Escher - Der MDR-Ratgeber

Escher | 02.02.2012 | 20:15 Uhr : Was tun gegen die Kälte?

Wenn Minusgrade im zweistelligen Bereich liegen sind, beginnen die Probleme. Das Auto springt nicht an, man muss auf den Abschleppdienst warten, zu Fuß zur Arbeit oder zur nächsten Haltestelle gehen. Wie kleidet man sich am Besten gegen die eisige Kälte? Was hilft um, sich schnell aufzuwärmen? Die Vorfreude auf das wohlig-warme Zuhause ist bei heftigen Minusgraden besonders groß. Aber auch im Haus können durch die Kälte kostenintensive Schäden entstehen. Wir verraten Ihnen, wie Sie gut durch die sibirische Kälte kommen.

Ein dick eingehüllter Mann schaut in die Kamera. Man sieht nur die Augen. Mütze und Schal sind voller Reif und Eis.

Heizung

Es könnte in diesen Tagen notwendig werden alle Zimmer, auch die momentan nicht genutzten, zu heizen und die Heizungen nicht abzudrehen. Die Höhe der Wärmeeinstellung richtet sich allerdings nach der Beschaffenheit des Hauses im Bereich der Dämmung. Wer die Heizung am Regler nur auf das Sternchen dreht, kann zwar einem Einfrieren des Heizkörpers entgegenwirken – eine Garantie, dass die Heizungsrohre keinen Schaden nehmen, ist das allerdings nicht.

Fenster

Über große Fenster oder ganze Glasfronten verlieren Häuser viel Energie, es sei denn, sie verfügen über eine Wärmeschutzverglasung und einen gedämmten Rahmen. Wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihr Wärmeverlust so gering wie möglich ist, sollten Sie die Rollläden und Vorhänge über Nacht schließen. Auch eine zusätzliche Wärmedämmung an den Rollläden kann sich auszahlen.

Lüften

Trotz der Kälte draußen ist es sehr wichtig, regelmäßig zu lüften. Aber auch dabei gilt es, Dinge zu beachten. Durch Kochen und Waschen entsteht in Wohnräumen feuchte Luft, die raus muss, um der Schimmelbildung vorzubeugen. Ein angekipptes Fenster sorgt nur allmählig für den wichtigen Luftaustausch bei gleichzeitigem Wärmeverlust. Besser ist es, mehrmals am Tag durch Stoßlüften diesen Austausch der Luft herbeizuführen.

Kleidung

Bei Kälte spielt die richtige Bekleidung eine entscheidende Rolle. Hierbei hat sich das Zwiebelprinzip bewährt: Je mehr einzelne Lagen man übereinanderträgt, desto mehr Luftpolster bilden sich. Diese wirken als Wärmeisolator mit dem Effekt, dass die Wärme länger gespeichert werden kann. Empfehlenswert sind Naturmaterialien wie Seide oder Baumwolle.

Auto

Sollte Ihr Auto noch nicht winterfest sein, empfiehlt sich der Besuch in einer KFZ-Werkstatt. Dennoch gibt es auch verschiedene Maßnahmen, die Sie auch selbst einleiten können.

Batterie

Ein vereistes Auto
Bei eisiger Kälte macht die Batterie oft als erstes das Licht aus.

Bei Kälte führt das Batterieversagen die Pannenstatistik an. Die Gründe liegen auf der Hand: Scheibenwischer, Licht, Gebläse, beheizbare Heckscheibe und beheizbare Sitze fordern in der kalten Jahreszeit möglicherweise mehr von der Batterie als die Lichtmaschine in der Lage ist nachzuladen – besonders beim Fahren von kurzen Strecken im Stadtverkehr. Hinzu kommt, dass eine Batterie in der Regel eine durchschnittliche Lebensdauer von vier bis fünf Jahren besitzt. Beobachten Sie daher genau, wann erste Probleme auftreten.

Sollte schon bei niedrigen Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts das Starten des Autos nicht prompt erfolgen, empfiehlt es sich, die Batterie vom Fachmann prüfen zu lassen. Ansonsten ist das Zusammenbrechen bei Tiefsttemperaturen schon vorprogrammiert.

Winterreifen

Experten empfehlen das Fahren der Winterreifen von Oktober bis Ostern. Sollten Sie noch Winterreifen aus den vergangenen Jahren verwenden, ist für Ihre Sicherheit das Prüfen der Profiltiefe notwendig. Der Gesetzgeber sieht eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Beim Fahren von Reifen mit weniger Profiltiefe riskieren Sie den Verlust Ihres Versicherungsschutzes. Um bei Schnee und Eis sicher unterwegs zu sein, empfehlen Hersteller eine Profiltiefe von vier Millimetern.

Winterreifen
Mindestprofiltiefe für Winterreifen: 1,6 Millimeter.

Seit Dezember 2010 ist per Gesetz eine Winterreifenpflicht eingeführt worden. Dementsprechend ist die Nutzung von "M+S" Reifen (Matsch und Schnee) bei definierten Nutzungsbedingungen wie etwa Schnee, Schneematsch, Schneeglätte oder Glatteis bindend. Auch Allwetterreifen mit M+S-Kennung erfüllen die gesetzliche Forderung. Besonders robuste und kältegeignete Bereifung erkennen sie an einem zusätzlichen Zeichen in Form einer Schneeflocke.

Frostschutzmittel

Um vereiste Leitungen sowie das Zufrieren der Frontscheibe während der Fahrt zu vermeiden empfiehlt sich die Verwendung von Frostschutzmittel in der Spritzwasseranlage. Das Mischungsverhältnis richtet sich nach der Außentemperatur und ist auf der Packung nachzulesen. Nach dem Einfüllen des Frostschutzkonzentrats sollten sie sofort die Förderpumpe betätigen, um die Leitungen und Düsen vor dem Zufrieren zu schützen.

Scheibenwischanlage

Reinigen Sie die Frontscheibe regelmäßig. Sie verschmutzt und beschlägt dadurch nicht so schnell. Darüber hinaus sollten Sie die Lamellen der Scheibenwischer in Augenschein nehmen. Sind diese ausgefranst, sollten Sie ersetzt werden. Um generell weniger Streifen auf der Frontscheibe zu haben, reinigen Sie die Scheibenwischer mit Silikon-Entferner – das sorgt für klare Sichtverhältnisse.

Türdichtungen

Auch Türdichtungen sind anfällig für Frost. Um ein Festfrieren und im schlimmsten Fall ein Reißen der Dichtungen zu vermeiden, können diese mit speziellen Pflegemitteln eingerieben werden. Auch das Auftragen von Silikon oder Glycerin verhindert das Anfrieren der Gummilippen am Blech.

Türschlösser

Besonders Türschlösser sind im Winter anfällig für Vereisungen. Aber mit einem Enteiser – auch als Spray erhältlich – können Sie dafür sorgen, dass der Schlüssel wieder ins Schloss passt. Vorbeugend können Türschlösser mit Grafitspray konserviert werden.

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2012, 11:46 Uhr

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