Fußball im Osten

Ostdeutsche Traditionsclubs

Ostfussball 1990

DDR-Fußballer, die im Westen erfolgreich waren

Ostdeutschen Klubs fehlt es nach der Wende an Sponsoren und so setzt 1990 eine "Völkerwanderung von Ost nach West" ein: Spieler mit Profiniveau verdingen sich im Westen.

DDR-Stürmer Andreas Thom vom BFC Dynamo, aufgenommen am 12.03.1986 vor dem Fußball-Länderspiel DDR - Niederlande (0:1) im Leipziger Zentralstadion.
Andreas Thom Der schwer gewichtige Manager Rainer Calmund von Bayer Leverkusen war es, der Andreas Thom, den "besten Fußballer, den die DDR zu bieten hatte", kurz nach dem Mauerfall als ersten Ost-Fußballer in die Bundesliga lockte. 12.000 Mark verdiente Thom pro Monat. Heute ein Trinkgeld, damals viel Geld, zumal für einen 24-Jährigen, der bis dahin bei Erich Mielkes Lieblingsverein Berliner FC Dynamo gespielt hatte. Mit Leverkusen wurde Thom DFB-Pokalsieger und mit der Nationalmannschaft 1996 Europameister. Bildrechte: dpa
DDR-Stürmer Andreas Thom vom BFC Dynamo, aufgenommen am 12.03.1986 vor dem Fußball-Länderspiel DDR - Niederlande (0:1) im Leipziger Zentralstadion.
Andreas Thom Der schwer gewichtige Manager Rainer Calmund von Bayer Leverkusen war es, der Andreas Thom, den "besten Fußballer, den die DDR zu bieten hatte", kurz nach dem Mauerfall als ersten Ost-Fußballer in die Bundesliga lockte. 12.000 Mark verdiente Thom pro Monat. Heute ein Trinkgeld, damals viel Geld, zumal für einen 24-Jährigen, der bis dahin bei Erich Mielkes Lieblingsverein Berliner FC Dynamo gespielt hatte. Mit Leverkusen wurde Thom DFB-Pokalsieger und mit der Nationalmannschaft 1996 Europameister. Bildrechte: dpa
Jörg Weißflog (li.) und Michael Ballack (re.)
Michael Ballack Der in Görlitz geborene Michael Ballack unterschrieb 1995 seinen ersten Pofi-Vertrag – beim Chemnitzer FC. Damals war er 19 und seine Mitspieler nannten ihn den "kleinen Kaiser" in Anlehnung an Franz Beckenbauer. Der talentierte junge Mann machte schnell Karriere – er spielte beim FC Kaiserslautern, bei Bayer Leverkusen, Bayern München und beim FC Chelsea London. Seit 2010 spielt er bei Bayer Leverkusen. Im Sommer 2012 lief sein Vertrag aus und wurde nicht verlängert. Am 2. Oktober 2012 beendete Ballack seine aktive Fußballerkarriere. Bildrechte: Karl Wagner
Der Dresdner Mittelfeldspieler Matthias Sammer (r.) im Zweikampf mit dem Bischofswerdaer Mittelfeldakteur Jörg Bär (1989)
Matthias Sammer Matthias Sammer gilt als einer der besten deutschen Fußballer der 90er-Jahre. Seine Karriere hatte er bei Dynamo Dresden begonnen. 1990 wechselte er zum VfB Stuttgart, später spielte er bei Inter Mailand und Borussia Dortmund. Sammer errang alle großen Titel: Er war mehrfacher deutscher Meister und Pokalsieger, Champions Legue-Sieger mit Borussia Dortmund und Europameister mit der DFB-Auswahl. 1995 und 1996 wurde er zu Deutschlands "Fußballer des Jahres" gewählt, 1996 zum besten Fußballer Europas. Nach einer langwierigen Verletzung musste er 1998 seine Karriere beenden. Nachdem er einige Jahre als Trainer arbeitete, ist Sammer heute als Sportdirektor beim DFB. Bildrechte: dpa
DDR-Stürmer Ulf Kirsten (mitte) kommt mit dem Ball vor den französischen Gegenspielern Alain Giresse (links) und Maxime Bossis zu Fall.
Ulf Kirsten "Wenn bei einem Auswärtsspiel keiner ruft 'Kirsten, du Arschloch!', dann weiß ich, dass ich schlecht bin." Aber Kirsten, der von 1991 bis 2003 für Bayer Leverkusen spielte, hat das fast immer gehört - er war einer der besten Torjäger in der Geschichte der Bundesliga. Dreimal war er "Torschützenkönig". "Dort, wo andere den Fuß wegziehen, geht Kirsten mit dem Kopf hin", sagte der Trainer Eduard Geyer einmal bewundernd. Kirsten, der 1990 letzter "Fußballer des Jahres" der DDR war, bestritt 100 Länderspiele, 49 für die DDR und 51 für die BRD. Heute ist er Trainer der 2. Mannschaft von Bayer Leverkusen. Bildrechte: dpa
Mittelfeldspieler Dariusz Wosz von Hertha BSC Berlin gehört zum 22er Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes für die Fußball-Europameisterschaft vom 10.6. bis 2.7. in Belgien und den Niederlanden. Der 30-jährige bestritt bisher 14 DFB-Länderspiele und sieben für die DDR (Stand 26.05.2000), aufgenommen am 25.05.2000.
Dariusz Wosz Darius Wosz wurde in Polen geboren. Anfang der 70er-Jahre kam er mit seinen Eltern in die DDR nach Halle und begann beim Halleschen FC mit dem Fußballspielen. Wosz galt als eines der großen Talente des DDR-Fußballs. 1991 wechselte Wosz, der für DDR sieben Länderspiele bestritt, zum VFL Bochum. Dort spielte er, unterbrochen von drei Jahren bei Hertha BSC, bis 2007. Wosz bestritt 17 Länderspiele für die DDR und die BRD und betreibt heute eine Fußballschule. Bildrechte: dpa
Rico Steinmann (geb. am 26.12.67), Mittelfeldspieler, im Verein seit 1991, Ex-Nationalspieler, 23 A-Länderspiele für die DDR. Frühere Klubs: Chemnitzer FC.
Rico Steinmann Der Mittelfeldspieler des FC Karl-Marx-Stadt galt als das größte Talent des DDR-Fußballs. Bereits mit 19 wurde er in die DDR-Nationalmannschaft berufen. Für Michael Ballack war Steinmann "das Vorbild meiner Jugend". 1991 wechselte Steinmann zum 1. FC Köln. Dort spielte er sechs Jahre lang - nicht schlecht, aber auch nicht gut genug, um in die Nationalelf berufen zu werden. 1997 ging Steinmann in die Niederlande, zu Twente Enschede. Bis 2000 war er dort beschäftigt. Heute ist Rico Steinmann Manager des Chemnitzer FC. Bildrechte: dpa
Bernd Schneider
Bernd Schneider Der 1973 in Jena geborene Bernd Schneider gab 1991 sein Profidebüt beim FC Carl Zeiss Jena in der 2. Bundesliga. Es dauerte aber einige Jahre, ehe er sich in der Mannschaft etablieren konnte. 1997 wechselte er zu Eintracht Frankfurt, drei Jahre später zu Bayer Leverkusen. Hier entwickelte sich Schneider zu einem der besten Mittelfeldspieler der "Bundesliga". Schneider, der heute noch bei der Werkself spielt, bestritt 81 Länderspiele und wurde 2002 Vizeweltmeister mit der Nationalelf. Bildrechte: dpa
Olaf Marschall
Olaf Marschall Der 1966 in Torgau geborene Olaf Marschall begann seine Fußballkarriere bei der BSG Chemie Torgau und wechselte später zu Lok Leipzig. 1990 ging er nach Österreich zu Admira/Wacker Wien. Drei Jahre später kehrte er in die deutsche Bundesliga zurück. Nach nur einem Jahr verkaufte Dynamo Dresden den Stürmer jedoch an den 1. FC Kaiserslautern. Mit dieser Mannschaft wurde Marschall 1996 DFB-Pokalsieger und 1998 Deutscher Meister. In der Saison 1998/99 schoss er das "Tor des Jahres". Bildrechte: dpa
René Adler in Aktion
René Adler René Adler wurde 1985 in Leipzig geboren, sein erster Klub war der VFB Leipzig. 2000 wechselte der Gymnasiast in die Jugendmannschaft von Bayer Leverkusen, vier Jahre später rückte er in den Bundesligakader der Werkself auf. 2007 gab Adler sein Debüt in der "Bundesliga". Adler wurde Stammkeeper und 2008 gar in den Kreis der Nationalmannschaft berufen. In einem WM-Qualifikationsspiel gegen Russland bestritt er sein erstes Länderspiel.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: Thüringen-Journal | 21.11.2010 | 19:00 Uhr.)
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Die DDR-Nationalmannschaft im Jahr 1990

