FAKT | Das Erste | 06.12. 2011 | 21:45 Uhr : Spur zu möglichem weiterem Unterstützer der Terror-Zelle
Rechtsextremist soll Zschäpes Tarnnamen schon 2005 gekannt haben
Der Thüringer Rechtsextremist Thomas G. hat nach Recherchen des ARD-Magazins FAKT möglicherweise schon 2005 von der Zwickauer Terrorzelle gewusst. Das geht aus Daten rechtsextremer Internet-Foren hervor.
Zschäpes Decknamen als Passwort benutzt
Internet-Spezialisten der Antifa Bern haben die Daten jetzt gezielt auf Namen im Umkreis der Terrorzelle hin analysiert. Dabei zeigte sich, dass Thomas G. in den Foren aktiv war und dort das Passwort "struck-mandy" benutzt hat. Die inhaftierte mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat sich im Untergrund als Mandy Struck ausgegeben, um ihre wahre Identität zu verschleiern. Dies dürfte nur den engsten Vertrauten des Trios bekannt gewesen sein.
Passwort ist wichtiges Indiz
Ein Berner Antifa-Aktivist sagte dazu in FAKT: "Ich denke, dass diese Zwickauer Zelle Unterstützung benötigt hat und deshalb ist es nicht erstaunlich, dass auch Thomas G. mitgespielt hat. Er ist intelligent genug, um ein Unterstützer sein zu können und radikal genug, um die Taten auch zu billigen. Das Passwort ist ein starkes Indiz, dass er von der Terrorzelle gewusst haben muss." Die Rechercheschritte der Berner Antifa lassen sich anhand der Datensätze nachvollziehen.
Thomas G. ist Mitbegründer des rechtsextremen "Freien Netzes", war Mitglied der verbotenen Neonazi-Organisation "HNG" und ist wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft. Er hat auch enge Verbindungen zu Schweizer Rechtsextremisten, war 2006 neben anderen NPD-Anhängern auf einem Parteitag der "Partei National Orientierter Schweizer (PNOS), die als rassistisch gilt.
Enger Kontakt zu Ralf Wohlleben
Er ist zudem mit der rechtsextremen Schweizer Führungsfigur Mario Friso befreundet. Friso trat 2008 bei der NPD-Veranstaltung "Nationaler Gesprächskreis" in Zwickau als Redner auf, wurde als Freund vorgestellt. Gegenüber Friso hat sich Thomas G. nach ARD-Recherchen als "nationaler Sozialist" bezeichnet und Verständnis für den gewaltbereiten "Schwarzen Block" gezeigt. Thomas G. hatte zudem engen Kontakt zu dem bereits inhaftierten NPD-Aktivisten Ralf Wohlleben. Beide organisierten mit anderen das sogenannte "Fest der Völker" in Jena und Pössneck.


Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.