Elefant, Tiger & Co.

Fakten & Zahlen : Gondwanaland: Tropenerlebniswelt in Leipzig

Benannt ist Gondwanaland nach dem Urzeitkontinent Gondwana, in dem Afrika, Asien und Südamerika eine Landmasse bildeten. In der riesigen Tropenhalle werden 17.000 Pflanzen und etwa 300 Tiere den Regenwald mitten nach Leipzig bringen - und das auf einer Fläche von 16.500 Quadratmetern.

Besucher erkunden am Donnerstag (30.06.11) im Zoo Leipzig die Tropenhalle Gondwanaland.

Im Jahr 2006 begann der Zoo mit den Bauarbeiten für das Großprojekt. Erste große Hürde war der Abriss der Fabrikgebäude der Ostra-Hydraulik auf dem Standort des zukünftigen Gondwanalandes. Der Sprengmeister konnte im Februar 2007 den Countdown zur Sprengung der alten Industrieanlage herunterzählen. Nun war Platz geschaffen für die Tropenerlebniswelt, einem Meilenstein im Projekt "Zoo der Zukunft". Im Herbst 2007 erfolgte der erste symbolische Spatenstich von Zoodirektor Jörg Junhold und dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung. Seitdem wuchs Gondwanaland in den Himmel. An der höchsten Stelle ragt es nun 35 Meter in die Höhe. Auf 2,7 Hektar dehnt sich das etwa 67 Millionen Euro teure Bauprojekt aus.

Eine freitragende Stahlkonstruktion überspannt das Areal des "Leipziger Regenwaldes". Vor dem Regen und der mitteleuropäischen Kälte schützt die Tiere und die Besucher eine dreilagig ausgeführte Folienkissenkonstruktion. Die Folienkissen sind durchsichtig und wärmedämmend - so bleibt die Kälte draußen und das Sonnenlicht kommt herein. Im Inneren werden dann eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und eine Temperatur von etwa 28 Grad Celsius herrschen.

Die Bewohner des Gondwanalandes

Das schielende Opossum Heidi  - 2011
Der einstige Star des Leipziger Zoos: Opposum Heidi

In der Tropenhalle des Leipziger Zoos soll es möglich sein, zahlreiche große und kleine Tierarten gut beobachten zu können. Es werden etwa 300 Tiere aus 40 Tierarten im Gondwanaland ein Gehege beziehen. Parallel zu den Bauarbeiten an der großen Halle kamen die Tiere im Leipziger Zoo an und konnten sich in der hinter dem Gondwanaland liegenden rückwärtigen Tierhaltung schon mal ein wenig eingewöhnen. Es kamen zum Beispiel Schabrackentapire aus England, ein Sunda-Gavial aus Ulm, ein Komodo-Waran aus Frankreich und auch das mittlerweile verstorbene Opossum Heidi kam aus einem Zoo in Dänemark.

Unter den 300 Tiere ist der Komodo-Waran ein besonderes. Denn der Waran hier in Leipzig ist der einzige seiner Art in einem deutschen Zoo. Die bis zu drei Meter großen urzeitlichen Reptilien sind die größten zur Zeit lebenden Echsen und auch in ihrer natürlichen Heimat in Südostasien eine Attraktion für Touristen.

Der Regenwald im Zentrum von Leipzig

Auf fünf Ebenen werden die Besucher des Gondwanalandes in Zukunft durch den tropischen Regenwald spazieren oder fahren können. Ein Baumwipfelpfad führt sie hoch in die Halle und ermöglicht einen schönen Ausblick über das gesamte Areal mit ihren 17.600 Pflanzen. 500 verschiedene Pflanzenarten repräsentieren im Gondwanaland den einzigartigen Artenreichtum der Tropen. Die Anlage ist so konzipiert, dass von Bodendeckern bis zu den Wipfeln großer Bäume der Vegetationsaufbau eines Regenwaldes nachgebildet wird. Jeder der drei aus Gondwana entstandenen Kontinente wird auch durch typische Pflanzen lebendig. Für den Regenwald Afrikas stehen zum Beispiel die Goldfruchtpalme, die Afrikanische Ölfruchtpalme und die Bismarck-Palme. Aus Baumschulen in Thailand, Malaysia und Florida kamen die bis zu zwölf Meter hohen Bäume über Rotterdam nach Leipzig.

Aber auch exotische Früchte wie Bananen, Ananas, Guave oder Kakao wachsen im Gondwanaland. Sogar über einen Fluss lässt sich das Gondwanaland mit dem Boot durchqueren. So ist es für die Besucher möglich, auch vom Wasser aus ganz nah an die Tiere heranzukommen. Zoodirektor Dr. Jörg Junhold und seine Mitstreiter wollen mit dieser künstlichen Tropenwelt den Zoobesuchern nicht nur ein besonderes Naturerlebnis bieten, sondern auch auf die bedrohte natürliche Tropenwelt aufmerksam machen.

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2011, 09:44 Uhr

Finanzierungskonzept:

Die Gesamtkosten betragen rund 66,8 Millionen Euro. Davon trägt der Freistaat Sachsen ca. 32,3 Millionen Euro, die Stadt Leipzig ca. 11,5 Millionen Euro und der Zoo Leipzig ca. 23 Millionen Euro.

Technische Daten:

(Quelle: Zoo Leipzig)

Architektur:

Baufeld: 2,7 Hektar
Hallengröße: 1,65 Hektar
Scheitelhöhe/Lichte Höhe: 34,5 Meter
Traufhöhe an Eckpunkten: 10 Meter, Hochpunkt 18 Meter
5 Ebenen: EG, 1.OG, 2. OG, 1.UG, 2.UG
Stahl Dachwerk: 2.200 Tonnen
Spannweite Dachtragwerk: max. 160 Meter
Abstand zwischen Sekundär- und Primärtragwerk: zwischen 1,80 und 3,50 Meter
Folienkissenfläche Dach: 17.900 Quadratmeter
Vertikale Außenwandbekleidung: 2.700 Quadratmeter
Gesamtfläche: 30.419 Quadratmeter
Nutzfläche: 21.470 Quadratmeter
Rauminhalt: 523.153 Kubikmeter

Innenraum:

Länge Flusslauf: 390 Meter
Länge Bootstour: 11 Minuten
Länge Hauptweg: ca. 650 Meter
Länge Baumwipfelpfad: 90 Meter
Höhe Baumwipfelpfad: bis 12 Meter
Bepflanzte Fläche: 7.500 Quadratmeter

Bestand:

Anzahl der Tierarten: ca. 40 (ca. 300 Individuen)
Gesamtgehegefläche: 4.000 Quadratmeter
Gehegewasserfläche: ca. 1.000 Quadratmeter
Bäume mit einer Höhe von 6 bis 12 Meter: 131
Bäume/Pflanzen mit einer Höhe von 3 bis 5 Meter: 415
Gesamtzahl Bäume und Pflanzen: ca. 17.600

Klima:

Durchschnittstemperatur: 24–26 Grad Celsius
Luftfeuchtigkeit: 65–100 Prozent

Auslastung:

Max. Besucherzahl in der Halle: 2.500
Zusätzliche Plätze im Eventbereich: 600

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK