Der Osten - Entdecke, wo du lebst | MDR FERNSEHEN | 09.10.2012 | 20:45 Uhr : 20 Jahre Opel Eisenach - Auf vier Rädern in der Schwebe
Ein Film von Wolfram Klieme
Eisenach hat eine lange Tradition im Automobilbau. 1898 wurden hier die ersten Wartburg-Motorwagen hergestellt. Anfang der 1990er-Jahre lief dann der Opel Vectra vom Band. Jetzt wird der Neue dort produziert. Der Adam. MDR-Filmemacher Wolfram Klieme wirft einen Blick in den Rückspiegel der Thüringer Opel-Geschichte.
Wer Glück hat, sieht ihn schon als "Erlkönig" auf den Straßen. Er glänzt von den Titelseiten der Autopresse. Offiziell vorgestellt wird er auf dem Pariser Autosalon: der jüngste Spross der Opel-Familie, der "Adam". Die Umstellung der Produktion ist in vollem Gang. Der Corsa und der neue "Adam" sollen von einem Band laufen - im thüringischen Werk in Eisenach.
20 Jahre zuvor: Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und Vorstandsvorsitzender Louis R. Hughes rollen den ersten in Eisenach produzierten "Vectra" vom Montage-Band. Dass Opel einsteigen wird, war schon im Frühjahr 1990 entschieden worden - in einem wagemutigen Spiel hinter den Kulissen von Politik und Wirtschaft. Da hofften viele Wartburg-Bauer noch, dass es weitergeht mit ihrem Automobilwerk Eisenach.
Zwischen erstem "Vectra" und Newcomer "Adam" liegen zwei Jahrzehnte Auf und Ab in der Autobranche. Als Tochter von General Motors war Opel von den Höhen und Tiefen besonders betroffen: auch Eisenach. Es hatte so gut begonnen: 1998 Besuch von Präsident Clinton, ein Jahr später der Einmillionste Opel aus Eisenach. 2003 streiken die Opelaner noch um die 35 Stunden Woche, ein Jahr danach droht GM schon mit drastischen Einsparungen - Absatzeinbrüche in Europa. 2008 prallen Produktionsstop und Acht-Prozent-Lohnforderung aufeinander.
Ab 2009 jagt ein Krisentreffen das nächste. GM wackelt ernsthaft, Opel-Verkaufsabsichten scheitern. Ein knappes Jahr zum Luft holen - und die Ankündigung des neuen "Kleinsten" aus Eisenach macht ernsthaft Mut. Aber seit Frühjahr 2012 schlagen die Wogen wieder hoch, aus Gerüchten werden Schlagzeilen: Standortschließungen, auch in Deutschland, scheinen unumgänglich.
Ausgehend von den Wende-Entscheidungen betrachtet der Film wie "im Rückspiegel" diese 20 Jahre im Eisenacher Opel-Werk, vertieft Meilensteine durch Zeitzeugen und Archivmaterial, versucht den Blick in die für Opel allgemein ungewisse Zukunft - und fragt, welche Rolle "Adam" für den Automobilbaustandort Eisenach wirklich spielen kann ...
Wiederholung
Donnerstag, 11.10.2012, 15:30 Uhr
... im MDR FERNSEHEN