Die Nationalelf der DDR war damals vielleicht so gut wie nie zuvor und besaß einige Spieler von europäischem Format. Erfolge konnte sie aber nicht mehr einfahren ...

Dirk Heyne, Torwart-Trainer beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.
Der Magdeburger Torwart Dirk Heyne wurde 1979 in die DDR-Nationalmannschaft berufen. Vom 23. August 1989 bis zum 11. April 1990 war er Stammtorwart der Auswahl und kam so auf insgesamt neun Länderspiele. Zuvor hatte er bereits 14 Nachwuchsländerspiele bestritten. Beim 1. FC Magdeburg war er 14 Jahre die unangefochtene Nummer eins im Tor. Ab 2003 war er dann Torwarttrainer bei seinem Heimatverein. Ab der Saison 2008/2009 übernahm Heyne den Trainerposten des FC Sachsen Leipzig in der Regionalliga Nord. (Aufnahme aus dem Jahr 1995) Bildrechte: dpa
Dirk Heyne, Torwart-Trainer beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.
Der Magdeburger Torwart Dirk Heyne wurde 1979 in die DDR-Nationalmannschaft berufen. Vom 23. August 1989 bis zum 11. April 1990 war er Stammtorwart der Auswahl und kam so auf insgesamt neun Länderspiele. Zuvor hatte er bereits 14 Nachwuchsländerspiele bestritten. Beim 1. FC Magdeburg war er 14 Jahre die unangefochtene Nummer eins im Tor. Ab 2003 war er dann Torwarttrainer bei seinem Heimatverein. Ab der Saison 2008/2009 übernahm Heyne den Trainerposten des FC Sachsen Leipzig in der Regionalliga Nord. (Aufnahme aus dem Jahr 1995) Bildrechte: dpa
1332267  Perry Bräutigam (geb. am 28.03.1963), Torhüter, Neuzugang vom 1. FC Nürnberg, Ex-Nationalspieler, 3 A-Länderspiele für die DDR. Frühere Klubs: 1. FC Nürnberg, FC Carl Zeiss Jena, Motor Altenburg, Lok Leipzig.
Torhüter Perry Bräutigam vom FC Carl Zeiss Jena debütierte am 25. Oktober 1989 in der Fußballnationalmannschaft der DDR, für die er bis 1990 insgesamt drei Mal auflaufen sollte. Im Dezember 1990 stand er auch im Aufgebot des ersten Länderspiels der gesamtdeutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz, jedoch ohne zum Einsatz zu kommen. Nach der Wende spielte Bräutigam beim FC Carl Zeiss Jena, beim 1. FC Nürnberg und bei Hansa Rostock. Heute ist er Torwarttrainer beim Oberligisten RB Leipzig. (Aufnahme aus dem Jahr 1995) Bildrechte: dpa
Ronny Teuber (geb. am 1.9.1965), Torhüter, Rückennummer 21 aufgenommen am 04.07.2001 beim Fototermin des Fußball-Zweitligisten in Vestenbergsgreuth.
Ronny Teuber von Dynamo Dresden war auch Torwart in der DDR-Nationalmannschaft. Neben seiner sportlichen Karriere absolvierte er ein Studium der Sportwissenschaften an der Uni Leipzig. Hier machte er seinen Abschluss zum Diplom-Sportlehrer. Nach der Wende spielte Teuber beim Borussia Dortmund, beim FC Gütersloh und bei der SpVgg Greuther Fürth. Seit dem Sommer 2010 ist Teuber Torwarttrainer beim Hamburger SV. (Aufnahme aus dem Jahr 2001) Bildrechte: dpa
Matthias Sammer (VfB Stuttgart), geboren am 05.09.1967 in Dresden, Mittelfeldspieler, DDR-Meister 1989 und 1990, Pokalsieger der DDR 1990 (alles mit Dynamo Dresden).
Matthias Sammer vom SG Dynamo Dresden stand bis 1990 insgesamt 23 Mal in der DDR-Nationalmannschaft und war mit sechs Toren erfolgreich. Er war einer der wenigen Stammspieler, die am 12. September 1990 das letzte Länderspiel der DDR-Nationalmannschaft bestritten. Als Mannschaftskapitän erzielte er beide Tore beim 2:0 im Freundschaftsspiel gegen Belgien in Brüssel. Nach der Wende spielte Sammer beim VfB Stuttgart, bei Inter Mailand und Borussia Dortmund. Seit diesem Sommer ist er Nachwuchskoordinator der U21. (Aufnahme aus dem Jahr 1992) Bildrechte: dpa
Torsten Kracht (geb. am 04.10.1967), Abwehrspieler, Rückennummer 3
Abwehrspieler Torsten Kracht vom 1. FC Lokomotive Leipzig absolvierte zwischen 1988 und 1990 zwei Länderspiele für die DDR-Nationalmannschaft. Nach der Wende spielte er weiterhin bei seinem Heimatclub, der dann in VfB Leipzig umbenannt wurde. Außerdem spielte Kracht beim VfB Stuttgart, beim VfL Bochum, bei Eintracht Frankfurt und beim Karlsruher SC. (Aufnahme aus dem Jahr 1996) Bildrechte: dpa
Hendrik Herzog (geb. am 02.04.1969), Abwehrspieler, Neuzugang von FC Schalke 04, Ex-Nationalspieler, 7 A-Länderspiele für die DDR. Frühere Klubs: FC Schalke 04, FC Berlin, Dynamo Eisleben.
Abwehrspieler Hendrik Herzog vom BFC Dynamo spielte sieben Partien in der Fußballnationalmannschaft der DDR. 1991 wechselte er in die Bundesliga zum FC Schalke 04, wo er vier Jahre lang spielte. Danach ging er zum VfB Stuttgart und nach zwei Jahren zum damaligen Aufsteiger Hertha BSC. 2001 wechselte er zur SpVgg Unterhaching, wo er 2002 seine Karriere nach diversen Verletzungen beendete. (Aufnahme aus dem Jahr 1995) Bildrechte: dpa
Mittelfeldspieler Heiko Scholz steht derzeit zwischen Baum und Borke. Denn der fast schon sichere Wechsel des 27jährigen von Bayer Leverkusen zum spanischen Erstligisten Atletico Madrid scheint doch zu platzen. Nachdem sich Scholz (7 A-Länderspiele für die DDR/1 Einsatz im DFB-Trikot) mit den Madrilenen über einen Vertrag bereits einig war, wollten die beiden Vereine über die Ablösebedingungen verhandeln. Die Leverkusener fordern für den Ex-Dresdner, der 1992 zur Bayer-Elf gekommen war und unter Trainer Stepanovic kaum noch eingesetzt wurde, eine Summe von 1,8 Millionen Mark. Doch Atletico hat sich seitdem nicht mehr gemeldet. - Foto vom 04.07.93 -
Mittelfeldspieler Heiko Scholz vom 1. FC Lokomotive Leipzig wurde 1986 in den Kader der DDR-Nachwuchsnationalmannschaft aufgenommen, für die er bis 1987 sechs Länderspiele bestritt. Am 29. April 1987 erhielte er seine erste Berufung in die A-Nationalmannschaft und bestritt bis 1990 sieben Länderspiele. Nach der Wende spielte Scholz beim 1. FC Dynamo Dresden, Bayer 04 Leverkusen, Werder Bremen, SC Fortuna Köln, SG Wattenscheid 09 und beim Dresdner SC 1898. Seit 2009 ist er Trainer beim TSV Germania Windeck. (Aufnahme aus dem Jahr 1993) Bildrechte: dpa
