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DOK Leipzig | Retrospektive : "Bestandsaufnahme 1961- Die Welt, als sie sich teilte"

1961? In der deutschen Erinnerung vor allem das Jahr des Mauerbaus. Der Satz von Walter Ulbricht: "Niemand will eine Mauer bauen" spukt vielen Menschen noch durch den Kopf. Doch der Mauerbau war nur eines von zahlreichen geschichtsträchtigen Ereignissen. Zu sehen in Filmen von Großmeistern wie István Szabó, Jean Rouch oder Robert Drew!

Die Festivalmacher sind genau diesen Fragen nachgegangen. Unter der Leitung von Kurator Ralph Eue ist eine beeindruckende Filmsammlung entstanden, die in dieser Form das erste Mal zu sehen sein wird. Gezeigt werden Filme, die in den Jahren 1960-1962 gedreht bzw. uraufgeführt wurden. Dabei werden Filme von großen Regisseuren wie István Szabó, Jiří Menzel oder Direct-Cinema-Pionier Robert Drew zu sehen sein.

Blick über den Tellerrand aus Tradition

Szene aus dem Film "J´ai huit ans - Ich bin acht Jahre alt"
Film: J´ai huit ans - Ich bin acht Jahre alt

Ganz in der Tradition des Dok-Festivals wollen die Kuratoren auch bei der Retrospektive als "Fenster zur Welt" fungieren. Deswegen spielt zwar die Berliner Mauer eine zentrale Rolle in der Schau, doch der Blick geht über den ganzen Erdball.

Der Widerstand gegen die französischen Kolonialisten in Algerien, Rassismus in den USA sowie das  Leben auf Kuba nach der Revolutionen spiegeln nur eine kleine Auswahl der Themenbandbreite.

"Wir wollen damit den Blick weiten. Die Welt, in die damals diese Mauer gesetzt wurde - wie war die? Und was hat wiederum die Mauer in dieser Welt bewirkt?"

Dr. Grit Lemke, Dok-Programmchefin

In insgesamt acht Kategorien haben die Kuratoren die Filme eingeteilt. Damit soll ein breiter Einblick gewährt werden in die sozialen, politischen und historischen Veränderungen der Zeit. Dieser Blick geht - inhaltlich wie filmisch - weit über die Grenzen der klassischen Berichterstattung hinaus.

Neue Technik - neue Möglichkeiten

Szene aus dem Film "Wenn ich erst zur Schule geh"
Szene aus dem Film "Wenn ich erst zur Schule geh"

Den Regisseuren und Filmemachern der Zeit kam damals auch eine technische Neuerung zugute: Eine neue leichte Generation von Kameras stand den Filmern zur Verfügung, die parallel Ton- und Bild-Aufnahmen leisten konnte. Für die Regisseure und Kameramänner bedeutete das, dass sie noch näher an die Szenen des Lebens heran kamen. Das sogenannte "Direct Cinema" war geboren. Übrigens: Der 87-jährige Robert Drew, ein Pionier dieser Gattung, wird seinen legendären Film "Crisis: Behind a presidential commitment" höchstpersönlich beim Festival vorstellen.


DOK-Leipzig-Retrospektive | Interview: Kurator Ralph Eue über die Retrospektive "1961"

"61 - Die Welt, als sie sich teilte": Der Kurator der Retrospektive erklärt, was an diesem Jahr so spannend ist, wie frei ungarische Filmemacher waren, und was die Retrospektive mit isolierten Tiefenbohrungen zu tun hat. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2011, 11:30 Uhr

Robert Drew - Ein Altmeister

87 Jahre alt und noch gar nicht müde - Robert Drew stellt seine Filme höchstpersönlich vor. Erstmals wird der US-Amerikaner in Leipzig sein und nimmt sich bei einem DOK TALK Special Zeit für alle Fragen.

Diskussionsrunde:

22.10.2011 | 15:30-17:00 Uhr
Polnisches Institut Leipzig

Filme:

Crisis
21.10.2011 | 14:30 CineStar 6

Primary
22.10.2011 | 14:30 CineStar 7

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