Exakt vom 22.02.2012 : Oberhof - Urlaub in der Servicewüste
Oberhof ist wohl jedem deutschen Wintersportfan ein Begriff. Das 1.500-Einwohner-Städtchen im Thüringer Wald wurde bereits in den 1960-er Jahren zum "Wintersportmekka" erklärt und bekam seine ersten großen Hotels. Nach der Wende wurden große Summen an Fördergeldern in die Stadt gepumpt – z.B. in die Schanze, das Skistadion und eine Ganzjahres-Skihalle. Doch trotz steigender Investitionen stemmen sich die Besucherzahlen gegen den allgemeinen Aufwärtstrend in Deutschland, das als Reiseziel immer beliebter wird. Exakt hat einen Selbsttest gemacht: Wie lässt es sich im "Sankt Moritz des Ostens" Urlaub machen?
Wir treffen Touristen, die sich an der einzigen Bratwurstbude weit und breit eine halbe Stunde die Beine in den Bauch stehen. Nicht unbedingt etwas, womit man seine wertvolle Urlaubszeit verbringen möchte. Der eine oder andere würde sich bei den winterlichen Temperaturen vielleicht gern aufwärmen zwischendurch – doch Fehlanzeige, das Servicecenter Rodelhang bietet mit seinen zehn Quadratmetern keinen Platz für Besucher. Und wer nach einem heißen Tee an frischer Luft ein stilles Örtchen braucht, muss mit der Oberhof-typischen blauen Kiste vorlieb nehmen – nach festen sanitären Einrichtungen für die Öffentlichkeit sucht man vergeblich.
Wir berichten Enrico Heß von der Tourismus GmbH Oberhof von unseren Erlebnissen. Er muss zugeben, dass es Verbesserungsbedarf gibt:
Am späten Nachmittag wollen wir uns mit Shopping aufheitern. Doch leider finden wir uns vor verschlossenen Türen wieder - mitten in der Servicewüste Oberhof. Da wundert es nicht allzu sehr, dass es der durchschnittliche Oberhof-Besucher hier gerade mal drei Tage aushält.
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