Rico Steinmann (geb. am 26.12.67), Mittelfeldspieler, im Verein seit 1991, Ex-Nationalspieler, 23 A-Länderspiele für die DDR. Frühere Klubs: Chemnitzer FC.
Der Chemnitzer Mittelfeldspieler Rico Steinmann galt als eines der größten Talente des DDR-Fußballs. Obwohl in der DDR noch Auswahlspieler, gelang ihm entgegen den Erwartungen der Experten nie der Sprung ins bundesdeutsche Nationalteam. Nach der Wende spielte Steinmann beim 1. FC Köln und beim FC Twente Enschede. (Aufnahme aus dem Jahr 1994) Bildrechte: dpa
Die Aufnahme vom 14.07.1991 zeigt Bernd Hobsch, Spieler beim VfB Leipzig.
Bernd Hobsch begann seine professionelle Karriere 1985 bei Chemie Böhlen in der DDR-Liga. Von 1987 bis 1991 spielte er beim 1. FC Lok Leipzig in der Oberliga, der höchsten Spielklasse der DDR. Nach der Wiedervereinigung spielte er für den Nachfolgeverein VfB Leipzig in der 2. Bundesliga. Im September 1993 gelang Hobsch der Sprung in die deutsche Nationalmannschaft, in der er ein Länderspiel gegen Tunesien bestritt. Zu einer längeren Karriere in der Nationalmannschaft kam es nicht. (Aufnahme aus dem Jahr 1991) Bildrechte: dpa
Uwe Rösler (geb. am 15.11.1968), Neuzugang von Manchester City, Stürmer, Rückennummer 20.
Der Magdeburger Stürmer Uwe Rösler (geb. am 15.11.1968) kam 1990 zu fünf Einsätzen in der Nationalmannschaft der DDR. Nach der Wiedervereinigung spielte er bei zahlreichen deutschen Vereinen. Bekannt ist er aber vor allem durch seine Zeit bei Manchester City. Rösler wurde bei den City-Fans schnell extrem populär, sein Spielstil entsprach dem eines typischen englischen Mittelstürmers: kopfballstark, körperlich robust und stets mit vollem Einsatz agierend. Im August 2010 übernahm er bis Saisonende das Traineramt beim norwegischen Verein Molde FK. (Aufnahme aus dem Jahr 1998) Bildrechte: dpa
Mittelfeldspieler Dariusz Wosz von Hertha BSC Berlin gehört zum 22er Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes für die Fußball-Europameisterschaft vom 10.6. bis 2.7. in Belgien und den Niederlanden. Der 30-jährige bestritt bisher 14 DFB-Länderspiele und sieben für die DDR (Stand 26.05.2000), aufgenommen am 25.05.2000.
Mittelfeldspieler Dariusz Wosz vom Halleschen FC bestritt zwischen 1989 und 1990 sieben Länderspiele für die Nationalmannschaft der DDR. Sein Debüt gab er 1989 in einem Freundschaftsspiel gegen Finnland. Sein siebtes und letztes Länderspiel war gleichzeitig der Abschied der DDR-Auswahl von der internationalen Fußballbühne. Am 12. September 1990 schlug das Team um Kapitän Matthias Sammer in Brüssel Belgien mit 2:0. Wosz spielte nach der Wende beim VfL Bochum, bei Hertha BSC und beim VfL Bochum. Bis Ende der Saison 2009/2010 war er Trainer beim VfL Bochum. (Aufnahme auf dem Jahr 2000) Bildrechte: dpa
Abwehrspieler Heiko Peschke vom FC Carl Zeiss Jena in einer undatierten Archivaufnahme aus der 80er Jahren.
Abwehrspieler Heiko Peschke vom FC Carl Zeiss Jena wurde 1990 Nationalspieler der DDR; er kam noch fünf Mal zum Einsatz. Peschke konnte in seinem zweiten Länderspiel, gegen Ägypten, schon seinen ersten Treffer im Nationalteam erzielen. Nach der Wende spielte Peschke beim FC Bayer 05 Uerdingen. (undatierte Archivaufnahme aus den 80er-Jahren) Bildrechte: dpa
DDR-Fußballnationalspieler Matthias Lindner vom 1. FC Lok Leipzig in einer undatierten Archivaufnahme vom März 1987.
Abwehrspieler Matthias Lindner vom 1. FC Lokomotive Leipzig bestritt 22 Länderspiele für die Fußballnationalmannschaft der DDR. Nach der Wende stieg er mit dem VfB Leipzig in die Bundesliga auf. 1997 wechselte er zum FC Carl Zeiss Jena, nach nur einer Spielzeit heuerte er beim Regionalligisten FC Sachsen Leipzig an, bei dem er 2000 seine Karriere beendete. (Archivaufnahme vom März 1987) Bildrechte: dpa
DDR-Stürmer Rainer Ernst vom BFC Dynamo, aufgenommen am 12.03.1986 vor dem Fußball-Länderspiel DDR - Niederlande (0:1) im Leipziger Zentralstadion.
Rainer Ernst vom BFC Dynamo gehörte zum Kader der DDR-Nationalmannschaft. Ab 1983 wurde er regelmäßig in der A-Nationalmannschaft eingesetzt. Er spielte sowohl im Mittelfeld wie im Angriff und erzielte in seinen 56 Länderspieleinsätzen 20 Tore. Nach der Wende spielte Ernst beim 1. FC Kaiserslautern, bei Girondins Bordeaux, AS Cannes, FC Zürich und beim FSV Salmrohr. Heute führt er ein Sportgeschäft. (Aufnahme vom 12. März 1986) Bildrechte: dpa
Der Fussball-Auswahlspieler Thomas Doll vom FC Berlin in Ost-Berlin jongliert während eines Trainings mit dem Ball. (Undatierte Aufnahme). Er wechselte nach der Saison 1989/1990 zum Hamburger SV.
Thomas Doll BFC Dynamo absolvierte zwischen 1986 und 1990 29 Spiele für die DDR-Auswahl. Von 1991 bis 1993 spielte er insgesamt 18 Mal in der deutschen Nationalmannschaft. Sein einziges Tor erzielte er 1991 im EM-Qualifikationsspiel gegen Wales. Nach der Wende spielte Doll beim Hamburger SV, bei Lazio Rom, Eintracht Frankfurt, AS Bari und beim Hamburger SV. (undatierte Aufnahme) Bildrechte: dpa
DDR-Stürmer Andreas Thom vom BFC Dynamo, aufgenommen am 12.03.1986 vor dem Fußball-Länderspiel DDR - Niederlande (0:1) im Leipziger Zentralstadion.
Stürmer Andreas Thom vom BFC Dynamo spielte zwischen 1984 und 1990 51 Mal in der DDR-Nationalmannschaft und erzielte 16 Treffer. Nach der Wende spielte er bei Bayer 04 Leverkusen, Celtic Glasgow und Hertha BSC. Seit 2010 betreut er die U17-Auswahl von Hertha BSC als Trainer. (Aufnahme aus dem Jahr 1986) Bildrechte: dpa
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DDR-Fußballnationaltrainer Eudard Geyer am 12.09.1990 im Brüsseler Constant-Vandenstock-Stadion. Die DDR-Fußballnationalmannschaft gewinnt vor 10.000 Zuschauern das letzte ihrer insgesamt 293 Länderspiele. Belgien wird mit 2:0 bezwungen
DDR-Fußballnationaltrainer Eudard Geyer am 12.09.1990 im Brüsseler Constant-Vandenstock-Stadion. Die DDR-Fußballnationalmannschaft gewinnt vor 10.000 Zuschauern das letzte ihrer insgesamt 293 Länderspiele. Belgien wird mit 2:0 bezwungen Bildrechte: dpa

