Escher - Der MDR-Ratgeber

Escher | MDR FERNSEHEN | 22.09.2011 | 20:15 Uhr : Telefonwerbung: Wenn das Probeangebot zum teuren Abo wird

Eine Frau telefoniert.

Spätestens bei Krankheit oder Unwohlsein kennt jeder das Problem: Der Kauf von Medikamenten in Apotheken kann schnell zu einer teuren Angelegenheit werden. Krankenkassen zahlen kaum noch zu, für die meisten Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel muss man die Kosten sogar komplett selbst tragen.

Diese Situation machen sich derzeit Werbefirmen zu nutze. Sie verkaufen insbesondere älteren Menschen per Telefonwerbung sogenannte Ginkgo-Präparate zu vermeintlich sensationellen Preisen. Dass auf die Testproben jedoch ein teures Medikamentenabonnement folgt, wird den Betroffenen erst beim Erhalt weiterer Medikamentensendungen und hoher Rechnungen klar. "Escher – Der MDR-Ratgeber" klärt für Sie, was hinter den Ginkgo-Produkten steckt und wie man aus der Abonnementenfalle wieder herauskommt.

Die Fälle aus unserer Sendung

Fall 1:
Angelika K. aus Erfurt ahnt noch nichts von einer Kostenfalle, als sie am Telefon über ein Ginkgo-Produkt informiert wird. Die Dame auf der anderen Seite erklärt ihr, dass das angebotene Präparat das Allgemeinbefinden verbessern würde. Eine Kapsel täglich solle genügen, um eine deutliche Wirkung zu spüren. Die Erfurterin zeigt sich interessiert und willigt ein, zwei Packungen des angepriesenen Ginko-Präparates für zusammen rund 75 Euro zu testen. Einige Tage später erhält sie das Produkt per Post. Angelika K. und ihr Mann nehmen das Präparat einige Wochen ein. Doch die versprochene Wirkung bleibt aus.

Daraufhin teilt die Erfurterin der Firma mit, dass sie keine Pillen mehr erhalten möchte. Die Kündigung wird auch seitens der Vertriebsfirma bestätigt. Jedoch bekommt die Thüringerin noch eine weitere Lieferung, welche noch einmal knapp 75 Euro kosten soll. Erst als sich Angelika K. daraufhin Ihre Unterlagen genau anschaut, stellt sie fest, dass sie einen Vertrag über drei anstatt der, am Telefon besprochenen, zwei Lieferungen abgeschlossen hat. Sie schickt die letzte Lieferung zurück, soll nun aber 83,30 Euro inklusive acht Euro Mahngebühren bezahlen.

Fall 2:
Auch Heide Marie B. aus Hohenmölsen gerät durch einen solchen Telefonanruf in die Abofalle. Ihr werden ebenfalls Ginkgo-Präparate zur Probe angeboten. Die Sachsen-Anhalterin willigt ein, das Produkt einmal zu erhalten, um es zu testen. Knapp einen Monat später bekommt sie jedoch ein zweites Paket der Firma. Sie verweigert die Annahme und das Paket geht zurück an den Empfänger. Aber auch diese Firma beruft sich auf ein telefonisch abgeschlossenes Pillenabonnement und fordert für die zweite Lieferung stolze 99,75 Euro. Die Rentnerin bezahlt nicht und erhält nun Mahnungen und Inkassoschreiben. Mittlerweile beläuft sich ihre Rechnung auf rund 163 Euro.

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