FAKT | Das Erste | 25.10.2011 | 21:45 Uhr : Der Ameisenbläuling und die Autobahnbrücke
Wer eine Autobahn baut und damit Natur zerstört, muss einen Ausgleich schaffen. So will es der Gesetzgeber. Dieser Schutz durch das Gesetz greift auch, wenn der Lebensraum eines bestimmten Tieres bedroht ist. So war das auch im Falle des Ameisenbläulings, einer seltenen Schmetterlingsart, geplant. Durch den Bau einer neuen Autobahnbrücke südlich von Leipzig über den Zedtlitzer Grund fiel plötzlich Schatten auf eine geschützte Wiese, damit war sie keine Heimat mehr für den blauen Tagfalter. Daraufhin wurde eine neue Wiese ohne Schatten angelegt, die dem kleinen Bläuling als künftiger Lebensraum dienen sollte.
Das Problem an der Geschichte ist nur, dass Tausende Euro in die neue Schmetterlingswiese investiert wurden und vom Ameisenbläuling weit und breit nichts zu sehen ist. Aber das spielt offensichtlich auch keine Rolle: Geschützt werden sollte nicht der Schmetterling selbst, sondern nur der Lebensraum des Insekts.

