Exakt vom 10.02.2016 Streit um Einsatzzahlen in Thüringer Flüchtlingsheimen

Nach unseren Recherchen musste die Polizei in Thüringen im vergangenen Jahr fast täglich zu Einsätzen in Flüchtlingsunterkünfte ausrücken. Das geht aus einer internen Datensammlung der Thüringer Polizei hervor, die uns exklusiv vorliegt.

Demnach wurden im vergangenen Jahr in der sogenannten Vorgangsbearbeitung der Thüringer Polizei 1.417 Anzeigen von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in Flüchtlingsheimen und Zentralen Aufnahmestellen registriert, die die Polizei vor Ort aufnehmen musste.

Das sind 118 Fälle pro Monat. Trotz mehrfacher Anfragen wollte das Thüringer Innenministerium Exakt gegenüber keine Auskünfte zu Deliktzahlen in Flüchtlingsunterkünften geben.

Die Straftaten sind deutlich angestiegen. Da haben wir alles drunter vom Diebstahl über Körperverletzung, bis zum Raub – alles, die ganze breite Palette. Aber es spricht halt keiner drüber.

Ein Insider über Einsätze in Flüchtlingsunterkünften:

Kritik kommt von der Opposition im Thüringer Landtag. So erklärt Thüringens ehemaliger Innenminister, Jörg Geibert (CDU): "Ich denke, dass auch mit einem gewissen politischen Impetus versucht wird, Delikte eher klein zu reden und den Deckel auf dieser Situation drauf zuhalten." Geibert befürchtet, dass so das Vertrauen in den Rechtsstaat zusätzlich beschädigt werde: "Wenn der Bürger das Gefühl hat, dass die Informationen, die er von seiner Landesregierung, die er von seiner Polizei, die er von einem Ministerium, einem Minister erhält, geschönt oder unzutreffend sind, dann leidet natürlich das Vertrauen. Das ist eine große Gefahr für unseren Rechtsstaat, wenn Vertrauen in das Gemeinwesen leidet."

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die LINKE) wies die Kritik an seiner Landesregierung zurück. "Da wird überhaupt nichts gedeckelt, weil es überhaupt keinen Grund gibt, irgendetwas zu deckeln. Weil eigentlich alles transparent ist."

Für die Thüringer Landespolizei bedeuten die vielen Einsätze durch die Flüchtlingskrise und den damit verbundenen Demonstrationslagen ein hohes zusätzliches Arbeitspensum. Die Thüringer Polizei sei überlastet, so Kai Christ, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Thüringen (GdP). Er erneuerte deshalb seine Forderung nach mehr Personal:

Aufgrund der wachsenden Einsatzbelastung durch die Flüchtlingskrise und den damit verbundenen Demonstrationslagen fordere ich, dass die im Haushalt der Landesregierung festgeschriebenen 465 neuen Stellen bei der Thüringer Polizei auch besetzt werden.

Kai Christ, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Thüringen

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2016, 21:43 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

10 Kommentare

11.02.2016 15:59 Schnellschnitt 10

Nach unseren Recherchen musste die Polizei in Thüringen im vergangenen Jahr fast täglich zu Einsätzen in Flüchtlingsunterkünfte ausrücken. Das geht aus einer internen Datensammlung der Thüringer Polizei hervor. Das stimmt auch in den Suhler Asyslandenheim.

11.02.2016 15:35 HDM 9

"Demnach wurden im vergangenen Jahr in der sogenannten Vorgangsbearbeitung der Thüringer Polizei 1.417 Anzeigen von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in Flüchtlingsheimen und Zentralen Aufnahmestellen registriert, die die Polizei vor Ort aufnehmen musste." Die bösen Rechten sind aber auch überall... Machen sich jetzt sogar schon IN den Flüchtlingsheimen breit statt nur davor - tss-tss-tss

11.02.2016 14:33 Nachdenker 8

Die Stellungnahme von Herrn Ramelow gegenüber dem Exakt-Team sollte eigentlich allen die Augen geöffnet haben: Die Wahrheit ist nicht erwünscht (Wahlkampfhilfe für die Genossen in Sachsen-Anhalt???). Und beim Beitrag über die vielen und teuren Taxifahrten in Sachsen hat sich bei mir die Hand zur Faust geballt. So etwas ist nicht nur dumm, dreist und stellt eine unglaubliche Ungleichbehandlung der Einheimischen dar sondern ist auch noch Verschwendung pur.

