Echt

Echt | 03.01.2012 | 21:15 Uhr : Der Cyberwar hat bereits begonnen

Ein Mann betrachtet einen Computermonitor

Im Juni 2010 machte die Welt Bekanntschaft mit einer vollkommen neuen Schadsoftware. Der Computerwurm "StuxNet" hatte die Steuerung der iranischen Atomanlagen übernommen und sie komplett lahmgelegt. "StuxNet" gilt wegen seiner Komplexität als einzigartig. Experten gehen davon aus, dass sechs bis zehn Programmierer mindestens fünf Monate an der Entwicklung des Virus gearbeitet haben müssen. Wer hinter der Attacke auf das iranische Atomprogramm steckt, darüber gibt es nur Vermutungen. Die Geheimdienste Israels oder der USA stehen dabei hoch im Kurs.

Cyberwar findet vor allem in der Privatwirtschaft statt

Zuvor hatte die nordkoreanische Regierung im Jahr 2009 ihre virtuellen Muskeln spielen lassen. Verschiedene Server der Erzfeinde Südkorea und USA wurden damals mit sinnlosen Anfragen überschüttet. Daraufhin stürzten sogar die Rechner der New Yorker Börse ab. Das zeigt, dass sich der Cyberwar vor allem in der Privatwirtschaft abspielt.

Nicht immer müssen aber Staaten hinter den Attacken stehen. So klauten unbekannte Hacker im Mai 2011 vermutlich mittels eines Trojaners Millionen von Kundendaten des japanischen High-Tech-Konzerns Sony. Acht Monate später spionierte die international vernetzte Hacker-Gruppe "Anonymus" auf ähnliche Weise die Kreditkartendaten verschiedener internationaler Großkonzerne aus. Betroffen war auch die Deutsche Bank.

Der "Krieg" beginnt am Privatrechner

IT-Experten beobachten unterdessen besorgt eine neue Masche der Computerkriminellen. Sie pflanzen ganz unbemerkt ein Virus in tausende Privatrechner ein und schalten die infizierten Computer von ahnungslosen Nutzern zu einem Netzwerk zusammen. Damit starten sie dann die Cyber-Attacke, meistens auf Server bestimmter Unternehmen oder staatlicher Behörden. Der Tübinger Sicherheitsberater Sebastian Schreiber hat "Echt" an seinem Computer gezeigt, wie einfach das Einschleusen von Viren und Trojanern ist. Er suchte im Internet nach ungeschützten Computern und wurde in wenigen Minuten fündig. Darunter waren auch Bankkunden, denen er problemlos mit einem Programm, das bei Cyberkriminellen zum Handwerkszeug gehört, erst die Pin und dann das Geld hätte stehlen können.

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2012, 16:25 Uhr

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