Exakt

Exakt vom 12.09.2012 : Bulgarische Unternehmer auf dem Bau – verdeckte Schwarzarbeit in Deutschland

Auf deutschen Baustellen werden offenbar zunehmend Bulgaren illegal beschäftigt. Nach aktuellem EU-Recht ist der deutsche Arbeitsmarkt für bulgarische und rumänische Arbeitnehmer noch nicht geöffnet. Umgangen wird dieses Beschäftigungsverbot dadurch, dass die auf den Baustellen beschäftigten Arbeiter nach außen als selbstständige Unternehmer auftreten. Statt einer Arbeitserlaubnis erhalten die Bauarbeiter nach ihrer Ankunft in Deutschland eine offizielle Gewerbeanmeldung, was die Scheinselbständigkeit nur schwer nachweisbar macht.

Und das Geschäft mit den illegalen Bauarbeitern nimmt zu: Laut Statistik ist die Zahl der Neuanmeldungen bulgarischer Gewerbe rapide angestiegen. Waren es 2009 noch knapp 11.000 Anmeldungen, verdoppelte sich die Zahl innerhalb von zwei Jahren auf mehr als 21.000. Doch nicht nur das deutsche Baufachgewerbe leidet unter den illegalen Geschäftspraktiken, auch die bulgarischen Arbeiter selbst werden ausgenutzt. Im Fall einer Gruppe von 20 bulgarischen Bauarbeitern auf einer Leipziger Baustelle wurde den Arbeitern von ihrem bulgarischen "Vermittler" ein Monatslohn von 1.600 bis 1.800 Euro versprochen. Am Monatsende erhielten sie jedoch lediglich 500 bis 700 Euro und das bei einer Sechs-Tage-Woche. - Diese Männer werden enttäuscht ihre Heimreise antreten, doch der nächste Bus mit bulgarischen "Unternehmern" ist bereits unterwegs.

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2012, 01:50 Uhr

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