Exakt

Exakt vom 12.09.2012 : Nutrias - Umstrittene Tierliebe in Hettstedt

Die Nutriafreunde von Hettstedt kümmern sich liebevoll um ihre Schützlinge. Etwa zwölf wild lebende Biberratten werden regelmäßig von ihnen gefüttert. Ohne diese Unterstützung hätten die Nager keine Überlebenschance, meinen die Tierfreunde. Doch ihr Einsatz stößt auf heftige Kritik in der Stadt. Viele Einwohner sind überzeugt, dass von dem üppigen Nahrungsangebot auch Ratten angelockt werden.

Die Nutrias von Hettstedt

Horst Cunäus, Nutriafreunde Hettstedt n.e.V. Nutria mit Möhre Festtagsbraten

Die Nutriafreunde von Hettstedt füttern regelmäßig ihre Lieblinge. Doch viele Einwohner sehen das gar nicht gern, denn so possierlich die Biberratten auch sind, richten die Tiere auch Schaden an. [Bilder]


Sind die Tiere gut versorgt, vermehren sie sich auch entsprechend. Doch eine Überpopulation an Biberratten kann auch allerhand Schaden anrichten, denn die Tiere graben Gänge. In Hettstedt führt das dazu, dass Uferbefestigungen unterspült werden und schließlich absacken. Auch so manches Abflussrohr muss aufwendig gereinigt werden, wenn die Tiere darin ihren Bau angelegt haben. Der zuständige Jäger Hubertus Luthardt fragt sich, wer für die entstehenden Schäden aufkommen soll.

"Wer sie füttert, nimmt sich eigentlich diesen Wild-Tieren an. So könnte man sagen: Wer sie füttert, ist eigentlich auch der Besitzer. Man müsste diejenigen, die da füttern, wirklich für den anfallenden Schaden jedenfalls zur Verantwortung ziehen."

Hubertus Luthardt, Stadtrat und Jagdpächter

Im Stadtrat von Hettstedt wird bereits darüber nachgedacht, das Füttern der Nutrias zu verbieten. Doch bisher fehlt die dafür notwendige Satzung. Die Nutriafreunde von Hettstedt jedenfalls lassen sich nicht ohne weiteres davon abhalten, ihre Lieblinge zu hegen und zu pflegen.

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2012, 01:49 Uhr

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