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Einfach genial | 27.09.2011 | 19:50 Uhr : Hygienesiphon

Der Mikrobiologe Dr. Alexander Schluttig aus dem sächsischen Lauta beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Krankenhausinfektion. Er will eine Erregerquelle beseitigen, die im Verborgenen liegt, nämlich im Siphon von Waschbecken und Ausgüssen. Hier steht immer Flüssigkeit. Darin und in dem Biofilm an der Rohrwand finden die Keime ideale Lebensbedingungen. Aus einem einzelnen Bakterium können binnen eines Tages zehn Millionen werden. Mit jedem Händewaschen werden sie in die Luft gewirbelt und treten aus. Für gesunde Menschen ist das kein Problem, aber für Krankenhaus-Patienten mit einem schwachen Immunsystem kann das gefährlich werden.

Hygienesiphon

3-D-Grafik eines Waschbeckens. Der Wasserstand und der an den Wänden entstehende Biofilm sind farblich hervorgehoben Blick auf den graue Ablagerung in einem Waschbeckenabfluss. 3-D-Grafik eines Waschbeckens. Aus dem Wasserhahn fließt Wasser und wirbelt Keime in die Luft.

Der Mikrobiologe Dr. Alexander Schluttig aus dem sächsischen Lauta hat einen Siphon entwickelt, der die Keimentwicklung an Waschbecken in Krankenhäusern stoppt. [Bilder]


Allerdings lassen sich die Keime im Abfluss durch chemische Desinfektion nur bedingt beseitigen. Alexander Schluttig hat nach einer Alternative gesucht und den selbstreinigenden Hygienesiphon entwickelt. Von außen betrachtet ist es ein Kasten, der sich unter dem Becken befindet. Wie der wirkt, erklärt der Erfinder:

"Die Apparatur arbeitet vollautomatisch. Sobald das Wasser das Becken verlässt, wird der thermische Desinfektionsprozess in Gang gesetzt, der dann gefolgt wird von einer elektromechanischen Reinigung."

Dr. Alexander Schluttig

Keimfrei mit 60 Watt

In der Apparatur befindet sich das gebogene Rohr eines normalen Siphons und darum herum viel Technik. Der Siphon ist umgeben von einem Heizschlauch. 60 Watt reichen aus, um das stehende Wasser auf über 90 Grad Celsius zu erhitzen und die Keime zuverlässig abzutöten. Außerdem sorgt ein elektromechanischer Schwinger dafür, dass das Rohr leicht vibriert und sich kein Biofilm an der Rohrwand absetzen kann. Der Vorgang dauert etwa 30 Minuten wird aber bei jeder Benutzung des Waschbeckens neu gestartet. Reguliert wird das Ganze durch ein Steuerteil.

Erfolgreich im Einsatz

In der Intensivmedizinischen Abteilung des Krankenhauses Bischofswerda sind die Hygienesiphons bereits seit neun Jahren im Einsatz. Die Einrichtung ist die erste, die die Apparaturen getestet hat. Bei Langzeitbeobachtungen wurde festgestellt, dass sich nur noch halb so viele Patienten mit den Krankenhauskeimen infizierten. Chefärztin Dr. Dagmar Engemann, die das Projekt begleitet hat, weiß, was die Hygienesiphons auf ihrer Station leisten:

"Letztendlich bedeutet das für die Patienten, dass sie weniger Infektionen erleiden, dass sie weniger Antibiotika verordnet bekommen und dass sie die Intensivstation eher verlassen können."

Dr. Dagmar Engemann

Inzwischen ist die Erfindung von Dr. Alexander Schluttig weltweit patentiert und in weiteren Kliniken eingebaut. Dort hilft sie die Krankenhaushygiene zu verbessern und langfristig Kosten zu sparen.

Vor allem aber - und das liegt dem Erfinder besonders am Herzen - erspart sie Patienten vermeidbares Leid. Der Erfinder sucht für seine Firma einen Nachfolger, der seine Ideen weiterführen kann.

Weitere Informationen erhalten Sie vom Erfinder.

Ansprechpartner

Dr. Alexander Schluttig
Tel.: 035722 91343
E-Mail: a.schluttig@biorec.de

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2011, 18:09 Uhr

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