Die bundesdeutsche Nationalmannschaft im Jahr 1990

Mit einem 1:0-Sieg gegen Argentinien wurde die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland am 8. Juli 1990 in Italien Fußball-Weltmeister. Teamchef war damals Franz Beckenbauer.

Andreas Möller (Eintracht Frankfurt), geboren am 02.09.1967 in Frankfurt, Mittelfeldspieler, Weltmeister 1990, DFB-Pokalsieger 1989 mit Borussia Dortmund, Vizeweltmeister mit dem deutschen U-20-Team 1987.
Mittelfeldspieler Andreas Möller von Borussia Dortmund spielte von 1988 bis 1999 in 85 Partien in der Nationalmannschaft und erzielte dabei 29 Tore. Er nahm an drei Fußball-Weltmeisterschaften teil, so auch beim Titelgewinn 1990 in Italien. Sein persönlich bestes Turnier im Nationalteam spielte er jedoch bei der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England, bei der Deutschland den Sieg holte. (Aufnahme aus dem Jahr 1992) Bildrechte: dpa
Andreas Möller (Eintracht Frankfurt), geboren am 02.09.1967 in Frankfurt, Mittelfeldspieler, Weltmeister 1990, DFB-Pokalsieger 1989 mit Borussia Dortmund, Vizeweltmeister mit dem deutschen U-20-Team 1987.
Mittelfeldspieler Andreas Möller von Borussia Dortmund spielte von 1988 bis 1999 in 85 Partien in der Nationalmannschaft und erzielte dabei 29 Tore. Er nahm an drei Fußball-Weltmeisterschaften teil, so auch beim Titelgewinn 1990 in Italien. Sein persönlich bestes Turnier im Nationalteam spielte er jedoch bei der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England, bei der Deutschland den Sieg holte. (Aufnahme aus dem Jahr 1992) Bildrechte: dpa
Jürgen Klinsmann (Inter Mailand), geboren am 30.06.1964 in Göppingen, Stürmer, Weltmeister 1990, Bronzemedaille beim olympischen Fußball-Turnier in Seoul 1988, UEFA-Pokalsieger 1991 mit Inter Mailand, Bundesliga-Torschützenkönig 1987, 88,
Jürgen Klinsmann spielte von 1987 bis 1998 in der Deutschen Fußballnationalmannschaft, mit der er 1990 Weltmeister und 1996 Europameister wurde. Er wurde zweimal zu Deutschlands Fußballer des Jahres und 1995 zu Englands Fußballer des Jahres gewählt. 2004 übernahm Klinsmann selbst das Amt des deutschen Bundestrainers und führte die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auf den dritten Platz. (Aufnahme aus dem Jahr 1992) Bildrechte: dpa
Thomas Hässler
Mittelfeldspieler Thomas Häßler spielte von 1988 bis 2000 insgesamt 101 Mal in der deutschen Nationalmannschaft. Das wohl wichtigste Tor seiner Karriere erzielte der damals beim 1. FC Köln spielende Häßler 1989 in der Qualifikation zur WM 1990. Sein Tor ebnete den Weg zur Teilnahme an der WM, bei der die bundesdeutsch Elf den Weltmeistertitel errang. (Aufnahme aus dem Jahr 1992) Bildrechte: dpa
Karlheinz Riedle (Lazio Rom), geboren am 16.09.1967 in Weiler (Allgäu), Stürmer, Weltmeister 1990, Deutscher Meister 1988 mit Werder Bremen.
Stürmer Karlheinz Riedle von Werder Bremen spielte von 1988 bis 1994 in der deutschen Nationalmannschaft. Dabei erzielte er in 42 Spielen 16 Tore. Bei der Weltmeisterschaft 1990 in Rom kam er zu vier Einsätzen, war aber hinter Jürgen Klinsmann und Rudi Völler nur Stürmer Nummer 3. (Aufnahme aus dem Jahr 1992) Bildrechte: dpa
Andreas Köpke
Torwart Andreas Köpke bestritt von 1990 bis 1998 insgesamt 59 Länderspiele in der Nationalmannschaft und nahm an drei Fußball-Weltmeisterschaften teil. Höhepunkte seiner Laufbahn waren der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien (ohne Einsatz als dritter Torhüter) und der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England. Bis 1994 spielte Köpke beim 1. FC Nürnberg, danach ging er zu Eintracht Frankfurt. (Aufnahme vom 20. Mai 1994) Bildrechte: dpa
Uwe Bein
Der größte Erfolg in Uwe Beins Karriere war der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt bestritt die drei Vorrundenspiele sowie das Viertelfinale und erzielte ein Tor gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Insgesamt kam er zu 17 Länderspieleinsätzen, in denen er drei Tore erzielte. (Aufnahme vom 22. Mai 1999) Bildrechte: dpa
Stürmer Frank Mill gehört zum Aufgebot der deutschen Fußballnationalmannschaft für das Europameisterschaftsturnier 1988 in der Bundesrepublik (aufgenommen am 24.05.1988).
