Lebensläufe | MDR FERNSEHEN | 14.06.2012 | 23:10 Uhr : Lutz Jahoda - mit Lust und Liebe
Lutz Jahoda - mit Lust und Liebe
Lutz Jahoda ist ein Entertainer der klassischen Prägung. Er liebt seinen Beruf und er liebt sein Publikum. Immer alles geben, sorgfältig in der Ausführung des Handwerks, leidenschaftlich in der Darbietung, perfekt im Äußeren - danach hat er immer gearbeitet. Ein Gentlemen - oft verglichen mit Peter Alexander - immer neugierig geblieben und jüngst zum Romanautor avanciert.
Der bald 85-jährige Entertainer wurde in Brno, Tschechien, geboren und wurde zunächst Einzelhandelskaufmann. Nebenbei trat er schon als Kleindarsteller auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er in Wien Schauspielunterricht, zog später nach Berlin und bekam hier eine Rolle am "Theater am Nollendorffplatz". Damit war der Grundstein für seine Kariere gelegt, obwohl Jahoda auch gern Journalist geworden wäre.
Als jüngster Operettenbuffo im deutschsprachigen Raum spielte Jahoda 1947 am "Theater der Altmark" in Stendal Hauptrollen im Operettenfach. Dann führte es ihn zum Volkstheater Halberstadt, Zimmertheater Garmisch-Partenkirchen und 1955 ins Operettenhaus Leipzig. Von nun an arbeitete er auch für das DDR-Fernsehen als Sänger und Textautor.
Der freischaffende Autor, Sänger und Schauspieler arbeitete für den Rundfunk, das Fernsehen und Schallplattenfirmen. Er trat im Friedrichstadtpalast Berlin auf und erhielt 1961 an der Seite von Horst Drinda seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm "Das verhexte Fischerdorf". Noch bekannter wurde er durch seine eigene Fernsehshow "Mit Lutz und Liebe". Gemeinsam mit Heinz Quermann gestaltete er die Show erfolgreich als Autor, Moderator und Sänger. Einen weiteren Klassiker des DDR Fernsehens - "Der Wunschbriefkasten" - moderierte er zusammen mit Heidi Weigelt.
Doch auch als Schauspieler überzeugte Jahoda in der Rolle des Intendanzhauptmanns Leopold von Vrbata im Fernsehdreiteiler "Abschied vom Frieden". Hier spielte er an der Seite von Angelica Domröse, Angelika Waller und Manfred Krug. Er gestaltete auch Rundfunksendungen als Autor und Moderator und übersetzte im Auftrag Prager Schallplattenfirmen tschechisches Liedgut ins Deutsche.
Neustart nach der Wende
Mit dem Ende der DDR veränderte sich wie für viele Ostdeutsche auch Jahodas Berufsleben. Er moderierte bis Mitte der 1990er-Jahre noch einige große Musiksendungen. Zwischen 1995 und 2002 trat er unregelmäßig in einigen Fernsehproduktionen für den neu gegründeten Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) auf. Als Autor und Moderator arbeitete er für den Berliner Sender Radio 50plus, zog sich trotzdem aber immer mehr ins Privatleben zurück. Von 1994 bis 2009 war er Vorsitzender des Paul-Nipkow-Teleclubs e.V. Der Verein bestand aus ehemaligen Fernsehmitarbeitern des DFF. Sie kümmerten sich um den Adlershofer Nachlass und organisierten die Ausstellung "Es gab nicht nur den Schwarzen Kanal". Die Präsentation erfuhr großes Publikumsinteresse. 2009 wurde der Verein aufgelöst und einige Mitglieder wechselten zum Förderverein des Sender- und Funktechnikmuseums Königs Wusterhausen. Hier kann man heute noch Exponate der einst größten Fernsehanstalt Europas sehen.
Lutz Jahoda lebt in sechster Ehe mit seiner 44 Jahre jüngeren Frau Eva und dem gemeinsamen Sohn Fabian südöstlich von Berlin. Jüngst avancierte der Entertainer einmal mehr zum Autor: "Up & Down - Nervenstark durch ein verhunztes Jahrhundert" heißt sein 2012 erschienenes Buch.
