Die Todesstrafe in der DDR

Ein dunkles Geheimnis Die Zentrale Hinrichtungsstätte der DDR

Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
Hinter diesen Mauern im Herzen von Leipzig verbarg sich ein dunkles Geheimnis der DDR: die Zentrale Hinrichtungsstätte. Im Namen des Volkes wurde hier getötet. Eine Tafel am Eingang erinnert an die 64 Menschen, die hier von 1960 bis 1981 hingerichtet worden sind. Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
Hinter diesen Mauern im Herzen von Leipzig verbarg sich ein dunkles Geheimnis der DDR: die Zentrale Hinrichtungsstätte. Im Namen des Volkes wurde hier getötet. Eine Tafel am Eingang erinnert an die 64 Menschen, die hier von 1960 bis 1981 hingerichtet worden sind. Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
In der Bundesrepublik war 1949 mit der Verabschiedung des Grundgesetzes die Todesstrafe abgeschafft worden. In der DDR war sie bis 1987 als höchstes Strafmaß verankert. Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
Im angrenzenden Gefängnis war für ca. 500 Gefangene Platz: Mörder, Raubmörder, Vergewaltiger, aber auch minder schwere Jungs. Kaum einer ahnte, dass unmittelbar unter ihnen Todesurteile vollstreckt wurden. Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Stahltür einer Zeller der Strafvollzugsanstalt in Leipzig
Nirgendwo findet sich ein Hinweis, warum die Hinrichtungsstätte nach Leipzig zog. Vermutlich spielten einfach nur praktische Erwägungen eine Rolle, denn seit Mitte der 1950er-Jahre stand die Wohnung des Hausmeisters in der Haftanstalt leer. Abgeschottet im Erdgeschoss, bot sie sich in ihrer Unscheinbarkeit geradezu an. Bildrechte: IMAGO
Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
In diesem Raum wurde Manfred Smolka enthauptet. Der Tod des jungen Grenzsoldaten hat bei seinen Geschwistern bis heute tiefe seelische Wunden hinterlassen. Als der Vater im Krieg verschollen bleibt, unterstützt Manfred Smolka seine Mutter und seine jüngeren Geschwister. "Schon als Fünfjähriger habe ich ihn als meinen Vater gesehen", erzählt sein Bruder Roland. Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
Nach einer Dienstanweisung von 1954 hat der Todeskandidat einen letzten Wunsch frei, sofern der Wert der Waren 10 Mark nicht übersteigt: Manfred Smolka entscheidet sich für einen Abschiedsbrief: "Meine Lieben, wenn es Euch möglich ist, möchte ich eine Erdbestattung und meine letzte Ruhestätte in Westdeutschland haben, denn ich hatte mich ja mit meinem Leben für Westdeutschland entschieden." Doch die Familie erhält den Brief erst nach der Wende. Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Fallschwert-Maschine
Die Guillotine hieß in der DDR Fallschwert-Maschine, war 2,32 Meter hoch und 500 Kilogramm schwer. Allein in Leipzig wurden 34 Menschen mit solch einem Fallbeil getötet. 15 Minuten vor der Hinrichtung band der Henker dem Todeskandidaten die Arme an den Körper, dann führte er ihn in den Hinrichtungsraum. Der erste Henker war vermutlich derselbe, der schon in Dresden die Hinrichtungen durchgeführt hatte: Walter Böttcher. Er lebte in Berlin und pendelte für 100 Mark pro Hinrichtung zu den Exekutionen. Bildrechte: MDR/Gedenkstätte Münchner Platz
Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
Das Leipziger Museum "Runde Ecke" erwarb nach der Wende einen Denkmalstatus für den historischen Ort. "Die sächsische Staatsregierung hat vor über zehn Jahren beschlossen, diesen Ort als justizgeschichtlichen Erinnerungsort zu entwickeln. Wir haben im Auftrag ein entsprechendes Konzept entwickelt, was vom Bund für gut befunden worden ist, so dass die hälftige Finanzierung vom Bund zugesagt worden ist. Nur der Freistaat gibt sein Geld bis heute nicht. Und da fühlen wir uns schon etwas sehr im Stich gelassen, denn diese Finanzierung ist zwingend notwendig, damit hier dieser Ort endlich vom weiteren Verfall bewahrt werden kann", so Tobias Hollitzer, Leiter des Museums "Runde Ecke". Bildrechte: MDR/Stephan Flad
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Dreharbeiten in der ehemaligen Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Strasse in Leipzig
Hinter diesen Mauern im Herzen von Leipzig verbarg sich ein dunkles Geheimnis der DDR: die Zentrale Hinrichtungsstätte. Im Namen des Volkes wurde hier getötet. Eine Tafel am Eingang erinnert an die 64 Menschen, die hier von 1960 bis 1981 hingerichtet worden sind. Bildrechte: MDR/Stephan Flad