Stürmer Frank Mill von Borussia Dortmund war von 1982 bis 1990 insgesamt 17 Mal für die Fußballnationalmannschaft aktiv. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 war er zwar im Kader, wurde jedoch nicht eingesetzt. (Aufnahme vom 24. Mai 1988) Bildrechte: dpa
Thomas Berthold
Abwehrspieler Thomas Berthold nahm an drei Weltmeisterschaften sowie einer Europameisterschaft teil und wurde 1990 in Italien Weltmeister. Die Anzahl seiner Länderspieleinsätze – er spielte nur 62 Mal - ist vergleichsweise gering, wenn man bedenkt, dass er bei drei Weltmeisterschafts-Endrunden Stammspieler war und insgesamt 18 WM-Spiele absolvierte. Von 1989 bis 1991 spielte Berthold beim AS Rom, danach wechselte er zum FC Bayern München. (Aufnahme vom 24. Mai 1988) Bildrechte: dpa
Rudi Völler
Stürmer Rudi Völler wurde 1990 mit der bundesdeutschen Nationalmannschaft Fußballweltmeister. Beim 1:0-Sieg gegen Argentinien im Finale von Rom war es Völler, der im Strafraum gefoult wurde. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Andreas Brehme. Von 1987 bis 1992 spielte Völler beim AS Rom. Nach seiner aktiven Laufbahn war er von 2000 bis 2004 Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft. (Aufnahme vom 22 Mai 1990) Bildrechte: dpa
Andreas Brehme
Außenverteidiger Andreas Brehme spielte von 1984 bis 1994 in 86 Länderspielen in der Nationalmannschaft. Höhepunkt seiner Laufbahn war zweifelsohne der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1990, bei der er im Finale gegen Argentinien mit seinem Elfmetertor fünf Minuten vor Ende des Spiels den entscheidenden Treffer erzielte. Von 1988 bis 1992 spielte Brehme bei Inter Mailand. Nach seiner aktiven Laufbahn war er bei mehreren Mannschaften als Trainer tätig. (Aufnahme vom 22. Mai 1990) Bildrechte: dpa
Olaf Thon
Mittelfeldspieler Olaf Thon nahm an den Fußballweltmeisterschaften 1986, 1990 und 1998 teil. Im Weltmeisterschaftsjahr 1990 kam er zwar nur zu zwei Einsätzen, ebnete allerdings als letzter Schütze mit seinem Treffer zum 5:4 im Elfmeterschießen im Halbfinale gegen England den Weg ins Endspiel. Von 1988 bis 1994 spielte Thon beim FC Bayern München, danach wechselte er zu FC Schalke 04. (Aufnahme vom 23. Mai 1990) Bildrechte: dpa
Hans Pflügler
Der Münchener Verteidiger Hans Pflügler spielte zwischen 1987 und 1990 elfmal für die Nationalmannschaft und wurde mit ihr Weltmeister. Sein letztes Spiel bestritt er im Juni 1990 in Mailand beim 1:1 gegen Kolumbien, seinem einzigen Spiel bei der Weltmeisterschaft in Italien. (Aufnahme vom 24. Mai 1988) Bildrechte: dpa
Klaus Augenthaler
Der beinharte Abwehrspieler Klaus Augenthaler spielte 27 Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Das letzte Spiel seiner Karriere war das Finale der WM 1990 in Rom, bei der das deutsche Team den Weltmeistertitel holte. Augenthaler verbrachte seine gesamte aktive Laufbahn beim FC Bayern München, danach war er bei diversen Vereinen als Trainer tätig. (Aufnahme vom 8. Juli 1991) Bildrechte: dpa
Bodo Ilgner
Bodo Illgner vom 1. FC Köln hütete im Alter von 23 Jahren 1990 das Tor der bundesdeutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Italien. Er gilt als der jüngste Torhüter, der jemals mit seiner Mannschaft Weltmeister wurde. Insgesamt wurde er zwischen 1987 und 1994 in 54 Spielen eingesetzt. (Aufnahme vom 10. Mai 1990) Bildrechte: dpa
Jürgen Kohler
Verteidiger Jürgen Kohler nahm sowohl an den Weltmeisterschaften 1990 und 1994, sowie an den Europameisterschaften 1988, 1992, 1996 teil. In seinen 105 Einsätzen gelangen ihm zwei Tore. Von 1989 bis 1991 spielte Kohler beim FC Bayern München, danach wechselte er zu Juventus Turin. (Aufnahme vom 8. Juli 1990) Bildrechte: dpa
Raimond Aumann
Torwart Raimond Aumann vom FC Bayern München gab sein Debüt in der Nationalmannschaft 1989 in einem Freundschaftsspiel gegen Irland. Sein letztes von vier Länderspielen absolvierte er ein Jahr später gegen Schweden. Hier spielte er das erste Mal über 90 Minuten. Aumann gehörte zum Aufgebot der Nationalmannschaft, die bei der WM 1990 in Italien den Weltmeister-Titel gewann. (undatierte Aufnahme) Bildrechte: dpa
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Deutsch-polnische Begegnungen

