DOK Leipzig | MDR-Special Screening : "Meine Familie, die Nazis und Ich"
Menschen, deren Familiennamen Grauen erwecken
In einem "Special Screening" zeigt DOK Leipzig einen bewegenden Film zu einem komplexen Thema: "Meine Familie, die Nazis und Ich" zeigt die Nachfahren des Hitlerregimes über 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wie gehen sie mit diesem Erbe um?
Hitler selbst hatte keine Kinder, die Familie von Joseph Goebbels starb mit ihm im Führerbunker. Doch was ist mit den Kindern der anderen Mitglieder der Führungsriege des Naziregimes? Was ist mit den Nachfahren von Göring, Himmler oder Ribbentrop?
Erinnerungen vor laufender Kamera
Diese Fragen stellte sich auch der israelische Filmemacher Chanoch Ze'evi. Für seinen Film konfrontierte er die Nachkommen der Täter und die Nachkommen der Opfer des Holocaust miteinander. Über viele Jahre weigerten sich Kinder und Enkel von Hitlers engsten Vertrauten, Interviews vor laufender Kamera zu geben. Zu tief saßen auch bei ihnen noch die Erinnerungen, der Schrecken und vielleicht auch die Schuldgefühle über das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Doch nun, 65 Jahre nach dem Ende der Nazi-Verbrechen willigten sie ein, sich für die MDR-Koproduktion "Mein Familie, die Nazis und Ich" vor der Kamera zu äußern.
Namen, die für alle Zeit mit dem Genozid verbunden sind.
Dabei entstand ein Film, der zeigt, wie die Nachfahren der Mächtigen der Nazi-Zeit ihr Erbe tragen, wie sie damit umgehen, mit einen Namen leben zu müssen, der für alle Zeit mit dem Schrecken des Genozid in Verbindung stehen wird und wie sie selbst zu eben jenen Verbrechen stehen, wie viel Schuld sie bei sich selbst suchen. Außerdem zeigt Ze'evi wie sich die Leben und Probleme der Nachfahren von Tätern und Opfern trotz allem ähneln. Ihre Gemeinsamkeit: Beide sind Teil der gleichen Geschichte.
Völkerverständigung und Vermittlung
Für den Regisseur Chanoch Ze'evi aus Israel ist "Meine Familie, die Nazis und Ich" nicht der erste Film, in dem er sich mit Problemen der Völkerverständigung und dem Versuch der Vermittlung beschäftigt. In "Nadias Friends" (2005) beispielsweise begibt er sich auf die Suche nach seiner Schulfreundin Nadia, ein arabisch-muslimisches Mädchen. Zu Schulzeiten gab es keinerlei kulturelle Probleme, doch bei seiner Suche 24 Jahre später ist die Situation hier grundlegend anders. Noch bevor "Nadias Friends" abgedreht war, wurde Ze'evi 2005 dafür mit dem Förderpreis der Jüdischen Gemeinschaft Berlin ausgezeichnet.
Filmdaten
Regie: Chanoch Ze'evi
Produktion: Maya Productions, Israel
Land: Israel, Deutschland
Jahr: 2011
Laufzeit: 80:00 min
Eine Koproduktion des MDR
Der Dokumentarfilm "Meine Familie, die Nazis und Ich" ist in Koproduktion mit dem MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK entstanden. Er wird bei DOK Leipzig in einem MDR-Special Sreening gezeigt. Die Premiere des Films wird im November auf dem "idfa", dem Dokumentarfilmfestival in Amsterdam stattfinden. bei DOK Leipzig können sich alle Interessierten den Film exklusiv schon vorab ansehen.
MDR-Special Screening
"Meine Familie, Die Nazis und Ich"
18. Oktober, 17:30 Uhr, CineStar Saal 7
