Einfach genial

Einfach genial | 17.01.2012 | 19:50 Uhr : Thermosplitter

Nach dem Händewaschen, Duschen, Baden oder Wäschewaschen läuft warmes Wasser durch den Abfluss ab. Damit verlässt auch eine gewaltige Wärmemenge das Haus. Laut Statistischem Bundesamt fließt auf diese Weise pro Jahr aus Wohnhäusern, Hotels, Schwimmbädern oder Krankenhäusern eine ungenutzte Energiemenge, die der jährlichen Stromproduktion von 80.000 Windrädern oder acht Atomkraftwerken entspricht.

Diese sagenhafte Energiemenge müsste man nutzen, dachten sich Ernst Bärenstecher und Erhardt Wächter. Die beiden Architekten aus Baden-Württemberg machten sich Gedanken, wie sie dieses Problem lösen könnten. Kernstück ihrer Lösung ist eine Rohrabzweigung, ein sogenannter Thermosplitter:

"Der Splitter trennt das kalte vom warmen Abwasser. Wir entziehen dem warmen Abwasser die Energie und führen sie dem Frischwasser wieder zu."

Erhardt Wächter

Dazu wird der Thermosplitter von einem Installateur an das zentrale Abwasserrohr des Hauses angeschlossen. Kaltes Abwasser fließt jetzt durch den Thermosplitter einfach hindurch. Warmes Abwasser wird dagegen abgezweigt. Warm bedeutet dabei, dass seine Temperatur etwa fünf Grad über der des in den Kessel strömenden Frischwassers hat. In diesem Fall schaltet sich die dazugehörige Pumpe ein und ein Ventil öffnet sich. Das warme Wasser wird jetzt über eine darunter angeschlossene Wasserleitung zu einem Wärmetauscher umgeleitet.

"Der Wärmetauscher ist ein Spiralrohr, das sich im Trinkwasserspeicher befindet."

Erhardt Wächter

Das warme Abwasser strömt in das Spiralrohr und erhitzt es. Das Spiralrohr wiederum gibt diese Hitze an das Frischwasser im Kessel ab. Das entlastet die eigentliche Heizung und spart Energie.

"Das Abwasser fließt jetzt abgekühlt in die Kanalisation und lässt also die wertvolle Wärmeenergie im Haus."

Ernst Bärenstecher

Der installierte Thermosplitter besteht übrigens aus handelsüblichen Komponenten: Es ist eine Kombination aus Rohr-T-Stück, Wasserpumpe und Temperaturmessfühlern, die die Erfinder ausgeklügelt und zum Patent angemeldet haben. Der Spareffekt hängt davon ab, wie hoch die Temperatur des Abwassers ist. Bei mehr als 30 Grad warmem Wasser aus der Badewanne steht schon beachtlich viel Wärmeenergie zur Verfügung. Wenn jetzt nach einem Entspannungsbad das Wasser abgelassen wird, geht die Wärmeenergie darin nicht mehr nutzlos verloren, sondern hilft beim Heizen.

Ansprechpartner

Erhardt Wächter
Tel.: 07154 801130
E-Mail: erhardt-wachter@web.de

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2012, 13:32 Uhr

© 2012 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK