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Echt | 03.07.2012 | 21:15 Uhr : Lebensretter Fahrradhelm

Bei einem Unfall ziehen sich Radfahrer oft schwerste Kopfverletzungen zu. Vor allem der Kopf ist großen Kräften ausgesetzt, die bleibende Schäden hinterlassen oder sogar tödlich sein können. Alles, was diese Kräfte mindert, mindert die Gefahr. Genau das tun Fahrradhelme. Trotzdem werden sie nicht von allen getragen.

Fahrradhelme gibt es in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Trotzdem treffen sie nicht jedermanns Geschmack. Vor allem Jugendliche tragen mit zunehmendem Alter immer weniger gerne einen Fahrradhelm. Schlechte Vorbilder gibt es allemal, denn auch viele Erwachsene setzen sich unbehelmt aufs Rad. Dabei sollte das Tragen eines Fahrradhelms nicht zur Geschmacksfrage gemacht werden

Doppelter Aufprall

Dr. Ing. Lars Hannawald
Unfallforscher Hannawald: "Wer clever ist, trägt einen Helm."

Wenn ein Fahrradfahrer mit einem Auto zusammenstößt, prallt er meist zweimal auf. Zuerst einen prallt er direkt gegen das Auto. Wenn er dabei nicht auf die Scheibe treffen, kollidiert er mit der Dachkante oder einer der härtesten Stellen des Autos: der A-Säule. Danach wird er vom Auto weg und durch die Luft geschleudert und prallt schließlich auf dem Boden auf. Zeigen er beim ersten Aufprall vielleicht noch einen Abwehrreflex, ist er danach meist vollkommen handlungsunfähig, sodass er beim zweiten Aufprall zu keinerlei Schutzreaktionen mehr in der Lage ist. Beide Male ist sein Körper gewaltigen Kräften ausgesetzt. Die dabei zugezogenen Brüche sind dabei weitaus weniger gravierend als die Kopfverletzungen. Immer wieder wird bei solchen Unfällen das Hirn verletzt. Unser zentrales Organ ist besonders gut durchblutet. Ist es verletzt und blutet, erhöht sich der Druck darin, und das kann fatale Folgen haben:

"Dieser Druck führt dazu, dass das Gehirn zusammengedrückt wird, weil immer mehr Blut in den Kopf gedrückt wird. Durch den Schädelknochen kann das Ganze nicht anschwellen bzw. eine Schwellung hat eine natürliche Grenze. Dadurch steigt der Gehirndruck enorm an und dann kann es zu bleibenden Hirnschäden kommen."

Dr. Lars Hannawald, Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden

Energie abfangen

Jeder Teil der Energie des Aufpralls, der nicht direkt den Kopf oder den Körper trifft, mindert die Gefahr. Genau diese Aufgabe übernimmt der Fahrradhelm. Wie gut die Styroporschale des Helms die Energie aufnimmt, zeigt sich an Bildern der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden: Risse und Einkerbungen, Verformungen und Brüche zeugen von den Kräften, die der Helm beim Unfall abgefangen hat. In diesem Zustand ist er zwar nicht mehr benutzbar. Aber er hat seinen Zweck erfüllt und den Kopf seines Trägers geschützt - und damit vielleicht auch sein Leben gerettet. Dr. Lars Hannawald von der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden kann das nur bestätigen:

"Die Überlebenswahrscheinlichkeiten sind mit einem Helm ganz enorm. Wir haben einmal den Unterschied zwischen Leuten, die mit Helm, und Leuten, die ohne Helm verunfallt sind, untersucht. Schwere Kopfverletzungen und tödliche Kopfverletzungen sind bei Leuten, die einen Helm getragen haben, einfach nicht aufgetreten. Wer clever ist, trägt einen Helm."

Dr. Lars Hannawald

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Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2012, 15:54 Uhr

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