Jürgen Wenzel gibt in seiner erschütternden Biographie Einblick in das menschenverachtende DDR-Justizsystem. Mit 17 will er abhauen und landet im Knast. Eine Odyssee beginnt.
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Schreie, Tobsuchtanfälle, urplötzlich schnelle Schritte: Paul Werner Wagner schildert Geräusche im Stasi-Untersuchungsgefängnis. Er war beim Fluchtversuch gefasst worden.
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In "Bautzen II" saßen ab 1956 mehr als 2.800 politische Häftlinge der DDR ein: Ob nun DDR- Staatsbürger oder Ausländer, die wegen Spionage oder sonstiger Delikte in das Räderwerk der Diktatur geraten waren.
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"Von heute auf morgen wurde die Verpflegungsration halbiert", erinnert sich Schriftsteller Walter Kempowski an seine achtjährige Haftzeit von 1948 bis 1956 in Bautzen.
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Gunther Junkert geht es wie vielen anderen auch: Er wird nicht von einem Wildfremden denunziert, sondern von einem seiner besten Freunde. Auf einer Geburtstagsfeier fädelt die Stasi seine Verhaftung ein.
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1955 wurde der West-Journalist von einem Agentenpärchen betäubt und nach Ost-Berlin verschleppt. Monate lang wurde er von der Staatssicherheit verhört und letztendlich zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt.
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Rund 200.000 Menschen waren in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert - eine Tatsache, die die Staatsführung stets leugnete. Politische Häftlinge gab es offiziell nicht.
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"Ab nach Bautzen!" Dieses geflügelte Wort galt als schlimmste Drohung für den, der sich mit dem Staat anlegte. "Bautzen II" war die meistgefürchtete Haftanstalt der DDR.
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Strafgefangene und Bausoldaten mussten während der DDR in der Chemieproduktion in Bitterfeld, Schkopau und Leuna arbeiten. Die Arbeitsbedingungen hat Justus Vesting in einem Buch beschrieben.
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