Exakt vom 23.05.2012 : Mord an einer Polizistin - Welches Motiv steckt dahinter?
Warum musste die Polizistin Michele Kiesewetter sterben? Mittlerweile wissen Angehörige und Kollegen, dass die Thüringerin in Heilbronn Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds wurde. Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt erschossen sie 2007 aus nächster Nähe. Ihr Streifenkollege überlebte dabei schwer verletzt.
Genau fünf Jahre nach dem Tod von Michele Kiesewetter wird am Tatort eine Gedenktafel für sie eingeweiht. In Anbetracht der offiziellen Version des Tatmotivs hätte es jeden treffen können. Nach Aussage des Generalbundesanwalts Harald Range wurden die beiden Polizisten zu Opfern der terroristischen Mörder, weil sie als Polizisten Repräsentanten der wehrhaften Demokratie waren und damit für die Verteidigung unserer Grundwerte einstanden.
Aber an dieser Theorie bestehen Zweifel. Denn einer der mutmaßlichen Mörder, Uwe Mundlos, hielt sich im Jahr 2005 für mehrere Wochen in der Heimat von Michele Kiesewetter in und um Oberweißbach auf. Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei der Ermordung der Polizistin um eine gezielte Racheaktion der Terroristen handelte. Denn ein naher Verwandter von Michele Kiesewetter war selbst Polizist und als Staatsschützer aktiv an den Ermittlungen gegen den Thüringer Heimatschutz und gegen das mutmaßliche Terrortrio beteiligt. Trotz all dieser Erkenntnisse schließt die Bundesanwaltschaft ein persönliches Motiv der Täter nach wie vor aus.
