss genutzt, heißt es von der Verbraucherzentrale. Bezahlen die Betroffenen nicht, folgen in der Regel schnell Mahn- und Inkassoschreiben. Eine Betroffene ist Hannelore G., die eben eine solche Probepackung bestellt hatte. "Ich fühle mich über den Tisch gezogen. Ich wollte nur ein Probeabo. Doch dann kamen immer mehr Pakete", sagte die Seniorin.

Wer diesem Ärger entgehen will, dem rät die Verbraucherzentrale möglichst nachweisbar dem Vertragsabschluss für weitere Lieferungen zu widersprechen und einen Widerruf zu schreiben. Zwar könnten per Telefon Verträge geschlossen werden. Voraussetzung sei aber, dass beide Parteien bewusst Laufzeit, Kosten und Lieferrhythmus besprochen haben und den Vertragsinhalten ausdrücklich zustimmen. Die Verbraucherzentrale rät dringend darauf zu achten, wofür am Telefon eine Einwilligung gegeben wird und wann sie einer Aufzeichnung dieses Gespräches zustimmen. Die einfachste Variante, Ärger aus dem Weg zu gehen, ist, sich gar nicht erst diese Probemedikamente aufschwatzen zu lassen.

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2011, 13:09 Uhr

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