Lebensläufe | MDR FERNSEHEN | 01.12.2011 | 23:05 Uhr : Ludwig Güttler
Ein Film von Sabine Barth
Ludwig Güttler zählt als Solist auf der Trompete und dem Corno da caccia zu den erfolgreichsten Virtuosen der Gegenwart. Für sein Engagement zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche wurde er mehrfach ausgezeichnet.
Die internationale Musikkritik feiert ihn als "König der Trompete", "Startrompeter", "Dresdner Spitzentrompeter" und "Trompetenspezialist". Sowohl sein Konzertplan als auch seine Diskographie bestätigen die außerordentliche Hingabe des Künstlers an sein Instrument.
Nach Abitur, Studium und Staatsexamen an der Leipziger Musikhochschule "Felix Mendelssohn-Bartholdy" ging der aus dem Erzgebirge stammende Künstler 1965 nach Halle zum Händel-Festspiel-Orchester und besetzte dort die Position des Solotrompeters. Von 1969 bis 1980 war er in der gleichen Position Mitglied der Dresdner Philharmonie. Lehraufträge führten ihn an das Internationale Musikseminar Weimar und an die Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden, wo er bis 1990 Professor für Trompete war.
Güttler leitete Opernproduktionen und Meisterkurse. Er gastierte als Solist und Dirigent in den großen Konzerthäusern im In- und Ausland. Nach Materialanalysen alter Instrumente hat Ludwig Güttler an der Neuentwicklung des Corno da caccia maßgeblich mitgewirkt, so dass heutige Trompeter ein neues facettenreiches Ventilinstrument spielen können. Ludwig Güttlers Forscher- und Entdeckerfreude ist es zudem zu verdanken, dass die Konzertliteratur um zahlreiche neue Werke, vornehmlich des 18. Jahrhunderts, erweitert wurde. Um die verschiedenen Interpretationsformen der Musik stilgerecht lebendig werden zu lassen, gründete Güttler das Leipziger Bach-Collegium, das Blechbläserensemble Ludwig Güttler sowie das Kammerorchester Virtuosi Saxoniae, dessen Leiter und Solist er ist.
Für seine musikalischen Leistungen wurde der Musiker immer wieder mit zahlreichen Preisen geehrt. Bereits in der DDR galt er als Vorzeigekünstler der E-Musik. Er erhielt daher auch die Möglichkeit, zu Gastspielen in die Bundesrepublik zu reisen. 1985 wurde ihm der Nationalpreis der DDR verliehen. Nach dem Mauerfall gab er den Preis zurück mit dem Wunsch, das Preisgeld möge in den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche fließen.
Engagement für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche
Sein Interesse für Architektur bewog Ludwig Güttler, sich bereits 1989 vehement für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche zu engagieren. In etwa 1.500 Konzerten und Gastspielen sammelte er Geld für die Finanzierung dieses Vorhabens. 1996 erhielt er dafür den "Deutschen Stifterpreis" und 1997 den Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung. Queen Elisabeth II. verlieh Güttler 2007 "in Anerkennung seiner Verdienste um den Wiederaufbau der Frauenkirche und seinen bedeutsamen Beitrag" für die Versöhnung beider Völker bei diesem Projekt den Orden "Officer of the Order of the British Empire (OBE)" des britischen Ritterordens Order of the British Empire.
Der Film zeichnet den Lebensweg von Ludwig Güttler anhand seines Geburts- und Wohnortes sowie den Stationen seines Schaffens einer bereits über 40 Jahre andauernden Karriere nach. Der 1943 geborene Künstler spricht über seinen Großvater, seine Familie und die eigene Kindheit. Zu Wort kommen seine Söhne, seine Ehefrau Juliane Güttler-Njankouo, seine Schwester Brigitte, der Klassenlehrer Leo Klotz und befreundete Künstlerkollegen wie Friedrich Kircheis und Martin Steude.
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