Ein Digitalradio wird bedient
Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Jenseits der Marktkonkurrenz: MDR und R.SA kooperieren bei der Verbreitung über DAB+

Der Mitteldeutsche Rundfunk stellt in seinem sächsischen Digitalradiomultiplex Übertragungskapazität für das private Hörfunkprogramm R.SA zur Verfügung.

Ein Digitalradio wird bedient
Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Ziel der Kooperation ist es, die Marktentwicklung von Digitalradio zu fördern und so die Digitalisierung des letzten analogen Verbreitungswegs im Rundfunk voranzutreiben. In dem auf 18 Monate angelegten Pilotprojekt werden zudem die notwendigen Voraussetzungen für eineneigenständigen privaten Digitalradiomultiplex in Sachsen untersucht.

Dr. Ulrich Liebenow, MDR-Betriebsdirektor und Leiter der ARD-Arbeitsgruppe Digitalradio: "Bei aller Konkurrenz als Programmanbieter im Radiomarkt sehen wir hier eine gemeinsame Herausforderung: MDR und R.SA eint das Bestreben, der Gattung Radio aus der heute überwiegend analogen UKW-Verbreitung einen Weg in die digitale Zukunft zu ebnen. Das wollen wir auf der technischen Ebene gemeinsam angehen."

Die ARD hat in ihrer Digitalradiostrategie betont, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen aller Marktbeteiligten für den Erfolg von DAB+ ist. Für Liebenow ist die Kooperation mit R.SA dafür der praktische Beweis. "Wie andere Landesrundfunkanstalten hat der MDR seine Netze in den letzten Jahren konsequent ausgebaut. Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn sich nun auch in Sachsen private Veranstalter regional engagieren."

Rainer Poelmann, Sprecher der Geschäftsführung REGIOCAST GmbH & Co.KG.: "Wir freuen uns, dass wir im Rahmen des Pilotprojektes der Sächsischen Landesmedienanstalt die Chance bekommen, zu überprüfen, ob wir mit DAB+ die UKW-Versorgungslücken von R.SA in Sachsen schließen können. Dabei gilt unser besonderer Dank den Verantwortlichen des MDR, die uns Sendekapazitäten auf ihrem regionalen DAB+ Multiplex für dieses Projekt zur Verfügung stellen. Dies ist ein Novum und zeigt, dass hier ein gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Herausforderungen entsteht. Wir haben immer gesagt, dass es gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten braucht, um DAB+ zum Erfolg zu führen."

Die Digitalradioausstrahlung von R.SA wird am 15. Februar 2016 starten.

Grundlage für die Kooperation ist ein durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) begleitetes Pilotprojekt. In den kommenden anderthalb Jahren soll durch eine langfristige Studie evaluiert werden, ob DAB+ Versorgungslücken im UKW-Bereich schließen kann. R.SA ist als einziger landesweiter sächsischer Sender in einigen Teilen des Freistaats über UKW nicht empfangbar. Die Sendernetzbetreiberin Media Broadcast GmbH unterstützt das Vorhaben und begleitet die Partner mit eigenen Ressourcen.

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2016, 10:00 Uhr