Länderspiele von 1952 bis 2014

Fußballspiele zwischen Polen und deutschen Nationalteams haben Tradition. Die DDR bestritt ihr erstes Länderspiel 1952 in Warschau und die BRD zog 1974 nach der "Wasserschlacht von Frankfurt" ins WM-Finale.

Das DDR-Länderspiel DDR - Polen in Warschau 1952.
21. September 1952, Warschau: Polen – DDR 3:0 Ihr allererstes Länderspiel überhaupt führte die DDR-Nationalmannschaft nach Warschau. Das Spiel gegen die polnische National-Elf war vor allem ein symbolisches Aufeinandertreffen, sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. "Wir wussten, dass wir durch einfühlsames Verhalten und faires anständiges Auftreten versuchen mussten, uns als Freunde aus einem neuen Deutschland zu präsentieren. Allen war klar, dass die Polen noch längst nicht vergessen hatten", erinnert sich der Kapitän der DDR-Nationalmannschaft Horst "Schere" Scherbaum. Zu ungewöhnlicher Zeit, mittags um 12 Uhr, wurde das Spiel im "Stadion der polnischen Armee" angepfiffen. 35.000 Zuschauer waren trotzdem gekommen. Bis Mitte der zweiten Halbzeit konnte die DDR-Elf das Spiel offen halten, wohl auch deshalb, weil die favorisierten Polen nicht gerade einen guten Tag erwischt hatten. Dann aber fielen binnen 20 Minuten drei Tore für den Gastgeber. Für die DDR fühlte sich die Niederlage freilich wie ein Sieg an, denn in inoffiziellen Länderspielen, die zuvor absolviert worden waren, hatte man stets haushoch verloren. "Noch nie war der Sieg so nah", schrieb das DDR-Fachorgan "Fußballwoche". Bildrechte: dpa
Das DDR-Länderspiel DDR - Polen in Warschau 1952.
21. September 1952, Warschau: Polen – DDR 3:0 Ihr allererstes Länderspiel überhaupt führte die DDR-Nationalmannschaft nach Warschau. Das Spiel gegen die polnische National-Elf war vor allem ein symbolisches Aufeinandertreffen, sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. "Wir wussten, dass wir durch einfühlsames Verhalten und faires anständiges Auftreten versuchen mussten, uns als Freunde aus einem neuen Deutschland zu präsentieren. Allen war klar, dass die Polen noch längst nicht vergessen hatten", erinnert sich der Kapitän der DDR-Nationalmannschaft Horst "Schere" Scherbaum. Zu ungewöhnlicher Zeit, mittags um 12 Uhr, wurde das Spiel im "Stadion der polnischen Armee" angepfiffen. 35.000 Zuschauer waren trotzdem gekommen. Bis Mitte der zweiten Halbzeit konnte die DDR-Elf das Spiel offen halten, wohl auch deshalb, weil die favorisierten Polen nicht gerade einen guten Tag erwischt hatten. Dann aber fielen binnen 20 Minuten drei Tore für den Gastgeber. Für die DDR fühlte sich die Niederlage freilich wie ein Sieg an, denn in inoffiziellen Länderspielen, die zuvor absolviert worden waren, hatte man stets haushoch verloren. "Noch nie war der Sieg so nah", schrieb das DDR-Fachorgan "Fußballwoche". Bildrechte: dpa
Der deutsche Mittelfeldspieler Paul Breitner (2.v.l.) jagt dem ballführenden polnischen Stürmer Robert Gadocha (vorn) hinterher.
EM-Qualifikationsspiel Polen - BRD 1971 in Warschau: 1:3 Es ging schlecht los für die deutsche National-Elf im Qualifikationsspiel für die EM-Endrunde 1972. Paul Breitner schob den Ball etwas sehr lax zu Torhüter Sepp Maier, Polens pfeilschneller Linksaußen Robert Gadocha ging munter dazwischen und schoss den Führungstreffer für die polnische "Reprezentacja". Dies war allerdings der einzige Aussetzer der bundesdeutschen Elf gegen stark aufspielende Gastgeber. Kurze Zeit später gelang Torjäger Gerd Müller der Ausgleich, in der zweiten Halbzeit, nach glänzender Vorbereitung durch Günter Netzer und Jupp Heynckes, sogar das zweite Tor. Als Jürgen Grabowski Minuten danach auf 3:1 erhöhte, war das Spiel gelaufen. Deutschland fuhr am Ende zur EM nach Belgien und holte sich dort den Titel, Polen hingegen verpasste die Endrunde. Im Bild: Paul Breitner (2.v.l.) jagt dem ballführenden Stürmer Robert Gadocha (vorn) hinterher. Bildrechte: dpa
DDR-Stürmer Peter Ducke (l) im Laufduell mit dem polnischen Abwehrspieler Jerzy Gorgon.
1.September 1972, Nürnberg: Polen – DDR 2:1 Es ging um nichts mehr, als die Mannschaften Polens und der DDR während des Olympischen Fußballturniers im letzten Spiel der Vorrundengruppe D aufeinandertrafen – sie waren nach klaren Siegen gegen Ghana und Kolumbien bereits für die Zwischenrunde qualifiziert. Trotzdem spielten beide Teams in Bestbesetzung: Polen bot die Stars Kazimierz Deyna, Robert Gadocha und Grzegorz Lato auf, die DDR Jürgen Sparwasser, Hans-Jürgen Kreische und Peter Ducke. 10.000 Zuschauer sahen allerdings ein mäßiges Spiel, dass Polen nach zwei Toren von Jerzy Gorgon, bei einem Gegentreffer von Joachim Streich, verdient mit 2:1 gewann.
Polen spielte sich bis ins Endspiel und wurde nach einem 2:1 gegen Ungarn Olympiasieger. Kapitän Kazimierz Deyna, der beide Tore im Finale geschossen hatte, wurde als bester Torjäger des Turniers ausgezeichnet.

