Eine Einfahrt aus Betonplatten führt in ein von einer Mauer umgebenes Gelände
Bildrechte: Peter Blümer

Der Osten - Entdecke, wo du lebst | 12.09.2017 | 20:45 Uhr Der Supergeheimdienst der DDR – Lauschangriff aus Dessau

Ein Film von Peter Simank

Der Militärische Nachrichtendienst der NVA war der zweite Geheimdienst der DDR und so gut wie niemandem bekannt. Einer der zentralen Stützpunkte befand sich in Dessau. Unser Film begibt sich auf Spurensuche. Unser Autoren haben Historiker und ehemalige Mitarbeiter getroffen.

Eine Einfahrt aus Betonplatten führt in ein von einer Mauer umgebenes Gelände
Bildrechte: Peter Blümer

"Es gibt Geheimdienste, die sind so geheim, supergeheim, dass praktisch keiner von ihrer Existenz weiß", mit diesen Worten leitet Sabine Christiansen 1992 einen Bericht der "Tagesthemen" ein. Erstmals erfährt die breite Öffentlichkeit von der Existenz eines zweiten DDR-Geheimdienstes – neben der Staatssicherheit.

Seitdem sind 25 Jahre vergangen. Eine ganze Bundesbehörde mit rund 2.000 Mitarbeitern befasst sich seitdem ausschließlich mit der Stasi. Doch wer kennt schon den MIL-ND, den Militärischen Nachrichtendienst der NVA? Wie kann es sein, dass allen dieser "Supergeheimdienst" entgangen ist? Wie und wo hat er gearbeitet?

Der Osten - Entdecke, wo du lebst | 12.09.2017 | 20:45 Uhr Spurensuche: MIL-ND - der Militärische Nachrichtendienst der NVA

Der Militärische Nachrichtendienst der NVA war der zweite Geheimdienst der DDR und so gut wie niemandem Bekannt. Mit Zeitzeugen und historischen Aufnahmen ist unsere Reportage seinem Geheimnis auf der Spur.

Ein Parabolspiegel ragt neben einer weißen Mauer in den Himmel
Meter–Parabolspiegel in Dessau, ein Relikt des DDR-Supergeheimdienstes. Damit erfolgte die Aufklärung von Luftbrücken zu aktuellen Kriegsschauplätzen und den weltweit operierenden Truppen der US-Streitkräfte. Bildrechte: Simank-Film
Ein Parabolspiegel ragt neben einer weißen Mauer in den Himmel
Meter–Parabolspiegel in Dessau, ein Relikt des DDR-Supergeheimdienstes. Damit erfolgte die Aufklärung von Luftbrücken zu aktuellen Kriegsschauplätzen und den weltweit operierenden Truppen der US-Streitkräfte. Bildrechte: Simank-Film
Blick auf ein siebenstöckiges Hochhaus mit Treppenhaus hinter Glas
Junkershochhaus in Dessau: Stabsgebäude des Funkaufklärungsregiments der NVA, mit knapp 1.000 Mitarbeitern größte Abteilung der NVA-Militärspionage. Bildrechte: Peter Blümer
Blick auf ein graues, zweistöckiges Gebäude, hinter dem ein dreistöckiger Block steht
"Der schweigende Stern", ehemalige Schule des Militärischen Nachrichtendienstes der NVA in Klietz. Bildrechte: Simank-Film
Eine Spezialantenne auf dem Dach eines Flachbaus
Heute wird das Gelände durch die Bundeswehr genutzt. Bildrechte: Simank-Film
Ein weißes mehrstöckiges Bürogebäude hinter Büschen und Bäumen
Zentrale des Militärischen Nachrichtendienstes der DDR in der Oberspreestraße in Berlin Bildrechte: Simank-Film
Eine Einfahrt aus Betonplatten führt in ein von einer Mauer umgebenes Gelände
Funksendezentrale Scheuder, einer der geheimsten Dienststellen der NVA zwischen Scheuder und Lausigk im Kreis Köthen. Bildrechte: Peter Blümer
Schrankgroße Computer füllen einen Raum
Sendesaal in Scheuder, Agenturfunk-Stelle zur Kommunikation zwischen NVA-Geheimdienst und Auslandsagenten. Bildrechte: Peter Blümer
Luftbild eines mehrere Hektar großen Areals mit Wald
Das geheime Areal umfasste 13,5 Hektar,  wegen der Anzahl und Größe der Sendeantennen war diese Größe notwendig. Bildrechte: Peter Blümer
An einer Wand hängt eine Plakette der NVA mit dem Profil eines Funkers
Plakette der NVA-Funkaufklärung Dessau Bildrechte: Peter Blümer
Soldaten stehen bei einem Fahnenappell in Zweierreihe
Appell auf dem Gelände der Dessauer Funkaufklärer Bildrechte: Peter Blümer
Porträt eines Generalleutnants mit Krawatte und Abzeichen auf dem Sakko
Generalleutnant Alfred Krause, letzter Chef des Militärischen Nachrichtendienstes der NVA Bildrechte: Peter Blümer
Mehrere Militärfahrzeuge stehen auf einem Platz vor einer großen Halle
Fuhrpark auf dem Gelände des Militärischen Nachrichtendienstes in Dessau Bildrechte: Peter Blümer
Plakette der NVA mit dem Profil eines Funkers und der Zahl 25
Plakette der NVA-Funkaufklärung Bildrechte: Peter Blümer
Ein Spionageflugzeug in Tarnfarben mit der Nummer 373
AN-26, Bordnummer 373: Spionageflugzeug des Militärischen Nachrichtendienstes der NVA Bildrechte: Manfred Bischoff
Ein Spionageflugzeug AN-26 in Tarnfarben auf einem Flugplatz
Spionagetechnik am Flugzeug zur Aufklärung der Luft- und Landstreitkräfte der Bundeswehr Bildrechte: Manfred Bischoff
Computer- und Funktechnik an Bord eines Flugzeuges
Innenraum des Spionageflugzeuges der NVA Bildrechte: Manfred Bischoff
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Dem Supergeheimdienst entging so gut wie nichts

