Exakt

Exakt vom 10.10.2012 : Tierheilpraktiker im Test

Der Markt für Tierheilpraktiker boomt. In den letzten fünf Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht. Jeder kann diese Berufsbezeichnung tragen, auch ohne jegliche Qualifikation. Das Spektrum der angebotenen Leistungen ist breit. Aber was taugen die Angebote wirklich?

Eine Testkandidatin ist die schon recht betagte Dackelhündin Ruthy. Der Tierarzt Dr. Volker Jähnig stellt fest, dass ihre Herzklappen nicht mehr voll funktionsfähig sind und ein tägliches Herzmedikament für das Tier lebensnotwendig ist. Nun wird die Hündin von einer Tierheilpraktikerin mit einen sogenannten Bioresonanz-Gerät untersucht. Die Untersuchung ergibt, Ruthys Herz ist gesund und lediglich durch Elektrosmog belastet. Das Herzmedikament könne man absetzen und man sollte ihr stattdessen energetisch aufgeladenes Wasser verabreichen, so die Empfehlung der selbst ernannten Tierheilungsexpertin. Dr. Jähnig beurteilt diese Diagnose sehr kritisch.

"Ich würde mein eigenes Tier nie so einer Gefahr aussetzen, Herzmittel absetzen, um energetisches Wasser zu geben. Aber natürlich zu sagen, ich setze das Herzmittel erst mal ab und gebe ihm energetisch aufgeladenes Wasser, was auch immer das ist, das ist sicher schon gefährlich."

Dr. Volker Jähnig, Tierarzt

Bei einem weiteren Test einer anderen Tierheilpraktikerin kommt Dr. Jähnig zu einem anderen Urteil. Die von der Tierheilpraktikerin Irina Rosch untersuchte Hauskatze erhielt eine vorbildliche Behandlung. Irina Rosch stellt die richtige Diagnose und erkennt sofort, dass die Katze Probleme mit der Hüfte und dem Sprunggelenk hat.

Die Bilanz des Exakt-Tierheilpraktikertests ist durchwachsen: Eine gefährliche Diagnose, eine veraltete Empfehlung, ein seltsames Telefonat und nur eine fachlich gute Untersuchung. Ein ziemlich ernüchterndes Ergebnis.

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2012, 16:08 Uhr

2. Bettenhäuser:
Zu Ihrem Beitrag vom 11. 10. u.a. über die Tierkommunikatorin: Die Auskünfte der Tierkommunikatorin waren alles andere als "merkwürdig". Diese Äußerung zeugt nur von Ihrer Unkenntnis. Andere Fernsehsender haben schon Erstaunliches berichtet über Tierkommunikatoren, die nachweislich mentalen Kontakt zu Tieren hatten, aus der Ferne. Haben Sie noch nie von Telepathie gehört? Rupert Sheldrake hat dieses Phänomen wissenschaftlich untersucht! Und: Wenn sich der Tierheim-Hund in Ihrer Sendung mehr Kontakt zu anderen Tieren wünscht, könnte das vielleicht daran liegen, dass er meist ganz allein in einem Zwinger sitzt und die 99 anderen Hunde von dort aus weder sehen noch kontaktieren kann!
12.10.2012
04:48 Uhr
1. Bettenhäuser:
Ich habe mich nach dem Sinn Ihres Beitrags vom 11. 10. über Tierheilpraktiker gefragt. Sie gehen offenbar davon aus, dass der dort gezeigte Arzt richtig diagnostiziert hat. Das kann sein, muss aber nicht! Sind Ärzte unfehlbar? Gehen Sie doch mal mit einem Tier zu 3 verschiedenen Ärzten. Das könnte interessant werden. Beispiele für Fehldiagnosen von Ärzten gibt es viele! In "Tiere suchen ein Zuhause" vom WDR gab es kürzlich ein drastisches Beispiel hierfür. Und übrigens: Manch ein Tierheilpraktiker leistet bessere Arbeit als ein Arzt! Und: Ein Bioresonanzgerät ist kein "seltsamer Kasten".
12.10.2012
04:41 Uhr

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