Echt

Echt | 17.01.2012 | 21:15 Uhr : Fahrstuhlunfälle - eine Chronologie

Unfälle mit Fahrstühlen geschehen immer wieder. Oft gibt es dabei Tote und Schwerverletzte. Hier finden Sie eine kleine Chronologie der letzten zwölf Jahre, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Fahrstuhl

New York, 26. Januar 2000: Ein Aufzugsseil reißt

Das Empire State Building ist 443 Meter hoch. Auf etwa 100 Etagen arbeiten hier jeden Tag 25.000 Menschen. Deswegen sind in dem Gebäude ständig 73 Aufzüge unterwegs. Vor zwölf Jahren passiert dabei eine Katastrophe: Ein Büroangestellter will vom 48. Stockwerk nach unten. In der 44. Etage reißt eines der Aufzugsseile. Weil die Notbremse nicht funktioniert, stürzt der Aufzug 40 Stockwerke tief. Über 100 Meter geht es in den Abgrund, als zwölf Meter über dem Boden doch noch die Notbremse greift. Eine Überlebende leidet noch drei Tage später an einem schrecklichen Schleudertrauma: "Auf dem Weg nach unten fiel der Aufzug plötzlich wie bei einem Bungee-Sprung. Ich dachte, jetzt genau in diesem Moment muss ich sterben."

Moskau, 27. August 2000: Feuer im Fernsehturm

Wie ein rauchender Koloss aus Beton ragt der Fernsehturm in den Himmel. Von außen sieht man nur den Qualm des Feuerinfernos. Im Innern brennt er fast auf der gesamten Höhe. Die Hitze ist so groß, dass die Kabel im Aufzugsschacht verglühen und die Kabine abstürzt. Vom Aufzug bleibt nur noch ein Haufen Schrott. Die Aufzugsführerin ist sofort tot. Außerdem sterben drei Feuerwehrleute, die unter dem Aufzug im Schacht helfen wollten.

Frankfurt, 9. August 2005: Panik treibt Frau in den Tod

Eine Sekretärin bleibt im Fahrstuhl zwischen dem zweiten und dritten Stock stecken. In ihrer Panik will sie sich unbedingt selbst befreien und versucht, von innen die Türen zu öffnen - tragischerweise mit Erfolg. Dann will sie aus der Kabine in die Etage springen, rutscht aus und stürzt 15 Meter in die Tiefe. Das Opfer ist beim Aufprall auf den Beton sofort tot.

Leipzig, 18. August 2005: Beine abgetrennt

Eine 81-jährige will mit dem Aufzug vom 4. in den 15. Stock fahren. Die Frau stürzt beim Einsteigen. Doch obwohl die Türen sich nur halb schließen, fährt der Aufzug los. An der Wand des Fahrstuhlschachts werden dem Opfer dabei beide Unterschenkel abgetrennt. Die Frau überlebt das Unglück schwerverletzt.

Halle, 4. November 2006: Zwischen Schacht und Fahrstuhl eingequetscht

Bei der Feuerwehr in Halle geht am späten Vormittag ein Notruf ein. Der erste Lagebericht kündigt eine Aufzugsbefreiung an. Eigentlich ist das ein Routineeinsatz für die Feuerwehr, bei dem sie oft nur wenige Minuten braucht, um die Betroffenen zu retten. Doch diesmal kommt alles anders, denn ein junger Mann ist in einem Aufzug eingequetscht. Nur noch seine Beine ragen aus der Kabine. Der Aufzug war mit offenen Türen losgefahren. Die größte Sorge vor Ort ist zunächst, dass sich die Kabine noch einmal bewegt und das Opfer weiter verletzt. Deshalb wird der Aufzug abgeschaltet. Zudem wird die Kabine von unten mit Baustützen abgesichert. Das Opfer ist ansprechbar, leidet aber unter großen Schmerzen. Retter seilen sich von oben zum Fahrstuhl ab und sägen den Verletzten frei. Das Opfer hat Glück im Unglück: Sein Rucksack hat die Quetschungen gedämpft. So erleidet er "nur" einen Beckenbruch, muss aber mehrere Tage in der Intensivstation verbringen.

Rettung aus einem Fahrstuhl.
MDR FERNSEHEN

Eingeklemmt im Fahstuhlschacht

In Halle wurde ein junger Mann im Fahrstuhlschacht eingeklemmt. Für die Feuerwehr begann ein dramatischer Einsatz. "Echt" stellte die Aktion nach und sprach mit dem Einsatzleiter.

17.01.2012, 21:15 Uhr | 05:36 min

Berlin, 15. Mai 2010: Mit dem Rollstuhl schwer verletzt

In der Berliner Gutschmidstraße spielt sich eine Tragödie ab: Eine 70-jährige Frau fällt mit ihrem Rollstuhl in einen Fahrstuhlschacht. Die Aufzugstüren waren nicht stabil genug und gaben den Weg in den Abgrund frei. Dass der Fahrstuhl nicht einwandfrei funktionierte, war vorher bekannt.

Krefeld, 17. Dezember 2011: Mädchen stürzt in Fahrstuhlschacht

Es passiert an einem Samstagabend: Nach einer Party will ein 15-jähriges Mädchen nach Hause. Als es in der 5. Etage in den Fahrstuhl steigen will, ist keine Kabine da. Das Mädchen stürzt in den Schacht und wird schwer verletzt. Wahrscheinlich war eine defekte Antriebsmaschine die Unglücksursache.

Berlin, 21. Dezember 2011: Eingeklemmt und tödlich verletzt

Ein 67-jähriger Mann ärgert sich darüber, dass der Fahrstuhl in seinem Haus immer wieder steckenbleibt. Der Fahrstuhl hat eine Tür am Fahrkorb und eine weitere an den Treppenhausstationen. Die Tür des Fahrkorbs steht offen, und bei der Treppenhaustür war die Scheibe zersprungen. Der Mann steckt seinen Kopf durch die Öffnung und versuchte an die Knöpfe im Fahrstuhl zu kommen. Doch mit einem Mal setzt sich der Fahrstuhl in Bewegung, und zwar so schnell, dass der Mann keine Zeit mehr hatte, seinen Kopf aus der Öffnung zu ziehen.

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2012, 14:53 Uhr

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