FAKT extra | Das Erste | 09.03.2009 | 21:45 Uhr

"Ich würde auch ins Ausland gehen"

Bereits in der ersten Reportage aus Eisenach, Anfang Februar, hat FAKT Marcel Brader getroffen. Damals hatte er gerade erfahren, dass er seine Arbeitsstelle als Industrielackierer zum 1. April verliert.

Elf Jahre lang hat Marcel Brader für einen Automobilzulieferer am Rand von Eisenach gearbeitet. Die Wirtschaftskrise macht ihn nun arbeitslos. Zwar bekommt der 35-Jährige eine Abfindung. Die Hände will er aber nicht in den Schoß legen. Jobangebote aus der Region sind zwar Mangelware. Marcel Brader würde sich aber nicht scheuen, für einen neuen Job in ein anderes Bundesland oder gar ins Ausland zu ziehen.

"Für mich kommt es nicht in Frage, erst einmal ein Jahr lang nichts zu tun. Man sucht auf jeden Fall. Und wenn man Glück hat, dann findet man auch was."

Marcel Brader, Industrielackierer auf Arbeitssuche

Flexibel und offen für Neues

Und dabei ist Marcel Brader in Eisenach sozial gebunden. Hier leben sein sechsjähriger Sohn, seine Eltern und seine Freunde. Doch in Zeiten wie diesen heißt das Zauberwort: Flexibilität. Der 35-Jährige hat sich deshalb bei der Arbeitsagentur für Jobs in ganz Europa gemeldet. Zudem hat er sich bei Zeitarbeitsfirmen umgehört. Die bieten Jobs, vor allem in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen. Eine dieser Zeitarbeitsfirmen ist eine Personalvermittlung aus Erfurt. Sie hat Marcel Brader bereits zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Es geht um einen Job als Industrielackierer in der Schweiz oder Österreich.

"Natürlich bin ich bereit für einen Umzug. Aber erst einmal würde ich die Woche über woanders arbeiten und sehen, dass ich wenigstens am Wochenende nach Hause zurück komme."

Marcel Brader, Industrielackierer auf Arbeitssuche

Zukunft weiter offen

FAKT begleitet Marcel Brader nach Erfurt. Beim Vorstellungsgespräch selbst möchte er die Kamera nicht dabei haben. Anschließend erzählt er aber von dem Gespräch. Die Konditionen, die ihm geboten wurden, seien gut gewesen, betont er. Trotzdem habe er ein flaues Gefühl im Magen. Schließlich würde er bei einer Zeitarbeitsfirma anfangen. Und Leiharbeiter seien die ersten gewesen, die mit der Wirtschaftskrise ihre Jobs verloren hätten.

"Ich habe mich noch nicht festgelegt. Für einen, der lange fest angestellt war, ist eine Zeitarbeitsfirma immer noch so eine Sache."

Marcel Brader nach seinem ersten Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma

Wie sich Marcel Brader entscheidet und wie er seine letzten Arbeitswochen in seiner bisherigen Firma erlebt, sehen Sie in der kommenden FAKT-Sendung.

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2009, 14:07 Uhr

 

 
 
 
 
 

 

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