Exakt vom 02.07.2014 "Fleisch ist Mord" - Die umstrittenen Aktionen gewaltbereiter Tierrechtler

Mehrere 10.000 Euro Schaden, das ist die traurige Bilanz eines Fleischermeisters, dessen Geschäft regelmäßig Zielscheibe von radikalen Fleischgegnern ist. Das Spektrum der Attacken reicht von eingeschlagenen Fensterscheiben bis zu Farbbeutelanschlägen. Auch Imbissbuden werden immer wieder angegriffen und mutwillig beschädigt.

Sabotageakte, Tierbefreiungen, Einschüchterungen – viele sogenannte militante Veganer schließen sich mittlerweile zusammen, um ihr Weltbild von einer fleischlosen Gesellschaft durchzusetzen. Fakt ist, weltweit verüben die Tierrechtler immer wieder Anschläge, befreien Tiere aus Pelzfarmen oder Laboren und zerstören die Logistik der Fleischindustrie. Sachbeschädigungen wie zerstörte Fleischereigeschäfte nehmen sie dafür offenbar billigend in Kauf.

Die Rechtfertigungen der Aktivisten, die Sorgen der Opfer. - Und was passiert, wenn sich radikale Tierrechtler und Fleischermeister begegnen?

Animal Liberation Front Die Animal Liberation Front (kurz ALF) wurde 1976 von dem englischen Tierrechtsaktivisten Ronnie Lee gegründet. Durch Anschläge auf Einrichtungen wie Mastanlagen oder Metzgereigeschäfte sowie Befreiungen von Tieren aus Laboren, sollen Tierversuche und Tötungen von Tieren verhindert werden. Die Gruppierung, die auf Deutsch Tierbefreiungsfront heißt, agiert international und ist dezentral organisiert. Jeder, der sich mit den Zielen der ALF identifiziert, kann in ihrem Namen Aktionen durchführen. So hinterlassen Tierrechtsaktivisten nach einem Anschlag häufig die Abkürzung ALF.

Veganes Leben Die Zahl der Menschen in Deutschland, die ein veganes Leben führen, steigt. Circa eine Millionen Menschen ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten. Das sind inzwischen 20 Prozent mehr als 2012. In vielen Geschäften werden vegane Fleisch- und Wurstalternativen aus Tofu oder Weizeneiweiß angeboten. Die bisher einzige vegane Supermarktkette Veganz konnte ihren Umsatz zwischen 2012 und 2013 mehr als verdreifachen. Ein konsequent veganes Leben bezieht sich jedoch nicht nur auf die Ernährung, sondern auf den Umgang mit allen Produkten des Alltags. Das bedeutet einen Verzicht auf: Gelatine, Leder, Pelze, Borsten, Wolle und Seide. Veganer achten außerdem darauf, dass die von ihnen gekauften Produkte nicht mit Knochenleim geklebt wurden, keine Därme verarbeitet sind oder sie mit tierischen Farbstoffen gefärbt wurden.

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2015, 01:08 Uhr

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3 Kommentare

03.07.2014 10:53 H. Richter 3

es muß doch soetwas geben wie eine Berufsgenossenschaft der Fleischer, früher jedenfalls war das so. Und die verlangen auch Geld von ihren Mitgliedern, und man kann sich denen auch nicht so ohne weiteres verweigern, z.B. indem man da nicht mitmacht und die Mitgliedschaft ablehnt. Und da frage ich mich, wieso diese Leute ihren Mitgliedern nicht helfen, entweder den Behörden Druck machen oder [...]*, wenn schon die Polizei (was mich nicht im geringsten wundert) die Augen verschließt und keine Lust hat, etwas zu unternehmen dagegen, das Geld kriegen die ja auch so, ist ja Öffentliche Dienst, und die zahlen gut. Wenn dieser Fleischermeister seinen Laden dicht macht, dann feiern diese Leute doch den Triumph, dann hatten die doch Erfolg! Komisch ist das!

* Gewaltverherrlichung gelöscht - MDR.DE-Redaktion

02.07.2014 22:51 Antonietta 2

Eine vegane Ernährung ist deutlich umweltfreundlicher als die übliche, fleisch- und käsebetonte Durchschnittskost: Sie verbraucht weniger Energie, Rohstoffe und Wasser, belegt weniger Landfläche und erzeugt deutlich weniger Klimagase. Aus ethischer Sicht ist die vegane Ernährung die konsequenteste Art, verantwortlich mit unserer Mitwelt umzugehen und so wenigen Mitlebewesen wie möglich durch unsere Lebensmittelauswahl zu schaden.

02.07.2014 22:00 Eve Romer 1

KEINE ZEIT ZUM STERBEN - Im Sekunden-Akkord werden Rinder betäubt und trotz Fehlbetäubungen und ihrem Wiederaufwachen bei vollem Bewusstsein geschlachtet und zur Entblutung aufgehängt – je nach Tierart sterben in Europa Hundertausende bis Millionen Nutztiere einen unbeschreiblich grausamen Tod.
Vor z.B. diesem Hintergrund sind [...]** Tierschützer fordern deshalb eine Videoüberwachung auf Schlachthöfen. Diese Petition ist an alle Menschen gerichtet, an Fleischesser, Vegetarier und Veganer!

[...]*

* Externen Link gelöscht - MDR.DE-Redaktion
** Relativierung von Straftaten gelöscht - MDR.DE-Redaktion