Echt | 17.07.2012 | 21:15 Uhr : Naturfilmer Jan Haft – Ein neuer Kosmos eröffnet sich
Selbst wer viel in der Natur unterwegs ist, sieht nur einen Bruchteil dessen, was dort vor sich geht. Nicht nur, weil vieles im Verborgenen geschieht, sondern auch, weil das menschliche Auge nur wenige Bilder pro Sekunde wahrnehmen kann. Jan Haft gelingt es in seinen Filmen, die Geheimnisse scheinbar bekannter Welten sichtbar zu machen.
Glücklich, wem es gelingt, aus seiner Leidenschaft einen Beruf zu machen. Bei Jan Haft hat es geklappt. Schon als Kind von der heimatlichen Natur fasziniert, ist er mittlerweile einer der erfolgreichsten Tierfilmer der Welt. Wenn Jan Haft in Interviews von seiner Arbeit erzählt, spürt man noch immer etwas von der Begeisterung des kleinen Jungen für die Natur.
Von der Uni zum Assistentenjob
Nach seinem Zivildienst beim bayerischen Landesbund für Vogelschutz, studiert der 1967 in München geborene Haft an der Technischen Universität München und an der Uni Würzburg Geologie, Biologie und Paläontologie. Sein Ziel im Blick, begann er Anfang der 1990er-Jahre als Assistent bei Tierfilmproduktionen zu arbeiten. Wertvolle Lehrjahre, in denen er Handwerk lernte und Erfahrungen sammelte.
Mit "nautilusfilm" auf Erfolgskurs
Mitte der 1990er wagt er den Sprung in die Selbstständigkeit. Mit seiner Firma "nautilusfim" dreht er Filme über Fauna und Flora in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Erde. Dabei widmet er sich in Filmen wie "Geschichten von Käfern und Menschen" immer schon auch den kleinen Tieren.
Von Anfang an dreht Jan Haft auch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, u. a. für den NDR.
Makro, Zeitlupe und Zeitraffer
Jan Haft hat einen ganz eigenen, unverkennbaren Stil entwickelt. Mit Makroaufnahmen, Kamerafahrten, Zeitlupen und Zeitraffern werden sonst dem menschlichen Auge verborgene Dinge und Vorgänge sichtbar gemacht. Der Zuschauer taucht so in eine Welt ein, die er zu kennen glaubt und erlebt sie völlig neu.
Abräumer auf internationalen Filmfestivals
Jan Haft hat sich längst auch international einen Namen gemacht. Sein Film "Die Wiese" von 2005 wird mit mehr als 30 Preisen ausgezeichnet und sein Zweiteiler "Mythos Wald" von 2009 entwickelt sich zu einem absoluten Renner. Nach vielen internationalen Auszeichnungen dann der Ritterschlag: "Mythos Wald" setzt sich auf den beiden wichtigsten Naturfilm-Festivals, dem "Jackson Hole Wildlife Film Festival" in den USA und der "Wildscreen" in Großbritannien gegen die Konkurrenz durch und gewinnt jeweils die "Beste Kamera". Jan Haft nimmt beide Preise persönlich entgegen.
