Exakt vom 15.02.2012 : Die Stadtwerke Dessau und ihre Swap-Geschäfte
Die Stadtwerke Dessau haben für mindestens zwei Stadtwerketöchter hoch spekulative Zinswett-Verträge, sogenannte SWAPS, geschlossen. Bei diesen Millionendeals mit Namen wie CMS Spread Ladder, Euribor Ladder oder Memory Swap, handelt es sich um hochspekulative Zinswettverträge, bei denen die Anleger auf steigende Zinserträge Wetten abschließen.
Diese hochkomplizierten Verträge sind kaum zu durchschauen und mit einem hohen Ausfallrisiko behaftet. Deshalb verstoßen solche Geschäfte gegen das Spekulationsverbot und sind deshalb auch für Kommunalbetriebe wie z.B. Stadtwerke unzulässig. So sieht das auch der Landesrechnungshof von Sachsen-Anhalt. Die Stadtwerke Dessau wussten offenbar von dem Spekulationsverbot und legten ihre hochriskanten Zinswettverträge auch in ihren jährlichen Geschäftsberichten nicht offen. Lediglich von "derivativen Finanzinstrumenten" und "Zinsswap-Vereinbarungen" ist da die Rede.
2009 hat der Dessauer Kommunalbetrieb einen Großteil seiner Swap-Verträge abgelöst. Laut Bilanz notieren mehrere der angeblich so lukrativen Verträge jahrelang mehrere Millionen Euro im Minus. Der entsprechende Posten weist vor und nach dem Verkauf eine Differenz von ca. 1,5 Millionen Euro auf. So hoch dürfte der Preis für den Ausstieg mindestens gewesen sein. Für die Stadtwerke selbst ist das kein Problem, für die Verluste des Unternehmens haftet schließlich die Kommune. Erst jetzt wurde für einen Vertrag bereits eine Rückstellung von 1,3 Millionen Euro eingeplant, Geld mit dessen Verlust die Stadt Dessau rechnet.
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Was sind Swaps?
Ein Swap (englisch für Austausch) ist eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragsparteien zukünftig, zu einem bestimmten Zeitpunkt, Zahlungsverpflichtungen auszutauschen. Eine verbreitete Form der Swap-Verträge sind Zinsswaps. Diese Geschäfte dienen grundsätzlich der Absicherung gegen Zinsrisiken. Daneben haben sich aber auch von bestehenden Darlehen losgelöste eigenständige Spekulationsgeschäfte entwickelt, die von Banken insbesondere Kommunen angeboten wurden und werden. Bei diesen Geschäften wird von den Anlegern auf eine bestimmte Zinsentwicklung, meist eine steiler werdende Zinskurve, spekuliert. Tritt diese prognostizierte Zinsentwicklung nicht ein, drohen den Anlegern erhebliche Verluste.
