Aktuelle MDR-Dokfilme beim Festival : Filmreihe "Best of MDR"
Der MITTELDEUTSCHE Rundfunk ist an der Produktion vieler herausragender Dokumentarfilme beteiligt. Jährlich zeigt DOK Leipzig eine kleine Auswahl im Programm. Die Themen? Weitefächert: vom Bau eines umstrittenen Einkaufscenters in einer polnischen Plattenbausiedlung über einen kleinen Bären als "Kriegsmaskottchen" bis hin zur Aufarbeitung eines in der DDR lange tabusierten Themas.
Im Schatten des GULAG – Als Deutsche unter Stalin geboren
von Loretta Walz, Deutschland 2011 (88 min.)
Acht Frauen und Männer erinnern sich an ihre Kindheit im Schatten des Gulag. Fast alle von ihnen kamen in der Sowjetunion zur Welt, und ihre deutschen, meist jüdischen Eltern wurden während der stalinistischen Säuberungen verfolgt oder ermordet. In ihrer zweiten Heimat – der DDR – wird ihnen einerseits verboten über ihre Vergangenheit zu sprechen. Andererseits fürchten sie, dass nicht nur ihre sowjetische Heimat, sondern auch die kommunistischen Ideale ihrer Eltern in Misskredit gerieten, wenn über das Schicksal ihrer Familien gesprochen würde.
In Interviews, begleitet von Archivmaterial und persönlichen Erinnerungsstücken, zeichnet Loretta Walz, 2006 für "Die Frauen von Ravensbrück" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, ein weitgehend unbekanntes Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte nach. Co-Autorin Des Films ist Annette Leo. Die Historikerin sagt, sie habe "natürlich das Tabu" interessiert, das in der DDR mit diesem Thema deutsch-sowjetischer Geschichte verbunden war.
Kümmel baut
von Paul Hadwiger, Deutschland 2011 (93 min.)
Fünf Jahre Leben für ein Shopping Center. Fünf Jahre mit Bauherren und Anwohnern. Fünf Jahre zwischen Deutschland und Polen. Fünf Jahre bis zur "Neuen Welt": Einst baute Hermann Kümmel ein Schulhaus in Nicaragua – das war in den 80er-Jahren. Heute arbeitet der gebürtige Hesse in Rzeszów im Osten Polens. Mitten in einer Plattenbausiedlung soll das Einkaufszentrum "Neue Welt" entstehen. Das Projekt ist umstritten, doch die Verträge sind längst geschlossen, die Baufahrzeuge rollen an …
Mit seinem Team hat Regisseur Paul Hadwiger das Bauvorhaben über fünf Jahre hinweg begleitet. Er trifft Bauherren und Anwohner, verfolgt ihre Geschichten. Bei aller Unterschiedlichkeit der Interessen vereint sie die Frage, wie man leben will. Hadwiger porträtiert dabei nicht nur die Bauherren und Investoren, sondern auch die Menschen, die direkt vom Bau betroffen sind: Hier liegt das Durchschnitts-Einkommen bei 200-250 Euro. Viel Platz für Konsum ist da nicht. Oder?
Wojtek – Wie ein Bär in den Zweiten Weltkrieg zog
von Will Hood und Adam Lavis, Großbritannien 2011 (60 min.)
Als kleiner verlassener Bär wird Wojtek 1942 von einer Gruppe Polen im Iran entdeckt und mitgenommen. Die jungen Männer gehören zu den 1,7 Millionen polnischen Vertriebenen, die aus ihrer zerrütteten und kriegsgebeutelten Heimat fliehen müssen. Die meisten haben weder Essen noch Schuhe, sind ohne jegliches Hab und Gut unterwegs – auf der Flucht vor den deutschen Soldaten, mit dem Ziel, sich den alliierten Truppen anzuschließen. Dabei erscheint Wojtek zunächst als Last. Doch bald spüren die mittellosen Polen eine innere Verbindung zu der tapferen kleinen Kreatur, die einen starken Überlebenswillen zeigt. Und obwohl sie selbst wenig haben, was sie ihm geben könnten, nehmen sie ihn mit – von einem Kriegsschauplatz zum nächsten ...
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Termine bei DOK Leipzig:
Im Rahmen des Filmfestivals DOK Leipzig können Sie die genannten MDR-Produktionen im Kinosaal erleben.
Im Schatten des GULAG – Als Deutsche unter Stalin geboren
Wo? Passage Kinos Leipzig, Filmeck
Wann? 21.10.11, 14:00 Uhr
Kümmel baut
Wo? Passage-Kinos Leipzig, Filmeck
Wann? 19.10.11, 11:00 Uhr
Wojtek – Wie ein Bär in den Zweiten Weltkrieg zog
Wo? Passage-Kinos Leipzig, Wintergarten
Wann? 22.10.11, 14:30 Uhr
