Exakt

Exakt vom 10.10.2012 : Anwälte auf der Anklagebank

Görlitzer Justizia

Betrug, Untreue, Diebstahl – Wer wegen dieser Delikte vor Gericht steht, der ist auf die Hilfe eines Anwalts angewiesen. Doch immer wieder landen Verteidiger selbst auf der Anklagebank. So griff der ehemalige Chef eines Anwalt-Verbandes in die Vereinskasse, andere behielten Versicherungsgelder ihrer Mandanten ein oder kassierten völlig überhöhte Gebühren.

Die Gründe für dieses Verhalten sehen Experten unter anderem in der hohen Zahl der Universitätsabsolventen. Allein in den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Anwälte in Deutschland um 50 Prozent gestiegen. Die Aussichten auf ein ausreichendes Einkommen sind für viele gering, und diese finanzielle Not begünstigt das kriminelle Handeln.

Doch was tun, wenn man vom eigenen Anwalt betrogen wurde? Der erste Schritt ist eine Anzeige. Wird der Jurist verurteilt, kann das Anwaltsgericht einschreiten und ihm die Zulassung entziehen. Doch bis dahin können oft Monate vergehen. In dieser Zeit kann der Anwalt weiter unbehelligt seinen Beruf ausüben. Vom Verteidiger zum Angeklagten - Wie Anwälte ihre Mandanten betrügen.

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2012, 00:45 Uhr

2. Conni K.:
Ich fand den Beitrag etwas "flach". Man hätte ruhig sagen können, dass bei Matthias C. ein Insolvenzverfahren läuft, kann doch jeder im Internet auf Involvenzbekanntmachungen nachlesen. Außerdem nimmt er von Mandanten weiterhin Barvorauszahlungen an. Sollte man ihn die Zulassung irgendwann entziehen, sind diese Gelder dann doch bestimmt weg. Warum haben Sie nicht darauf hingewiesen?
11.10.2012
20:13 Uhr
1. Martin H.:
Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihren interessanten Bericht in der Sendung exakt über Reachtsanwälte auf der Anklagebank. Ich war sehr überrascht darüber, weil ich bislang geglaubt hatte, daß es deutschlandweit nur hier in meiner Gegeng einen kriminellen Rechtsanwalt gibt. Dieser hat gemäß einem Artikel in der örtlichen Zeitung ebenfalls Geld veruntreut. Desweiteren hat er u.a. hat eine vom Amtsgericht Hofgeismar für meine Mutter eingesetzte Berufsbetreuerin angelogen, bis diese schließlich später von sich aus ihr Amt zurückgegeben hatte. Dieser Rechtsanwalt hat es dann durch Absprache mit dem Richter tatsächlich geschaft, daß mein zu 40% behinderter 80-jähriger Vater als Betreuer eingesetzt wurde. Weil mein Vater aber fremdgesteuert wird, hat sich seine sogenannte Haushaltshilfe von ihm gleich eine Vollmacht über alles geben lassen. Diese Frau ist wiederum durch den Reitverein eine Bekannte des kriminellen Rechtsanwaltes. mit freundlichen Grüßen Martin Hümer
11.10.2012
16:50 Uhr

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Das Anwaltsgericht

Das Anwaltsgericht ist ein spezielles berufsrechtliches Strafgericht, das bei Vergehen von Anwälten tätig wird, die in Deutschland als Rechtsanwälte zugelassen sind. Angesiedelt sind die Anwaltsgerichte bei den jeweils zuständigen Rechtsanwaltskammern. Das Gericht ist mit Rechtsanwälten besetzt, die Rolle der Ankläger übernehmen die örtlich zuständigen Generalstaatsanwaltschaften. Das Anwaltsverfahren wird von der Staatsanwaltschaft eröffnet, indem sie beim Anwaltsgericht eine Anschuldigungsschrift einreicht.

Die Anwaltsgerichte können gegenüber den angeklagten Rechtsanwälten verschiedene Sanktionen verhängen. Dazu gehören die Warnung, der Verweis, die Verhängung einer Geldbuße bis 25.000 Euro, das Verbot, auf bestimmten Rechtsgebieten als Vertreter und Beistand für die Dauer von einem Jahr bis zu fünf Jahren tätig zu werden, sowie als Ultima Ratio die Ausschließung des Anwalts aus der Rechtsanwaltschaft.

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