Einfach genial

Einfach genial | 06.12.2011 | 19:50 Uhr : Getrennte Tonspuren

Kennen Sie das? Da wird es im Krimi gerade spannend, doch leider versteht man vom Dialog kaum etwas, weil die Hintergrundmusik so laut ist. Gerade ältere Menschen haben damit oft Probleme und beschweren sich bei den Sendern. Doch am Ton, der im Fernsehen übertragen wird, lässt sich nun mal nichts ändern. Es sei denn, eine Technologie setzt sich durch, die am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen entwickelt wurde. Mit ihrer Hilfe soll der Zuschauer in Zukunft selbst bestimmen, wie laut welche Töne in einer Fernsehübertragung zu hören sind.

Einfach genial | 06.12.2011 | 19:50 Uhr: Getrennte Tonspuren

Tonspuren Tonspuren Tonspuren

Extra-Fernbedienung für Töne

Um die Technologie nutzen zu können, gibt es eine extra Fernbedienung. Damit kann der der Ton auf dem Fernseher individuell geregelt werden. Will man die Sprache deutlich hören, regelt man den entsprechenden Kanal hoch. Soll mehr Musik und Atmosphäre zu hören sein, pegelt man diesen Kanal entsprechend ein.

"Bisher wurde der Ton fertig gemischt und unveränderbar übertragen. Und in Zukunft sollen Zusatzinformationen mit übertragen werden, mit denen die Lautstärke der einzelnen Tonquellen beeinflusst werden kann."

Harald Fuchs, Ingenieur für Elektrotechnik

Veränderte Produktion

Damit die komfortable Tonsteuerung funktioniert, muss allerdings schon bei der Produktion jede Tonquelle einzeln aufgenommen werden. Etwa der Ton aus dem Stadion und der vom Kommentator. Bei der Mischung im Sender wird jede Tonquelle besonders markiert. Eine spezielle Box am Fernseher erkennt die einzelnen Tonquellen anhand der Markierung und ist in der Lage, sie wieder zu trennen. So kann der Zuschauer dann über die Fernbedienung entweder den Kommentator laut stellen oder die Stadionatmosphäre.

Erfolgreiche Tests bei der BBC

Die Erlanger Entwickler haben das neue Verfahren bereits mit der britischen BBC getestet. Nun wird es weiter entwickelt, um es weiteren Rundfunkstationen und Geräteherstellern anbieten zu können. Das Gute bei dem Verfahren ist, dass für die Übertragung der zusätzlichen Signale wenige Daten ausreichen. Der technische Aufwand für den extra Komfort beim Fernsehen ist also gering.

Ansprachpertner

Harald Fuchs, Matthias Rose
Tel.: 09131 7766175
E-Mail: matthias.rose@iis.fraunhofer.de

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2011, 14:02 Uhr

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