Echt | MDR FERNSEHEN | 25.10.2016 | 21:15 Uhr Die Katastrophe von Görlitz - Der neue Super-Damm

Wer glaubt daran, dass ein Staudamm brechen kann? Stolz und mächtig stehen sie in der Landschaft. Und wenn es doch passiert, sind immer auch viele Menschenleben in Gefahr. So etwas passiert bei uns nicht, denken wir, so etwas ist weit weg. Und dann passiert es doch. Vor sechs Jahren. Gleich vor unserer Haustür in Ostsachsen.

Der neue Witka-Staudamm
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Echt | MDR FERNSEHEN | 25.10.2016 | 21:15 Uhr Trailer zur Sendung

Trailer zur Sendung

Das Neiße-Hochwasser im August 2010. In nur vier Stunden steigt der Pegel in Görlitz um vier Meter an. Was war die Ursache für diese Flutwelle?

Di 25.10.2016 21:15Uhr 01:19 min

http://www.mdr.de/echt/video-56710.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der neue Witka-Staudamm
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Echt | MDR FERNSEHEN | 25.10.2016 | 21:15 Uhr Trailer zur Sendung

Trailer zur Sendung

Das Neiße-Hochwasser im August 2010. In nur vier Stunden steigt der Pegel in Görlitz um vier Meter an. Was war die Ursache für diese Flutwelle?

Di 25.10.2016 21:15Uhr 01:19 min

http://www.mdr.de/echt/video-56710.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Die Menschen an der Lausitzer Neiße sind Hochwasser gewöhnt. Als im Sommer 2010 mal wieder ein Unwetter über das Land hereinbricht, sind sie vorbereitet. Aber diesmal soll alles anders kommen, denn in jenen Tagen wüten nicht nur die Mächte der Natur. Es passiert, was nie passieren darf: Ein Staudamm bricht und Görlitz versinkt in den Fluten.

Gleich hinter der Grenze war der polnische Witka-Staudamm gebrochen. Urplötzlich ergießen sich acht Millionen Kubikmeter Wasser in das Land. In nur vier Stunden steigt der Pegel um ganze vier Meter. Vielen Menschen entlang des Flusses bleibt gerade noch Zeit, ihr nacktes Leben zu retten. Besonders schlimm trifft es den Ortsteil Hagenwerder.
ECHT zeigt exklusiv die Videoaufnahmen, die Thomas Zimmermann damals auf seinem Grundstück gedreht hat, als das Wasser urplötzlich auf seinen Hof schoss. Familie Zimmermann konnte sich gerade noch in die erste Etage ihres Hauses retten.

Sofort nach der Katastrophe werden Ermittlungen aufgenommen: War der polnische Staudamm nicht richtig gewartet? Lagen Baumängel vor? Sind Menschen verantwortlich zu machen für diese Katastrophe? Der Staudamm an der Witka wurde 1962 erbaut, um ein Braunkohlekraftwerk mit Waser zu versorgen. Der Stausee hat ein Volumen von 5 Millionen Kubikmetern. Nur der Mittelteil des Dammes besteht aus Beton. Der Rest ist ein Gemisch aus Sand, Kies und Tonerde - eine Bauweise, wie sie überall auf der Welt für Erd- und Steinschüttdämme angewandt wird und unter normalen Bedingungen auch sicher ist. Die letzte Instandsetzung des Witka-Staudamms liegt im August 2010 erst ein Jahr zurück, für den Fall eines Hochwassers gibt es die Entlastungsanlage im Mittelteil.

Hochwasserentlastungsanlage im Witka-Staudamm
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Doch für das Starkregenereignis im August 2010 war sie zu klein. 655 Kubikmeter Wasser pro Sekunde kann der Überlauf abführen, den Damm überströmten letztendlich bis zu 1000 Kubikmeter pro Sekunde. Das Material auf der Landseite des Dammes wurde ausgespült, der Dammbruch und die Flutwelle aus dem Stausee waren die Folge.

ECHT trifft Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu, der fast fünf Jahre ermittelte und nun endlich Ergebnisse präsentieren kann. Die Zuflussmengen waren so gewaltig, dass die Überströmung nicht zu beherrschen war. Und selbst wenn der Staumeister die Tore schon früher geöffnet hätte, wäre die Katastrophe nicht zu verhindern gewesen.

Bis heute sitzt der Schock von 2010 tief. Seit fünf Jahren wird in Polen am neuen Staudamm gebaut. Kein Erdschüttdamm mehr, sondern eine gigantische Betonkonstruktion.

neue Hochwasserentlastungsanlage Witka-Staudamm
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 25.10.2016 21:15Uhr 04:17 min

http://www.mdr.de/echt/video-56770.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

neue Hochwasserentlastungsanlage Witka-Staudamm
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 25.10.2016 21:15Uhr 04:17 min

http://www.mdr.de/echt/video-56770.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Die neue Hochwasserentlastungsanlage kann zusätzliche 1500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abführen und ist damit ausgelegt für ein Hochwasser, wie es statistisch nur ein Mal in tausend Jahren auftreten kann. ECHT trifft den weltweit renommierten Staudammexperten Prof. Jürgen Stamm von der TU Dresden und fragt: Ist der neue Damm wirklich gerüstet gegen eine erneute Katastrophe?

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2016, 11:43 Uhr

Echt Witkastausee
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Echt Di 25.10.2016 21:15Uhr 29:49 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video