Exakt | 20.07.2016 Begegnung mit dem Tod - Praktikum in einem Hospiz

Mitarbeiterinnen bei einer Besprechung
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Bewohner in einem Hospiz sind sterbenskrank, bleiben oft nur wenige Tage in der Einrichtung. Und am Ende steht unausweichlich der Tod. Für die Mitarbeiter gehört das Abschiednehmen zum Arbeitsalltag.

Oberste Prämisse: Die Würde des Menschen. Damit die gewahrt bleibt, gehen die Palliativfachkräfte ganz individuell auf die unheilbar Kranken ein. Und so können zum Beispiel Lungengeschädigte auf ihrer letzten Lebensstation wieder rauchen, auch Alkohol wird nicht verbannt.  

Die tägliche Begegnung mit dem Tod - wie erträgt man das und welche Besonderheiten sind bei der Pflege todkranker Menschen zu beachten? Exakt hat Reporterin Annett Glatz zum Praktikum in ein Hospiz geschickt.

Während der Arbeit wird schnell klar, dass hier Ruhe und Gelassenheit wichtiger sind als hektisches Abarbeiten.

Also ganz wichtig ist, dass man bei den Menschen, die in der letzten Lebensphase sind, wirklich einfach das gemacht wird, was sie wollen. Schlafen lassen, liegen lassen, da haben sie keine Schmerzen und ich denke, damit tut man ihnen jetzt einen Gefallen.

Tina Prunkl, Palliativfachkraft

Annett Glatz erlebt, wie die Kranken auf die Pflege reagieren. Und sie erfährt, wie sich auch Angehörigen im Hospiz gut aufgehoben fühlen.

Ja also ich muss sagen, ich fühle mich hier wie geborgen. Hauptsächlich meine Frau, auch die Angehörigen. Ich kann da nur sagen, mit so einem Einfühlungsvermögen wie man hier behandelt wird, das ist wirklich erstaunlich.

Angehöriger

Dass die Bewohner in Würde sterben können, darum geht es der Onkologin Angelika Renziehausen, die hier selber lernen musste, immer wieder Abschied zu nehmen.

Manche verabschieden sich auch von sich aus ganz offiziell. Ich glaube, am Anfang war das für mich nicht immer leicht. Aber es ist ein gutes Gefühl, ich weiß es kommt noch ein Lächeln. Sie waren wahrscheinlich einverstanden mit der Behandlung und der Therapie.

Angelika Renziehausen, Onkologin

Durchschnittlich nur 24 Tage sind die Bewohner im Hospiz, bevor sie sterben. Dabei zuzuschauen, wie eine Tote für die Beerdigung vorbereitet wird, ist eine Herausforderung für unsere Reporterin.

Es fühlt sich friedlich an, aber irgendwie sieht man, dass da nur noch eine Körperhülle ist. Vielleicht liegt es an den Mitarbeitern hier, dass trotz der täglichen Dramatik gemeinsames Lachen nie weit weg ist.

Annett Glatz

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2016, 19:00 Uhr

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