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Escher | MDR FERNSEHEN | 16.06.2011 | 20:15 Uhr : Wohnungseinbrüche - So schützen Sie Ihr Eigentum

Für das Jahr 2010 meldet die Kriminalstatistik rund 123.000 Wohnungseinbrüche – 6,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Aufklärungsquote liegt 2010 bei nur knapp 16 Prozent. Noch schlimmer als aufgebrochene Türen und zerwühlte Schubladen ist für viele Betroffene aber der Eingriff in die Privatsphäre. "Escher" gibt Tipps, wie Sie Ihre Wohnung vor Einbrechern schützen.

Ein maskierter Mann steht, mit einer Taschenlampe in der Hand, vor einem Fenster

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Die Fälle aus unserer Sendung

Es ist mitten in der Nacht, als es im Haus von Familie C. wie wild poltert. Waldemar C. wird wach: Im Haus brennt Licht. Vorsichtig geht der 60-Jährige in den Flur und durch das Haus. Im Hinterhof entdeckt Waldemar C. dann die Einbrecher und stellt sie in Pantoffeln und Sporthose zur Rede. Laut ruft er: "Stehen bleiben! Die Polizei ist schon unterwegs!" Als die Diebe das hören, ergreifen sie sofort die Flucht. Allerdings wissen sie nicht, dass sie bei einem zweifachen Marathon-Olympiasieger eingestiegen sind.

Waldemar C. nimmt mutig die Verfolgung auf. Er sieht, wo sich die beiden verstecken, will jedoch keine Konfrontation riskieren. Mit dem Handy rufen die Eheleute C. die Polizei. Letztendlich können die Einbrecher doch entkommen. Was bleibt, ist ein mulmiges Gefühl bei Familie C. Für Waldemar C. steht allerdings fest: Falls noch einmal Diebe in sein Haus einbrechen, würde er sie wieder verfolgen. Die Verfolgung von Einbrechern und Dieben sollte allerdings gut überlegt sein. Die Polizei warnt vor übereifrigen Aktionen.

Auch Eveline und Hans-Jürgen K. aus Leipzig werden Opfer von Einbrechern. Wenn die beiden ihr Haus verlassen, kontrollieren sie immer alle Fenster und Türen. Sie lassen nie etwas offenstehen, nicht mal ein Fenster angekippt. Das Eigenheim des Ehepaares steht in einer ruhigen Siedlung – selten passiert hier etwas. Als die beiden Eheleute jedoch von einem Einkaufsbummel zurückkehren, sind sie starr vor Schreck. Die Diebe sind durch die Terrassentür eingebrochen und haben auf der Suche nach Wertsachen das komplette Wohnzimmer verwüstet. Sie erbeuteten einen Laptop, eine Kamera und wertvolle Münzen.

Tipps

Wo und wann brechen Diebe am häufigsten ein?

Es ist ein Irrtum zu glauben, Villenviertel wären für Einbrecher die lukrativsten Gegenden. Oftmals sind sich die wohlhabenden Bürger dieser Häuser des hohen Risikos bewusst und haben ihr Eigentum dementsprechend mit der neuesten Technik gesichert. Bewohner von ganz normalen Einfamilienhäusern oder auch von Mietwohnungen denken oft: "Bei mir ist eh nichts zu holen." Das ist allerdings ein Vorurteil. Die Werte ihres Eigentums werden in der Regel von den Besitzern massiv unterschätzt. Für Diebe muss es nicht unbedingt der wertvolle Familienschmuck sein. Technische Geräte, wie zum Beispiel Laptops, Smartphones oder Flachbildschirme, sind für sie ebenfalls sehr interessant. Bei ihren Einbrüchen gehen viele Diebe nicht, wie viele glauben, immer nur nachts ans Werk. Eine Großzahl der Wohnungseinbrüche ereignet sich zwischen 6 und 21 Uhr, also dann, wenn in der Regel niemand zu Hause ist.

Welcher Bereich eines Hauses ist besonders einbruchgefährdet?

Einbrecher steigen am liebsten durch die Terrassentür ein. Ohne den Schutz der Dunkelheit ist der Garten der Bereich, in dem sie meistens weitestgehend unbeobachtet sind. Terrassentüren liegen oft verdeckt und sind einfach aufzuhebeln. Auch ungesicherte Fenster, zum Beispiel in Kippstellung, sind eine Schwachstelle, über die die Täter schnell Zugang ins Haus finden. Bei Mehrfamilienhäusern denken die Bewohner oft, dass nur die Erdgeschosswohnungen gefährdet seien. Ganz im Gegenteil: Gerade Wohnungen in den oberen Etagen sind immer wieder beliebte Ziele, da dort die Einbrecher nicht so leicht von vorbeigehenden Hausbewohnern überrascht werden können.

Wird heutzutage mit teurem Profi-Equipment eingebrochen?

