Die Drei Gleichen - Burg Gleichen, Mühlburg, Wachsenburg
Die Drei Gleichen: Jede Burg hat ihre eigene Legende und alle gemeinsam haben eine. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Der Osten - Entdecke, wo du lebst | MDR FERNSEHEN | 19.09.2017 | 20:45 Uhr Die Drei Gleichen - 1.000 Jahre & ein Blitz

Ein Film von Steffi Peltzer-Büssow

Schon weithin sichtbar thronen auf drei Bergkegeln in Thüringen drei stolze Landgrafenburgen: die Mühlburg, die Burg Gleichen und die Veste Wachsenburg. Sie sind umwoben von Sagen und Legenden über lodernde Brände, grausame Raubritter und entführte Königsnichten. Einer dieser Legenden verdankt das Gebiet seinen Namen - dem Blitzeinschlag in alle drei Burgen.

Die Drei Gleichen - Burg Gleichen, Mühlburg, Wachsenburg
Die Drei Gleichen: Jede Burg hat ihre eigene Legende und alle gemeinsam haben eine. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Aller drei Jahre gibt es ein Riesenspektakel rund um die Drei Gleichen. Beim "Drei(n)schlag" wird mit moderner Feuerwerkstechnik der Blitzschlag von 1231 nachgestellt. Auch in diesem Jahr kamen wieder tausende Besucher zu dem Event. Der Verkehr auf der Autobahn 4 musste in dieser Zeit ruhen. Denn die Burgen liegen direkt an der A4, und sind so etwas wie ein Tor zu Thüringen - wenn man von Westen kommend auf Erfurt zufährt.

Die Burgen und ihre Legenden Ausflug zu den Drei Gleichen

Viele Legenden werden um die Drei Gleichen und ihre ehemaligen Bewohner erzählt. Aber kann es sein, dass ein Blitz in alle drei Burgen gleichzeitig einschlug? Im Labor der TU Ilmenau wurde ein Experiment gemacht.

Die Wachsenburg
Während der Dreharbeiten sind wir mit der Drohne über die Drei Gleichen geflogen und haben schöne Ansichten eingefangen, wie hier von der Wachsenburg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Wachsenburg
Während der Dreharbeiten sind wir mit der Drohne über die Drei Gleichen geflogen und haben schöne Ansichten eingefangen, wie hier von der Wachsenburg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zwei Männer untersuchen Steine auf einem Hügel
Der Hügel unterhalb der Wachsenburg ist vor allem für Geologen interessant. Auf den "Badlands" unterhalb der Burg sind Geologe Stephan Brauner und NABU-Mann Ronald Bellstedt auf "Ameisen-Löwenjagd". Die seltenen Larven der Ameisenjungfer sollen hier noch leben. Sie sind geschickte und gefährliche Jäger. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Blauflüglige Ödlandschrecke
Auch die "blauflüglige Ödlandschrecke" lebt auf den "Badlands". Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Die Burg Gleichen im Thüringer Becken
Auf der Burg Gleichen lebte einst ein Graf, der gleich zwei Frauen hatte - so jedenfalls wird es in der Legende erzählt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bild des zweibeweibten Grafen. Es zeigt einen Grafen von Gleichen mit zwei Frauen.
Der "zweibeweibte" Graf wird er auch genannt. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Bild des zweibeweibten Grafen. Es zeigt einen Grafen von Gleichen mit zwei Frauen.
Eine Mär, die wohl durch die Grabplatte im Erfurter Dom entstand. Sie zeigt den Grafen von Gleichen mit zwei Frauen. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Die Ruine der Mühlburg erhebt sich auf einem Hügel über dem Ort Mühlberg in der Gemeinde Drei Gleichen
Die Ruine der Mühlburg erhebt sich auf einem Hügel über dem Ort Mühlberg. Ohne die Initiative eines Vereins, würden die Überreste wohl nicht mehr stehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zwei Männer mit Moped stehen unterhalb der Mühlburg
Es hätte nicht viel gefehlt und die Mühlburg wäre verschwunden. Einige Einwohner der Region holten sich die Steine als Baumaterial in die umliegenden Dörfer. Bis sich ein Verein gründete, der etwas gegen den Vandalismus unternahm. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Zwei Männer mit Moped stehen unterhalb der Mühlburg
Wolfgang Schröter (rechts) rief den Verein ins Leben. Matthias Zacher (links) baute als Jugendlicher die Burgruine wieder mit auf und ist heute Vorsitzender des Nachfolgevereins, der Kultur und Gelder für die Burg organisiert. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Eine alte Mauer
Sowohl auf der Mühlburg als auch auf der gegenüberliegenden Burg Gleichen gibt es noch heute Brandspuren – aus vielen Jahrhunderten. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Ein Mann und eine Frau bauen ein Model
Aber kann es sein, das ein Blitz im Jahre 1231 in alle drei Burgen gleichzeitig einschlug? In einem Hochspannungslabor der TU Ilmenau stellten wir für unseren Film den Blitzeinschlag nach. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
Model mit Kerze, mit dem der Brand der Drei Gleichen inszeniert wird
Ob das Experiment geglückt ist, sehen Sie am 19. September um 20:45 Uhr im MDR FERNSEHEN. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke, wo du lebst | 19. September 2017 | 20:45 Uhr

Drei Burgen, von denen jede ihre eigene Legende hat, und alle gemeinsam eine. Am 31. Mai 1231 sollen sie in einer Nacht durch einen Blitz alle in Brand geraten sein und wie "drei gleiche" Fackeln gelodert haben. Burg Gleichen, Mühlburg und Wachsenburg bilden ein über 1.000 Jahre altes historisches Ensemble in absoluter Harmonie mit der Landschaft - eines der berühmtesten in Deutschland. Ringsherum wachsen und leben Naturschätze in Hülle und Fülle, seltene Arten von Flora und Fauna. Und die Badlands, die kaum bewachsenen Keuperformationen, geben einen Hauch von Exotik noch dazu. Jede der drei Burgen hat ihre eigene Geschichte: die Wachsenburg als Amtssitz, die Mühlburg als literarischer Ort der frühen Christianisierung, die Burg Gleichen als sagenhaftes Gemäuer eines "zweibeweibten" Grafen. Und obwohl sie scheinbar unanfechtbar stehen, nagt der Zahn der Zeit heftig an den Gemäuern, was den Denkmalpflegern so manche Nuss zu knacken gibt.

Luftaufnahme einer Burgruine
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Legende: Es begab sich, dass in einer lauen Mai-Nacht im Jahr 1231 ein schweres Unwetter über das sanfte Hügelland zog. Furchtbare Donnerschläge trieben die Bauern aus ihren Gehöften. Sie schauten auf zum Himmel und erblickten Unglaubliches. Blitze schlugen ein. Sie trafen die Burgen mit einem Schlag und setzte sie in Flammen. Es schien, als ob auf den drei Bergen drei riesige Fackeln loderten und die Dörfer, Wiesen und Felder hell erleuchteten. Selbst auf der Wasserfläche des "Großen Sees", der einst unterhalb der Burgen gelegen haben soll, spiegelte sich das verheerende Flammenmeer. Und seither - so die Sage - nannte das Volk die Burgen und das Land drum herum nur noch die "Drei Gleichen".