MDR FERNSEHEN | 03.09.2012 | 22:05 Uhr : Fakt ist...!: Bestnote oder mangelhaft
Wie gut sind Sachsens Schulen wirklich?
Ob Pisa, Iglu oder Bildungsmonitor – in Studien wird das sächsische Schulsystem meist mit Bestnoten bewertet. Und doch scheint es viele Baustellen zu geben: Tausende Schüler protestierten im vergangenen Schuljahr gegen zunehmenden Unterrichtssausfall. Viele Referendare und junge Lehrer bekommen keine Stelle. Trotzdem fehlt es an Lehrern. Und immer wieder kämpfen Eltern und Bürgermeister um kleine Schule auf dem Land.
Lehrermangel ist und bleibt großes Problem
Mit dem Problem "Lehrermangel" steht Sachsen wahrscheinlich noch am Anfang. Doch in knapp 20 Jahren könnte es akut werden, denn dann gehen mehr als 80 Prozent der sächsischen Pädagogen in Rente. Kritiker monieren, dass der Freistaat immer noch keinen Plan habe, wie der Lehrermangel zu beseitigen sei – trotz kurzfristiger Geldspritzen und mehr Studienplätzen für potentielle Pauker. Und auch Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth räumt ein, dass die Unterrichtsversorgung im am Montag beginnenden Schuljahr "auf Kante genäht" sei.
Doch wie geht sie nun die Baustellen an? Wie lassen sich junge Lehrer im Land halten, die anderswo in Deutschland verbeamtet werden oder mehr Geld bekommen? Sind die Ganztagsangebote künftig nur noch mit Vereinen und Ehrenamtlichen zu retten? Warum muss das Los über den Schulweg oder eine zweite Fremdsprache entscheiden? Ist Sachsens Spitzenplatz bei Bildungsstudien gefährdet?
Darüber diskutierte Moderator Andreas F. Rook unter anderem mit der sächsischen Kultusministerin Brunhild Kurth, einem Vertreter des Landeselternrats und mit Prof. Axel Plünnecke, Autor der Bildungsmonitor-Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Bürgerreporterin Ines Klein meldet sich live aus Seifhennersdorf in der Oberlausitz. Die Stadt kämpft seit Jahren um ihre Mittelschule.

