Exakt

Exakt vom 15.02.2012 : Dreiste Giftmüllentsorgung in Thüringen

LKWs und Bagger auf einer Mülldeponie

Im Thüringischen Bad Klosterlausnitz hat Holger U., Geschäftsführer der Recyclingfirma RCO, mit Dioxinen und Furanen belastete Stäube aus der Metallindustrie behandelt und entsorgt. Nach Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern wurden die hochgiftigen Industrieabfälle  mit Kleberesten und Abwässern vermischt und auf diese Weise verfestigt. Dioxine und Furane sind hochgiftige und besonders langlebige Verbindungen. Einmal in die Umwelt gelangt, reichern sie sich in Organismen an, da sie kaum abgebaut werden.

Bei seinem Entsorgungsmodell ging der Unternehmer trickreich vor: Ohne einen Hinweis auf die gefährlichen Inhaltsstoffe wurden die verfestigten Abfälle an die WEV – die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft in Cröbern – weitergeleitet und deponiert. Hier verließ man sich auf eine wahrheitsgemäße Deklaration der Abfälle und stellte keine eigenen Analysen bezüglich der Dioxin- und Furanbelastung an.

Auch im eigenen Betrieb verschleierte Holger U. die wahre Zusammensetzung des Giftmülls. Kündigte sich eine Behörde zur Kontrolle an, gab es die Anweisung für die Mitarbeiter, sämtliche Giftsymbole von den dioxin- und furanbelasteten Abfällen verschwinden zu lassen. Eigene Untersuchungen hat die zuständige Aufsichtsbehörde, das Landratsamt Saale-Holzland-Kreis, nicht durchgeführt.

Auf diesem Wege wurden hochgiftige Abfälle auf billige Art und Weise entsorgt – auf Kosten der Mitarbeiter und der Umwelt. Weder Behörden noch Deponiebetreiber haben dem Einhalt geboten, das Kontrollsystem hat offenbar völlig versagt. Inzwischen befasst sich die Staatsanwaltschaft mit dem trickreichen Geschäftsmodell des Holger U.

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2012, 13:07 Uhr

4. Anja Böhnstedt:
Eine riesen Schweinerei was in dieser Firma passiert. Denkt der liebe Herr U. auch mal an seine Mitarbeiter? Wo ist denn da das Umweltamt bzw. das Gesundheitsamt? Anderen kleinen Unternehmen die um Ihre Existenz kämpfen,kann das Gesundheitsamt doch auch das Leben zur Hölle machen!!! Da sieht man doch mal wieder was GELD ausmachen kann !!! ARMES DEUTSCHLAND!!!!
16.02.2012
18:01 Uhr
3. Kaspar,Beate:
Exakt sieben Worte hat der Amtsleiter für Umwelt und Wirtschaftsforderung ( ! ) des Landratsamtes SHK nach Wochen der Vorbereitung aus sich herausgepresst. Da war er im Zeitungsinterview am 11.11.11 etwas gesprächiger. Es gäbe " nichts Auffälliges " bei RCO, " eine Vielzahl von Überwachungsbehörden " seien tätig und " Was soll man ohne konkreten Verdacht denn dort messen?". Hoffentlich erklärt der Landrat ihm das endlich einmal im Detail und übernimmt die Verwortung für das hier Geschehene!
16.02.2012
17:02 Uhr
2. Bundesbürger:
Es stellt sich in diesem Fall sicherlich auch die Frage nach der Rolle der Polizei, welche die Aufgabe und auch die Pflicht hat, dass gesetzlich garantierte Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu schützen. Wie ist es dann möglich das der MDR nun zum wiederholten mal mit solchen Fakten aufwarten kann und der Verursacher des Umweltskandals, sowie alle Beteiligten weiter agieren können und immer noch nicht zur Verantwortung gezogen werden ??? Auch in Anbetracht der Tatsache das sich ca. 200 meter entfernt der Firma RCO die Behindertenwerkstatt des ASB, mit ca. 170 Behinderten befindet !!!
16.02.2012
13:44 Uhr
1. peupelmann günter:
es ist ganz traurig von den behörden des shk , denn seit mai 2011 habe ich in ausschüssen des kreistages auf diese propleme u. meßergebnisse hingewiesen - man hat nur auf laufende untersuchungen verwiesen , als sofort zu handeln! normal hätte damals dieser betrieb sofort geschlossen werden müssen - mit solchen umweltvergehen ! wo ist hier die demokratie - hinweise werden bürokratisch bearbeitet (zu lange) u. das leben der menschen ist nicht interessant - obwohl der betrieb seit jahren ,die auflagen nicht erfüllt !
16.02.2012
08:22 Uhr

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