11.02.2016 10:49 Towarischtsch 7

Bodo, dein "Auftritt" gestern Abend im MDR dürfte wohl nun auch dem dümmsten Wähler in diesem Land die Augen geöffnet haben! Vielen Dank dafür...

11.02.2016 10:11 REXt 6

Es wird verschwiegen,beschönigt,verharmlost u.s.w.nach altem Muster wie in DDR Zeiten,kein Wunder ,die RRG Landesregierung ist ja insgesamt DDR-lastig.( außer B. Ramelow,der hat sogar Verständniss für Karneval)Ich kann nur wünschen das der MDR dran bleibt,und nicht diese Informationspolitik von RRG mitmacht! Es muß schonungslos aufgeklärt werden,egal von welcher Ecke Gewalt ausgeht!

11.02.2016 09:03 Kubelke 5

Die Zukunft der Thür. Polizei!!!
Auf den Seiten der LINKEN im Thür. Landtag und auf Haskala, der Seite der Frau König, stehender Artikel mit der Forderung zum Umgang mit Andersdenkenden. (April2015)
---------
Überschrift
"Fallschirmjägertruppe & Drohne für Thüringer Bereitschaftspolizei erforderlich
(Auszug)
"Die Thüringer Bereitschaftspolizei benötigt dringend eine eigene schlagkräftige Fallschirmjäger- und Luftlandetruppe", so Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. "

Was muss in solchen Köpfen und dieser Partei noch vorgehen?

11.02.2016 08:49 Jürgen 4

Sie können doch verdunkeln und beschönigen wie sie wollen, in der Zeit der modernen Medien und unkonventionellen Verknüpfungen kommt es doch irgendwann raus. Dazu passt ja dann auch Ramelow Auftritt als Egon Olsen. De facto wäre dann seine Regierung die Olsenbande. Und da stimmt dann auch wieder: viel Aufwand und Lärm bei 0-Ergebnis.

10.02.2016 22:30 antje 3

Danke MDR und dank an die Macher der Sendung "Exakt" für diesen Beitrag und auch die anderen Beiträge in der Sendung.
Es hat lange gedauert, aber inzwischen werden auch mal die unangenehmen und unbequemen Sachverhalte thematisiert...
Noch vor 5 Monaten wurden uns regelmäßig Vorzeigeasylbewerber (diese gibt es natürlich auch)serviert, es passt halt doch nicht alles wie gewünscht, aber ich hoffe Herr Ramelow hat einen Plan und wirft auch mal einen Blick auf ihre Sendung. Weiter so!

10.02.2016 22:24 Bingo 2

Sehe schon die Schlagzeile "Kriminalität von Asylbewerbern in Thüringen nicht erhöht"Kriminalität passt nicht in das Weltbild unserer rot,rot-grünen Willkommenspolitiker.Schon bedenklich wenn Polizisten sich nicht mehr öffentlich trauen vor der Kamera zu reden, wenn es um Aussagen über Kriminalität von Asylbewerbern geht.Vor wenn haben die bloß Angst ?????Ich dachte bei uns in Deutschland darf man seine Meinung frei äußern???Da habe ich sicher etwas falsch verstanden...

10.02.2016 21:59 Xavier 1

Herr Ramelow war ja besonders auskunftsfreudig dem MDR gegenüber. Das hatte schon einen Anflug von Hilflosigkeit. Und sein Gewand als Egon Olsen, einen Kleinkrimminellen aus dem Milieu, war sicher nicht zufällig gewählt. Stets war Egon bemüht es den Reichen zu nehmen mit allerlei Tricks. Dabei hatte er allerdings nie vor es den Bedürftigen zu geben sondern sich selbst zu bereichern. Das hätte man Herrn Ramelow doch vorher sagen müssen. Und um die Olsenbande zu komplettieren hätten sich Katharina König als Kjeld Jensen und Holger Poppenhäger als Benny Frandsen hervorragend geeignet um die Bande auch politisch und farblich zu repräsentieren. Jeder weiß, Egons Pläne haben nie wirklich funktioniert und er landete schlussendlich im Knast. Vielleicht wäre eine Kostümierung als Robin Hood besser angekommen.