Exakt vom 11.07.2012 : Korruptionsvorwürfe beim Eisenacher Trink- und Abwasserverband
Bestechungsgeld für Spülfahrzeuge, kommunale Aufträge an seine eigene Reinigungsfirma, knapp 700.000 Euro für ein Grundstück –Thomas Fritz hat den Verband geschröpft, so lauten die Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftführer des Eisenacher Trink- und Abwasserverbandes.
Das Grundstück verkaufte der Abwasserverband, den Erlös in Höhe von 680.000 Euro steckte sich Thomas Fritz ein, ist sich der neue Vorsitzende Bernhard Bischof sicher.
Doch das reichte Fritz noch nicht. Als Geschäftsleiter kaufte er für den kommunalen Verband auch mehrere sogenannte Kanalspülgeräte. Auch dabei, so heißt es aus Ermittlerkreisen, hat er sich seine eigenen Taschen gefüllt – nach Informationen von Exakt sollen circa 60.000 Euro aus dem Deal an Fritz geflossen sein.
Fraglich ist, warum das System Fritz jahrelang reibungslos in Eisenach funktionieren konnte. Offensichtlich wollten die Verantwortlichen nicht so genau hinsehen. Stattdessen wurden Kritiker kalt gestellt und verklagt. Wie auch Ralf Pollmeier, Verbandsrat des Abwasserverbandes und Gisela Rexrodt, ehemalige Verbandsrätin und Baudezernentin in Eisenach. Besonders brisant dabei ist: Über viele Jahre war der ehemalige Innenminister von Thüringen Christian Köckert Vorsitzender des Abwasserverbandes und damit Chef von Thomas Fritz. Und obwohl die Geschäftspraktiken von Herrn Fritz seit Jahren in der Diskussion sind, hat der ehemalige Verbandsvorsitzende Christian Köckert seinen Geschäftsleiter nie abgemahnt - deshalb konnte der gerade erfolgreich gegen seine außerordentliche Kündigung klagen.
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