Fest steht, einer der zentralen Stützpunkte war Dessau. Hier arbeitet jahrelang hermetisch abgeschirmt das Funkaufklärungsregiment der NVA, quasi die NSA der DDR. Denn schon lange bevor die Skandale um den größten Auslandsgeheimdienst der USA Anfang 2013 publik werden, observierten von Dessau aus hunderte Cyberkrieger mit Richtfunkantennen und Parabolspiegeln den militärischen Funk- und Telefonverkehr Westeuropas. Selbst Telefonate des US-Präsidenten aus der AIR FORCE ONE werden von den Nachrichtenspezialisten in Dessau abgefangen. Doch nicht nur im Äther ist der NVA-Nachrichtendienst unterwegs. Seine Agenten operieren auch "hinter den feindlichen Linien" im Hauptquartier der NATO in Brüssel, in der Bundeswehr oder direkt im Verteidigungsministerium in Bonn.

Ein Mann mit grauem Mantel und Gehstock steht auf einem Plattenweg.
Dieter Popp Bildrechte: Simank-Film

Ich hatte fünf Legalitäten. Das waren fünf ganz echte Ausweise von echt lebenden Personen in meinem Alter. Das einzige, was da von mir drin war, war mein Bild. Alles andere war original. Das Schwierige daran war jedoch, dass man bei einer Zufallskontrolle alles über die fünf fremden Personen wissen musste. Nicht nur das Geburtsdatum, sondern auch die Lebensumstände: wann sind Mutter und Vater geboren, was für ein Auto fährt man, wie viele Kinder hat man, lebt man im Reihenhaus oder in einer Mietwohnung?

Dieter Popp, früherer Agent des Militärischen Nachrichtendienstes der NVA

Die Reportage begibt sich auf Spurensuche und hinterfragt, weshalb der nahezu unbekannte Geheimdienst bis heute nicht mehr als ein Schatten an der Wand ist. Gemeinsam mit Historikern und ehemaligen Mitarbeitern des Zentralen Funkaufklärungsdienstes in Dessau und durch historisches Filmmaterial will der Film Licht in das Dunkel des Militärischen Nachrichtendienstes der ehemaligen NVA bringen.

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2017, 10:30 Uhr

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Spurensuche: MIL-ND - der Militärische Nachrichtendienst der NVA

Der Militärische Nachrichtendienst der NVA war der zweite Geheimdienst der DDR und so gut wie niemandem Bekannt. Mit Zeitzeugen und historischen Aufnahmen ist unsere Reportage seinem Geheimnis auf der Spur.