Die DDR - nachdem sie in der Vorrunde in einem deutsch-deutschen Aufeinandertreffen die Mannschaft der Bundesrepublik mit 3:2 besiegt hatte – erreichte das "kleine Finale" gegen die UdSSR. Das Spiel geriet freilich zu einer – von den 70.000 Zuschauern mit gellenden Pfeifkonzerten begleiteten Farce: Nachdem es am Ende der regulären Spielzeit 2:2 gestanden hatte, schoben sich in der Verlängerung beide Mannschaften nur noch den Ball zu – sie wollten das Unentschieden nicht gefährden, dass beiden Bronze sicherte, da es kein Elfmeterschießen gab.
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Franz Beckenbauer (BRD) gegen Lato
3. Juli 1974, Frankfurt/Main: BRD – Polen 1:0 Dieses wichtige WM-Vorrundenspiel - Polen brauchte einen Sieg, um das WM-Finale zu erreichen, Deutschland hingegen genügte ein Remis - ging in die Geschichte der Fußballweltmeisterschaft als "Wasserschlacht von Frankfurt" ein: Anderthalb Stunden vor dem Spiel waren so heftige Regenfälle niedergegangen, dass in jedem anderen Fall das Spiel wegen Unbespielbarkeit des Platzes nicht angepfiffen worden wäre. Doch die FIFA, die den Zeitplan des Turniers gefährdet sah, bedeutete Schiedsrichter Erich Linemayr, dass das Spiel stattfinden müsse. Nachdem Feuerwehrleute versucht hatten, mit Walzen das Wasser vom Spielfeld zu schieben, pfiff Linemayr mit halbstündiger Verspätung die Begegnung tatsächlich an. Der polnischen "Reprezentacja" kosteten die miserablen Platzverhältnisse möglicherweise den WM-Titel. Sie galt als das technisch weitaus bessere Team, konnte das aber unter diesen Bedingungen nicht ausspielen. Die Pässe der Ballkünstler um Robert Gadocha, Kazimierc Deyna und Grzegorz Lato versanken immer wieder im Morast. Und so entschied ein Tor von Gerd Müller die Partie. "Bei normalen Spielverhältnissen hätten wir vermutlich keine Chance gehabt", gab Franz Beckenbauer später unumwunden zu. In Polen, wo man sich betrogen fühlte, blühten Verschwörungstheorien – es wurde etwa kolportiert, die Feuerwehr hätte Befehl gehabt, nur so zu tun, als würde sie das Wasser vom Platz entfernen. Die polnische Elf wurde nach einem 1:0 gegen Brasilien immerhin noch WM-Dritter, Deutschland gewann den Weltmeistertitel nach einem 2:1 im Finale gegen Holland. Im Bild: Franz Beckenbauer (re.) gegen Lato. Bildrechte: dpa
DDR-Torhüter Jürgen Croy (vorn) pariert den Schuß des polnischen Stürmers Andrzej Szarmach (l). Abwehrspieler Lothar Kurbjuweit (M, hinten) sichert ab.
31. Juli 1976, Montreal: DDR – Polen 3:1 1972 war Polen Olympiasieger in München geworden, vier Jahre später in Montreal stand das Team erneut im Finale des olympischen Fußballturniers. Der Gegner diesmal: die DDR. Doch die Chance, den Titel zu verteidigen, hatte das polnische Team bereits nach einer Viertelstunde verspielt – da stand es nach Toren von Hartmut Schade und Martin Hoffmann schon 2:0. Und die recht kompakt agierende DDR-Elf, aus der Hans-Jürgen Dörner, Wolfram Löwe und Reinhard Häfner herausragten, hatte vor der Pause noch Gelegenheiten für wenigstens drei weitere Tore. In der 59. Minute gelang Grzegorz Lato der Anschlusstreffer und die polnischen Spieler forcierten nun ihre Angriffe. Ein Tor gelang ihnen aber nicht mehr. Als Reinhard Häfner nach einem famosen Dribbling sechs Minuten vor dem Abpfiff das 3:1 erzielte, war das Spiel entschieden. Die DDR war Olympiasieger. "Wir waren unseren Freunden im Teamwork überlegen", konstatierte Cheftrainer Georg Buschner. Im Bild: DDR-Torhüter Jürgen Croy (vorn) pariert den Schuß des polnischen Stürmers Andrzej Szarmach (l.). Abwehrspieler Lothar Kurbjuweit (M, hinten) sichert ab. Bildrechte: dpa
Der deutsche Nationalspieler David Odonkor (M) bereitet mit seiner Flanke das 1:0 vor während des Vorrundenspiels Deutschland - Polen (1:0) am 14.06.2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Dortmund.
14. Juni 2006, Dortmund: Deutschland – Polen 1:0 90 Minuten waren gespielt in der WM-Vorrundenbegegnung der Gruppe A - und es stand immer noch 0:0. Die DFB-Mannschaft setzte zu einem allerletzten Angriff an. David Odonkor, erst in der 64. Minute eingewechselt, sprintete an der rechten Seitenlinie entlang und schlug den Ball in den Strafraum. Dort stand der in der 71. Minute eingewechselte Oliver Neuville und erzielte das Siegtor. "Der Treffer war ein bisschen glücklich, aber letztendlich hochverdient", resümierte der Mönchengladbacher, der mit seinem Treffer den Grundstein legte für das sogenannte "Sommermärchen". Vor dem Spiel war es in Dortmund zu schweren Ausschreitungen zwischen deutschen und polnischen Hooligans gekommen. Die Polizei nahm insgesamt 429 von ihnen fest – 278 deutsche und 119 polnische Randalierer. 33 Personen wurden teils erheblich verletzt. Der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte: "Es ist ein erster schlimmer Schatten auf der WM." Die deutsche Nationalelf schaffte es am Ende bis ins "kleine Finale" und bezwang Portugal mit 3:1. Die polnische Elf enttäuschte in ihren Spielen und musste nach der Vorrunde schon wieder nach Hause fahren. Im Bild: David Odonkor (mitte) bereitet mit seiner Flanke das 1:0 vor. Bildrechte: dpa
Szene aus dem Em-Qualifikationsspiel
11. Oktober 2014, Warschau: Polen - Deutschland 2:0 Drei Monate nach dem WM-Triumph in Brasilien kassierte die DFB-Elf in Warschau eine historische Niederlage: Zum ersten Mal in 18 Spielen verliert Deutschland gegen Polen. Der Weltmeister muss in der EM-Qualifikation für 2016 eine 0:2-Pleite hinnehmen, obwohl er Chancen für zwei Spiele hatte.
Beide Mannschaften schaffen letztlich die Qualifikation für die EM in Frankreich.
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DDR-Stürmer Peter Ducke (l) im Laufduell mit dem polnischen Abwehrspieler Jerzy Gorgon.
1.September 1972, Nürnberg: Polen – DDR 2:1 Es ging um nichts mehr, als die Mannschaften Polens und der DDR während des Olympischen Fußballturniers im letzten Spiel der Vorrundengruppe D aufeinandertrafen – sie waren nach klaren Siegen gegen Ghana und Kolumbien bereits für die Zwischenrunde qualifiziert. Trotzdem spielten beide Teams in Bestbesetzung: Polen bot die Stars Kazimierz Deyna, Robert Gadocha und Grzegorz Lato auf, die DDR Jürgen Sparwasser, Hans-Jürgen Kreische und Peter Ducke. 10.000 Zuschauer sahen allerdings ein mäßiges Spiel, dass Polen nach zwei Toren von Jerzy Gorgon, bei einem Gegentreffer von Joachim Streich, verdient mit 2:1 gewann. Polen spielte sich bis ins Endspiel und wurde nach einem 2:1 gegen Ungarn Olympiasieger. Kapitän Kazimierz Deyna, der beide Tore im Finale geschossen hatte, wurde als bester Torjäger des Turniers ausgezeichnet. Die DDR - nachdem sie in der Vorrunde in einem deutsch-deutschen Aufeinandertreffen die Mannschaft der Bundesrepublik mit 3:2 besiegt hatte – erreichte das „kleine Finale“ gegen die UdSSR. Das Spiel geriet freilich zu einer – von den 70.000 Zuschauern mit gellenden Pfeifkonzerten begleiteten Farce: Nachdem es am Ende der regulären Spielzeit 2:2 gestanden hatte, schoben sich in der Verlängerung beide Mannschaften nur noch den Ball zu – sie wollten das Unentschieden nicht gefährden, dass beiden Bronze sicherte, da es kein Elfmeterschießen gab. Bildrechte: dpa

