Der Osten - Entdecke, wo du lebst | MDR FERNSEHEN | 07.11.2017 | 20:45 Uhr Die "Roten" der Rhön

Ein Film von Frank Koschewski

Der Rotmilan ist einer unserer schönsten und einer unseren größten Greifvögel. Auch für Laien ist der rostrote Segler mit dem gegabelten Schwanz gut am Himmel zu erkennen. Eine der größten Rotmilan-Populationen Europas lebt in der Rhön. Frank Koschewski zeigt in seinem Film faszinierende Aufnahmen der Tiere, macht aber auch auf Gefahren aufmerksam, die die Art bedrohen.

Rotmilan
Deutschlands heimlicher Wappenvogel: der Rotmilan Bildrechte: MDR/Frank Koschewski

Der Rotmilan - Steckbrief: Lateinischer Name: Milvus milvus

Erscheinungsbild: rostroter Greifvogel, der leicht an seinem gegabelten Schwanz zu erkennen ist

Alter: bis zu 25 Jahre
Gewicht: 1 bis 1,2 kg
Größe: 65 Zentimeter bei 160 Zentimeter Flügelspannweite

Nahrung: Kleinsäuger, Wirbellose, Amphibien, Aas

Besonderheit: unordentliche Nester - Rotmilane lieben es, ihr Nest mit allerlei Fundstücken (Plastiktüten, Unterwäsche, Arbeitshandschuhe, Tennisbälle und Plüschtiere) auszustatten

Der elegante Segler am Himmel weiß es nicht, aber da unten am Boden verfolgen sie jeden seiner Flüge über der hügeligen, weiten Landschaft der Rhön...

Dort lebt eine der größten Rotmilan-Populationen Europas, nirgendwo in der Welt kommen Rotmilane häufiger vor als in Deutschland. Mit einem faszinierenden Greifvogel-Projekt im UNESCO-Biosphärenreservat werden sie beringt, beobachtet und ihre Bestände kartiert. Damit sollen Folgen der Umweltentwicklung für die markanten rostroten Greife erforscht werden. Die ersten Erkenntnisse zeigen: Deutschlands heimlicher Wappenvogel wird zunehmend Opfer der heutigen Landwirtschaft, und er ist ein Beispiel für den Konflikt zwischen Erneuerbaren Energien und Artenschutz. Denn während der dichte Teppich landwirtschaftlicher Kulturen gerade im Frühjahr - zur Fütterungszeit der Jungvögel - schnell den Blick auf Beute am Boden verdeckt, nehmen die Vögel die Brachflächen rund um Windräder zu gerne als Jagdrevier und fallen den Rotorblättern zum Opfer.

Bilder Rotmilane - Von der Brut bis zum Vogelzug

Rotmilane sind Zugvögel. Ab Oktober verlassen sie Deutschland, um in wärmeren Gefilden zu überwintern. Etwa im März kommen sie in ihre gewohnten Brutreviere zurück - unter anderem in die Rhön.

Panoramaaufnahme der Rhön
In der Rhön hat eine der größten Rotmilan-Populationen Europas ihr Zuhause gefunden. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Panoramaaufnahme der Rhön
In der Rhön hat eine der größten Rotmilan-Populationen Europas ihr Zuhause gefunden. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
In einem Nest versteckt in einem Baum sitzt einer junger Rotmilan
Dort nisten jedes Jahr aufs Neue die rostroten Greifvögel. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Ein Rotmilanweibchen mit seinen beiden Nestlingen
Ein Rotmilanweibchen mit seinen Nestlingen. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Ein Jungmilan, der aus dem Nest gefallen ist, liegt im Gras
Eines der Jungvögel ist aus dem Nest gefallen. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Ein Rotmilan füttert sein Junges im Nest
Die Kleinen haben einfach immer Hunger. Auf der Speisekarte stehen Hamster, Vögel, Mäuse, Hasen, Maulwürfe, Fische und auch Aas. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Ein Jungmilan mit geöffnetem Schbale
Sind die Äcker morgens noch nass vom Tau, isst ein Jungmilan auch Regenwürmer. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Rotmilan auf Beuteflug
Den Großteil der Fütterung von Weibchen und Küken übernimmt das Männchen. Erst später beteiligt sich auch das Weibchen an der Jagd. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Zwei Rotmilane im Balzflug
Im Balzflug... Rotmilan-Paare bleiben einander oft über Jahre treu, auch wenn sie den Winter nicht gemeinsam verbringen. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
Rotmilan-Familie
Bei der Rückkehr in ihr Brutgebiet im März finden sie sich wieder. Bildrechte: MDR/telekine fernsehproduktion
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten, entdecke wo du lebst | 07. November 2017 | 20:45 Uhr

Wie Wildbiologe Julian Oymanns MDR THÜRINGEN sagte, hat man mit dem Artenschutzprojekt im Biosphärenreservat Rhön in den vergangenen drei Jahren bereits viel erreich;, aber es gibt auch noch viel zu tun. Ziel ist es, den Bestand langfristig zu schützen. Dabei appellieren die Vogelschützer vor allem an die Landwirte. Mit Fördergeldern sollen die Bauern motiviert werden, ihre Wiesen und Weiden häufiger zu mähen. Denn dann kann der darüber hinweg segelnde Rotmilan besser und mehr Beute für seine Brut erspähen. Für das insgesamt sechs Jahre dauernde Projekt werden etwa 900.000 Euro bereitgestellt.

Der Artenschutz ist nur ein Aspekt in Frank Koschewskis Film, der die "Roten" der Rhön in faszinierenden Aufnahmen von der Brut bis zum Vogelzug zeigt. Rotmilane sind Zugvögel. Wie könnte ihre Zukunft aussehen? Warum braucht die Natur diese Herren der Lüfte? Was würde fehlen, wenn sie nicht mehr majestätisch überm Land schweben?

Wissen

Äsche in der Gera - Rotmilan
Bildrechte: MDR/LOOKS Film & TV GmbH

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke, wo du lebst | 07. November 2017 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. November 2017, 16:25 Uhr