Echt | MDR FERNSEHEN | 09.05.2017 | 21:15 Uhr Geheime Welt der Bunker – Wie sicher sind wir heute?

3.600 Quadratmeter Ausdehnung, unter der Erde, perfekt getarnt, mitten im Wald: Im Ernstfall wollte sich die Stasi-Bezirksleitung Suhl in einem Bunker verschanzen. 130 Führungskader hätten hier durch ein ausgeklügeltes System lebenserhaltender Maßnahmen ausharren können. "Echt" steigt hinab in die geheime Welt der Bunker.

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Echt Di 09.05.2017 21:15Uhr 29:46 min

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300 Millionen DDR-Mark teuer war der Honecker-Bunker 30 Kilometer nördlich von Berlin. Das geheimste Bauwerk der DDR war ein unterirdischer Koloss. 7500 Quadratmeter Fläche - 300 Räume auf drei Geschossen. Mehr als 400 Personen hätten hier in 170 Räumen abgeschottet von der Außenwelt überleben und weiterregieren können. Im September 1983 wird der Bunker einsatzbereit gemeldet. Erich Honecker erhält vom Verteidigungsminister eine Einladung zur Besichtigung. Es sollte sein einziger Besuch bleiben. Glücklicherweise gab es für diese Anlage bis zum Ende des Kalten Krieges nie eine wirkliche Verwendung.

Im Westen war man schon länger vorbereitet auf den Ernstfall. Schon seit 1959 wurde ein alter Eisenbahntunnel zum Bunker ausgebaut. Dort sollte die gesamte Regierung und ein Notstandsparlament weiter funktionieren. Das Szenario Atomkrieg wurde hier ab 1966 regelmäßig geprobt. 1000 Mitarbeiter aus Bonner Ministerien wechselten in die Unterwelt des Regierungsbunkers. Es blieben Planspiele. Auch für die Zivilbevölkerung gab es Schutzkonzepte in beiden deutschen Staaten. In der DDR den Zivilschutzbunker SBW 300. Das Ministerium für Bauwesen schrieb genau vor, wie der Bunker auszusehen hatte - es gab 300 Plätze auf 222 Quadratmeter und genau 489 Kubikmeter Luft zum Atmen. In Westdeutschland wurden rund 2000 öffentliche Schutzraumanlagen eingerichtet. Viele von ihnen waren umfunktionierte Tiefgaragen oder U-Bahnstationen, wie unter der Berliner Pankstraße. Mit riesigen Toren konnten hier einfach ganze Gleisabschnitte luftdicht abgeschlossen werden.

Sven Voss mit Christoph Unger
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Heute haben die Bunker ausgedient. Welche Konzepte stehen jetzt für den Katastrophenfall bereit? Sven Voss fragt Christoph Unger, den Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
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Di 09.05.2017 21:15Uhr 03:23 min

http://www.mdr.de/echt/video-104508.html

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Für den Privatmann gibt es teilweise abenteuerliche Ideen und Projekte. In Rothenstein bei Jena soll im ehemals größten unterirdischen Waffendepot Zentraleuropas eine riesige Privatbunkeranlage entstehen. Ein US-Investor will geschätzte 1,1 Mrd. Euro in den Bunker investieren, um dort Luxuswohnungen einzubauen. Hier sollen dann zahlungskräftige Menschen Katastrophen überstehen. Der ehemalige Bunker hat mit seinen 40 Lagerstollen auf 21.100 Quadratmetern tatsächlich einiges zu bieten: Eine eigene Energie- und Wasserversorgung sowie ein Gleisanschluss der Deutschen Bahn sind inklusive. Was ist dran am "Weltuntergangsbunker" in Thüringen?

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2017, 17:50 Uhr