Ein Parabolspiegel ragt neben einer weißen Mauer in den Himmel
Meter–Parabolspiegel in Dessau, ein Relikt des DDR-Supergeheimdienstes. Damit erfolgte die Aufklärung von Luftbrücken zu aktuellen Kriegsschauplätzen und den weltweit operierenden Truppen der US-Streitkräfte. Bildrechte: Simank-Film
Ein Parabolspiegel ragt neben einer weißen Mauer in den Himmel
Meter–Parabolspiegel in Dessau, ein Relikt des DDR-Supergeheimdienstes. Damit erfolgte die Aufklärung von Luftbrücken zu aktuellen Kriegsschauplätzen und den weltweit operierenden Truppen der US-Streitkräfte. Bildrechte: Simank-Film
Blick auf ein siebenstöckiges Hochhaus mit Treppenhaus hinter Glas
Junkershochhaus in Dessau: Stabsgebäude des Funkaufklärungsregiments der NVA, mit knapp 1.000 Mitarbeitern größte Abteilung der NVA-Militärspionage. Bildrechte: Peter Blümer
Blick auf ein graues, zweistöckiges Gebäude, hinter dem ein dreistöckiger Block steht
"Der schweigende Stern", ehemalige Schule des Militärischen Nachrichtendienstes der NVA in Klietz. Bildrechte: Simank-Film
Eine Spezialantenne auf dem Dach eines Flachbaus
Heute wird das Gelände durch die Bundeswehr genutzt. Bildrechte: Simank-Film
Ein weißes mehrstöckiges Bürogebäude hinter Büschen und Bäumen
Zentrale des Militärischen Nachrichtendienstes der DDR in der Oberspreestraße in Berlin Bildrechte: Simank-Film
Eine Einfahrt aus Betonplatten führt in ein von einer Mauer umgebenes Gelände
Funksendezentrale Scheuder, einer der geheimsten Dienststellen der NVA zwischen Scheuder und Lausigk im Kreis Köthen. Bildrechte: Peter Blümer
Schrankgroße Computer füllen einen Raum
Sendesaal in Scheuder, Agenturfunk-Stelle zur Kommunikation zwischen NVA-Geheimdienst und Auslandsagenten. Bildrechte: Peter Blümer
Luftbild eines mehrere Hektar großen Areals mit Wald
Das geheime Areal umfasste 13,5 Hektar,  wegen der Anzahl und Größe der Sendeantennen war diese Größe notwendig. Bildrechte: Peter Blümer
An einer Wand hängt eine Plakette der NVA mit dem Profil eines Funkers
Plakette der NVA-Funkaufklärung Dessau Bildrechte: Peter Blümer
Soldaten stehen bei einem Fahnenappell in Zweierreihe
Appell auf dem Gelände der Dessauer Funkaufklärer Bildrechte: Peter Blümer
Porträt eines Generalleutnants mit Krawatte und Abzeichen auf dem Sakko
Generalleutnant Alfred Krause, letzter Chef des Militärischen Nachrichtendienstes der NVA Bildrechte: Peter Blümer
Mehrere Militärfahrzeuge stehen auf einem Platz vor einer großen Halle
Fuhrpark auf dem Gelände des Militärischen Nachrichtendienstes in Dessau Bildrechte: Peter Blümer
Plakette der NVA mit dem Profil eines Funkers und der Zahl 25
Plakette der NVA-Funkaufklärung Bildrechte: Peter Blümer
Ein Spionageflugzeug in Tarnfarben mit der Nummer 373
AN-26, Bordnummer 373: Spionageflugzeug des Militärischen Nachrichtendienstes der NVA Bildrechte: Manfred Bischoff
Ein Spionageflugzeug AN-26 in Tarnfarben auf einem Flugplatz
Spionagetechnik am Flugzeug zur Aufklärung der Luft- und Landstreitkräfte der Bundeswehr Bildrechte: Manfred Bischoff
Computer- und Funktechnik an Bord eines Flugzeuges
Innenraum des Spionageflugzeuges der NVA Bildrechte: Manfred Bischoff
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