Nein, es ist eher selten, dass Einbrecher mit einer teuren und komplizierten Profi-Ausrüstung ans Werk gehen. In den meisten Fällen werden einfache Schraubenzieher oder ähnlich simples Werkzeug verwendet. Viele Türen lassen sich auch schon allein durch kräftiges Dagegenstemmen aufdrücken, dazu braucht man teils gar keine Gerätschaften. Die Diebe wollen in der Regel schnell, möglichst lautlos und unauffällig ins Haus oder in die Wohnung. Dauert das Aufbrechen einer Tür oder eines Fensters zu lange, wird vielfach bereits der Versuch abgebrochen. Schon einfachste Sicherheitsmaßnahmen können unter Umständen das Schlimmste verhindern.

Welche einfachen Schutzmaßnahmen helfen beim kurzzeitigen Verlassen des Hauses?

• Schließen Sie immer beim Verlassen der Wohnung ab, am besten zweimal.
• Hinterlegen Sie keinen Schlüssel draußen vor der Tür. Erfahrene Einbrecher finden auch die trickreichsten Verstecke.
• Fenster und Terrassentüren niemals gekippt lassen, wenn Sie nicht zu Hause sind. Wenn sie keine Einladung für Einbrecher sein sollen, gehören sie geschlossen.
• Wenn Sie Rollläden haben, dann lassen Sie diese in der Nacht herunter. Tagsüber sollten Sie das allerdings nicht machen, denn das würde den Einbrechern deutlich signalisieren, dass Sie nicht daheim sind.
• Lassen Sie wichtige Unterlagen, Wertgegenstände, Sparbücher und ähnliches nach Möglichkeit nicht in der Schublade liegen. Wenn Sie einen Tresor haben, bewahren Sie diese Sachen dort auf.

Welche bezahlbare Sicherheitstechnik macht Sinn?

Oberstes Gebot: Machen Sie es den Einbrechern schwer! Wenn Sie gerade ein Haus bauen, können Sie das Thema jetzt schon berücksichtigen, indem Sie zum Beispiel Sicherheitstüren und -fenster einbauen und Gitter an Kellerfenster anbringen. Einbruchhemmende Türen werden in sechs Widerstandsklassen (WK 1 – WK 6) eingeteilt, wobei WK 6 für die höchste Widerstandsklasse steht. Empfehlenswert sind Türen ab der Widerstandsklasse WK 2.

Da Fenster in der Regel einfach nur ausgehebelt werden, reichen absperrbare Fenstergriffe meist nicht aus. Ein wirksamer Aushebelschutz wird durch einen innen liegenden Beschlag mit mehreren sogenannten Pilzkopfzapfen erreicht. Diese sind rundum angeordnet und greifen beim Verschließen in stabile, mit dem Rahmen verschraubte Stahlschließbleche. Mit ihrer T-Form verhaken sich die Pilzkopfzapfen mit dem Fensterrahmen und bieten so einen hohen Schutz gegen das Aufhebeln des Fensters. Achten Sie bei den Rollläden darauf, dass sich diese nicht einfach hochschieben lassen.

Um ein Aushebeln der Haustür zu erschweren, sollten die Schließbleche im Mauerwerk verankert sein. Außerdem empfiehlt sich ein Türschloss mit einem geschützten Profilzylinder. Ein zweites Schloss, am besten mit einem Sperrbügel, erhöht die Sicherheit.

Ältere Balkon- und Terrassentüren sind für Einbrecher besonders einladend, weil sie sehr leicht zu öffnen sind. Um nicht die ganze Tür austauschen zu müssen, können Sie problemlos Dreipunktverriegelungen für das Schloss und die Bandseite nachrüsten.

Schrecken Alarmanlagen wirklich ab?

Ja, Alarmanlagen haben auf jeden Fall eine abschreckende Wirkung. Viele Hausbesitzer sind der Meinung, eine Alarmanlage würde die Diebe eher anziehen, weil sie ihnen zeigen würde, hier gibt es was zu holen. Diese Scheu ist allerdings unbegründet, wie empirische Studien beweisen.

Welche neuen Sicherheitsmöglichkeiten gibt es aktuell?

Eine relativ neue Präventionsmethode, mit der in einigen europäischen Ländern sehr positive Erfahrungen gemacht wurden, ist die sogenannte "künstliche DNA" – eine unsichtbare Markierungsflüssigkeit, mit der Wertgegenstände überzogen werden. Damit versehenes Diebesgut lässt sich eindeutig zuordnen, da jede Abpackung einzigartig ist. Außerdem ist der Stoff noch bis zu sechs Wochen später auf der Haut nachweisbar. Hausbesitzer machen auf Aufklebern an der Haustür und an Wertgegenständen deutlich, dass sie diese Methode verwenden. Bei einem Modellversuch in einem Bremer Stadtteil hat sich die Zahl der dortigen Einbrüche fast halbiert.

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Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2011, 18:35 Uhr

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