Frauenfussball

Die DDR-Nationalmannschaft der Fußballfrauen

Seit 1989 gab es eine Nationalmannschaft der DDR-Fußballfrauen. Bei ihrem einzigen Länderspiel gegen die ČSFR musste sich die DDR-Auswahl mit 0:3 geschlagen geben.

DDR-Nationalmannschaft der Frauen im Fußball
Die erst 1989 ins Leben gerufene Fußballnationalelf der Frauen bestand überwiegend aus Spielerinnen der beiden erfolgreichsten DDR- Vereinsmannschaften BSG Turbine Potsdam und BSG Rotation Schlema. In der südfranzösischen Stadt Perpignan bestritt die DDR-Elf im Sommer 1990 ihr erstes und gleichzeitig letztes internationales Turnier. Bildrechte: FC Erzgebirge Aue
DDR-Nationalmannschaft der Frauen im Fußball
Die erst 1989 ins Leben gerufene Fußballnationalelf der Frauen bestand überwiegend aus Spielerinnen der beiden erfolgreichsten DDR- Vereinsmannschaften BSG Turbine Potsdam und BSG Rotation Schlema. In der südfranzösischen Stadt Perpignan bestritt die DDR-Elf im Sommer 1990 ihr erstes und gleichzeitig letztes internationales Turnier. Bildrechte: FC Erzgebirge Aue
Dietmar Männel (li.) und Bernd Schröder
Dietmar Männel (li.) und Bernd Schröder wurden 1989 zu Trainern der Nationalmannschaft berufen. Die beiden Pioniere des Frauenfußballs trainierten die beiden DDR-Spitzenvereine Turbine Potsdam (Bernd Schröder) und Rotation Schlema (Dietmar Männel). Bildrechte: FC Erzgebirge Aue
Turbine Potsdam
Turbine Potsdam stellte die eine Hälfte der DDR-Nationalmannschaft ... Bildrechte: FC Erzgebirge Aue
BSG Rotation Schlema mit Trainer Dietmar Männel (re.)
… die andere Hälfte der Mannschaft kam aus dem Erzgebirge von Rotation Schlema. Bildrechte: FC Erzgebirge Aue
Spielszene BSG Rotation Schlema
Dietmar Männel (re.) während der Vorbereitung auf das Länderspiel gegen die ČSFR im Mai 1990 in der Sportschule Leipzig. Bildrechte: FC Erzgebirge Aue
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Über dieses Thema berichtete der MDR im TV:

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Sport im Osten | 04.04.2015 | 16:30 Uhr