DOK-Thema | Realität und Zukunft : Cross-Media: Neue Wege für den Dokfilm
Was haben Web-Designer, Produktmanager und Spiele-Entwickler mit Dokumentarfilmen zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Doch der Eindruck trügt, denn genau diese Menschen und ihre Ideen könnten die Zukunft des Genres sein. Der MDR zeigt, wie das gehen kann.
"Crossmedia" heißt das Zauberwort. Beim Leipziger Dokfestival tauschen sich Experten aus den verschiedenen Branchen darüber aus, welche Erfahrungen sie mit der Verknüpfung vor allem von Film und Internet gemacht haben und wie man diese für Dokumentationen und Dokumentarfilme nutzen kann - oder vielleicht bald nutzen muss, wenn man ganz vorn dabei sein will.
Das Internet - auch für Dokfilmer unverzichtbar
Dokumentarfilme werden selten so finanzkräftig produziert und vermarktet wie Hollywood-Produktionen, trotzdem: Die Online-Vermarktung der Filme bietet zahlreiche neue Möglichkeiten, nicht nur aus finanzieller Sicht. Das Leipziger Dokfestival will Filmemachern anhand von Workshops und Präsentationen vermitteln, welche neuen Wege und Ideen hierzu entwickelt wurden. Ebenso werden neue Modelle wie "Crowdfunding" vorgestellt, die die Finanzierung unabhängiger Projekte ermöglichen sollen und die das Internet intensiv mit einbeziehen. Doch die neuen Möglichkeiten bedeuten auch ein anderes Herangehen der Filmemacher an ihre Idee, ihr Material, denn schon bei der Ideenausarbeitung zum Film muss bedacht werden, wie man den Film in andere Medien hinein "weiterentwickeln" kann.
Der MDR stellt sich neuen Herausforderungen
Bei diesen Überlegungen entstehen neue dokumentarische Formen, die weit über die Ausstrahlung im Kino oder Fernsehen hinaus gehen. Der MDR hat sich mit seinen multimedialen Projekten diesen neuen Herausforderungen und Möglichkeiten gestellt.
Für ARTE und Das Erste entstand zum 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer ein aufwendiger Dokumentarfilm. Parallel zum Filmprojekt entstand die Web-Dokumentation "Geheimsache Mauer", die weit mehr Informationen bereit hält, als der dazugehörige Dokumentarfilm in 90 Minuten zeigen kann. Ein Zeitstrahl lädt zu einer interaktiven Zeitreise ein. Interviewmaterial aus hundert Stunden Aufnahmen von Zeitzeugen, Originaldokumente aus unterschiedlichsten Archivquellen sowie Fotogalerien zeigen anschaulich Schlüsselereignisse aus 28 Jahren Mauergeschichte. Um dieses Projekt fachgerecht umzusetzen, hat der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK eine neue Form der Zusammenarbeit erfolgreich erprobt: Die Web-Doku wurde von der trimedialen Redaktion des Geschichtsprojekts "Damals im Osten" erarbeitet.
Von der TV-Doku zur Web-Doku: Präsentation bei DOK Leipzig
Wie genau diese Web-Dokumentation entstanden ist, will der MDR beim DOK-Festival zeigen. Die Präsentation rekonstruiert die einzelnen Arbeitsschritte der zeitgleich laufenden Produktionen, mit sehr unterschiedlichen inhaltlichen und dramaturgischen Ansätzen. Und wie es sich für ein medienübergreifendes Projekt gehört, kommen auch die verschiedenen Fachbereiche zu Wort, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben. So schildern der stellvertretende MDR-Chefredakteur Wolfgang Fahndrich, der Verantwortliche Redakteur für den Film, Ulrich Brochhagen, und die Online-Expertin Lucie Lisiewicz-Barth, welche neuen Wege mit der Web-Dokumentation beschritten wurden.
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