Exakt vom 22.02.2012 : Ostdeutsche in Spitzenpositionen
Wenn Joachim Gauck demnächst zum Bundespräsidenten gewählt wird, bekleidet ein Deutscher mit ostdeutscher Herkunft das höchste politische Amt im wiedervereinigten Deutschland. Damit besetzen dann mit Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel zwei Ostdeutsche die Spitzenpositionen der politischen Klasse.
Was in der Politik funktioniert, funktioniert in vielen Bereichen der Gesellschaft kaum, hier sind die Ostdeutschen von Führungsämtern noch meilenweit entfernt. So gibt es in den 30 deutschen DAX-Unternehmen keine ostdeutschen Vorstandsmitglieder. Auch im Topmanagement dieser Unternehmen gibt es 20 Jahre nach der Deutschen Einheit so gut wie keine Manager aus dem Osten. Und nicht nur in der Wirtschaft, auch bei der Bundeswehr, in Wissenschaft und Justiz - ca. 70 Prozent aller Eliteposten in Ostdeutschland sind von Westdeutschen besetzt.
Doch woran liegt das? Der Soziologe Prof. Klaus Dörre von der Universität Jena macht die über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerke dafür verantwortlich:
Und was unterscheidet die Wirtschaft von der Politik? Offenbar schreibt man hier den Ostdeutschen ein Talent zum Krisenmanagement zu.
Doch aus Sicht des Wissenschaftlers ist das nicht das ganze Geheimnis: Besondere Chancen hat der Ostdeutsche offenbar immer dann, wenn er als solcher nicht erkennbar ist.

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