Echt | MDR FERNSEHEN | 11.04.2017 | 21:15 Uhr Geheime Waffen – Die Minenproduktion der DDR

Etwa 33.000 Minen werden heute noch an der ehemaligen innerdeutschen Grenze vermutet. Auf ca. 25 Kilometern werden gar 42 Flächen immer noch mit einem "erhöhten Restrisiko" eingestuft. Exklusiv bei "Echt" spricht Chemieingenieur Gerhard Wölfer über die Entwicklung heimtückischer Minen in der DDR.

Soldaten der NVA verlegen Minen an der innerdeutschen Grenze
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Di 11.04.2017 21:15Uhr 01:51 min

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Zaun mit Stacheldraht und einem Warnschild mit der Aufschrift: "Achtung Minen! Gesperrt! Lebensgefahr!"
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Echt | MDR FERNSEHEN | 11.04.2017 | 21:15 Uhr Die ganze Sendung

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Echt Di 11.04.2017 21:15Uhr 29:35 min

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Gerhard Wölfer tat Dienst in der geheimen Waffenproduktion der DDR. Sein Dienstort: Oranienbaum in Sachsen-Anhalt, die ehemalige Senfgas-Fabrik der Nazis, das spätere Munitionswerk der NVA. Eines der Kernprodukte dort: Tretminen und Selbstschussanlagen für die innerdeutsche Grenze – darunter auch die berüchtigte Splittermine SM 70.

Gerhard Wölfer
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Die offizielle Version war, dass die Minen die Leute nicht umbringen, sondern bewegungsunfähig machen sollten. Das ist natürlich sehr vorsichtig formuliert.

Gerhard Wölfer, Chemieingenieur

Gerhard Wölfer arbeitet 30 Jahre lang, bis 1992, in der streng bewachten Waffenfabrik Oranienbaum. Er hat alles miterlebt. Minutiös erzählt er, wie die Minen in der DDR konzipiert, entwickelt, perfektioniert und schließlich an der unüberwindlichsten Grenze der Welt vergraben worden sind – einzig mit dem Ziel, jeden Fluchtversuch zu verhindern. Sie hatten viel zu tun in dem Werk: Ca. 1,3 Millionen Minen wurden an der innerdeutschen Grenze verlegt. Tote durch die Minen gab es selten, aber viele Schwerverletzte. Neben den Opfern, die trotz aller Abwehrmaßnahmen die Flucht versuchten, wurden auch über 100 Soldaten bei Arbeiten an der Grenze verstümmelt. Und nicht nur dort: Auch in Bayern wurde ein Mann 1970 bei der Feldarbeit lebensgefährlich verletzt. Eine Mine wurde vom Hochwasser aus dem Todesstreifen bis dorthin gespült.

Sven Voss im Gespräch mit Dr. Dieter Franz
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Echt | MDR FERNSEHEN | 11.04.2017 | 21:15 Uhr Bleiben Sie auf den Wegen!

Bleiben Sie auf den Wegen!

Dr. Dieter Franz von der Stiftung Naturschutz Thüringen erklärt, warum das Gebiet um den ehemaligen Todesstreifen auch heute noch gefährlich ist.

Di 11.04.2017 21:15Uhr 02:37 min

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Eine Mine aus dem ehemaligen Todesstreifen
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Und die Gefahr ist immer noch gegenwärtig. Das Thüringische Umweltministerium rechnet derzeit mit Kosten von 6,5 Millionen Euro für die Suche nach bisher unentdeckten Minen.

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2017, 15:41 Uhr