Spielfilm DDR 1964 : Der geteilte Himmel
DDR 1964
Konrad Wolfs Verfilmung des gleichnamigen Romans von Christa Wolf erzählt eine tragische Liebesgeschichte, die sich unter dem Vorzeichen der deutsch-deutschen Teilung abspielt.
Eine Liebesgeschichte vor dem Bau der Mauer: Rita Seidel lernt den zehn Jahre älteren Chemiker Manfred Herrfurth kennen, die beiden verlieben sich ineinander. Manfred holt Rita zu sich nach Halle in seine gemütliche Dachwohnung und Rita beginnt vor ihrem geplanten Lehrerstudium ein Praktikum in einer Waggonfabrik. Sie leben sehr romantisch und alles scheint gut zu laufen.
Allmählich zeigt sich, dass beide sehr unterschiedliche Ansichten über die politische Situation der beiden deutschen Staaten haben. Manfred ist mit den Umständen in der DDR unzufrieden. Immer wieder wird sein neu entwickeltes Verfahren im Betrieb aus politischen Gründen nicht anerkannt. Manfred kann mit der kollektiven Ausrichtung des Staates nichts anfangen, ihm ist die eigene Karriere wichtiger als das kollektive Gut.
Rita hingegen beurteilt die Situation in der DDR zwar überaus kritisch ist aber bereit, mit all ihr zur Verfügung stehenden Kraft den Sozialismus zu stärken. Das Ende der Liebe der beiden ist nicht mehr aufzuhalten, als Manfred sich für seinen beruflichen Erfolg in den Westen absetzt. Rita folgt ihm zwar kurze Zeit später, fühlt sich aber in der kalten und unpersönlichen Atmosphäre in Westberlin nicht wohl, so kehrt sie schließlich in die DDR zurück.
Der Film und das Buch
Konrad Wolf verfilmte originalgetreu Christa Wolfs gleichnamige Erzählung, die 1963 erschien. "Der geteilte Himmel" war ein großer literarischer Erfolg, innerhalb weniger Monate wurden in zehn Auflagen 160.000 Exemplare verkauft. Der Roman wurde in 13 Sprachen übersetzt, es gibt sogar eine finnische und eine japanische Ausgabe,.
Allerdings löste die Geschichte auch heftige politische Debatten aus. Christa Wolf wurde von vielen Seiten angegriffen. So schrieb beispielsweise ein Kritiker 1963 in der in Halle erscheinenden Zeitung "Freiheit": "Christa Wolf spinnt an einigen Stellen und Figuren den Faden dekadenter Lebensauffassung in unserer sozialistischen Entwicklung. Und das hinterlässt beim Leser das Gefühl, dass hier eine noch zwiespältige Autorin versucht, unvereinbare Ideologien miteinander zu verbinden."
Stab:
Regie: Konrad Wolf
Buch: Christa Wolf, Gerhard Wolf, Konrad Wolf, Willi Brückner und Kurt Barthel, nach dem Roman von Christa Wolf
Kamera: Werner Bergmann
Musik: Hans-Dieter Hosalla
Besetzung:
Rita Seidel - Renate Blume
Manfred Herrfurth - Eberhard Esche
Rolf Meternagel - Hans Hardt-Hardtloff
Ernst Wendland - Hilmar Thate
Erwin Schwarzenbach - Günther Grabbert
Elfriede Herrfurth - Erika Pelikowsky
Ulrich Herrfurth - Martin Flörchinger
Martin Jung - Horst Jonischkan
Sigrid - Petra Kelling
Günter Ermisch - Horst Weinheimer
u.a.



